Marie Wolf holt Kunstturn-Titel nach St. Pölten. Erstmals nach vielen Jahren wird mit der Tullnerbacherin eine Union-Turnerin der Hauptstadt Landesmeisterin.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 23. Dezember 2020 (02:27)
Tullnerbachs Marie Wolf (2. v. l.) zeigte bei den Landesmeisterschaften die besten Leistungen, war aber auch einzige Elite-Starterin.
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Inmitten des Dezember-Lockdowns gelang es dem NÖ Turnsport auch noch bei den Kunstturnerinnen die offiziellen Landestitelkämpfe auszutragen. Die NÖ Landesmeisterschaft konnte als behördlich genehmigte Spitzensportveranstaltung unter strengen Covid-19-Auflagen in St. Pölten ausgetragen werden.

„Es konnten heuer aber nur die beiden international höchsten Wettkampfklassen Elite und Juniorinnen ausgeschrieben werden, denn alle jüngeren Klassen waren nicht vollzählig im Hallentraining, sodass keine fairen Bedingungen vorgeherrscht hätten“, erklärt SLZ-Turnsport-Koordinatorin Tina Weinberger, die für Landesreferentin Hamersak die Organisation übernommen hatte.

Publikum war bei den Titelkämpfen natürlich keines vor Ort und auch als Austragungsort konnten nur die Geräte in der Trainingshalle verwendet werden, welche nicht gänzlich alle erforderliche Wettkampfstandards erfüllen. „Heuer ist aber der zu kurze Anlauf und die improvisierte Landung in der Schnitzelgrube für das Gerät ‚Sprung‘ ein annehmbarer Kompromiss“, findet Weinberger.

Die neue Landesmeisterin im Kunstturnen 2020 heißt Marie Wolf. Die 16-Jährige von der Sportunion St. Pölten hat damit den Landesmeistertitel nach vielen Jahren in die Landeshauptstadt zurückgeholt. Einen weiteren Einzelgerätetitel in der Juniorenklasse am Balken konnte sich die St. Pöltnerin Vanessa Thaler (14) sichern.

Die SLZ/BORGL Schülerin Wolf zeigte sich zunächst überrascht, denn es ist ihr erstes Jahr in der höchsten Wettkampfklasse. Doch die Böheimkirchnerin Kickinger verzichtete als Topfavoritin aufgrund ihrer Trainingsphase und laufender Maturavorbereitungen auf den Start und auch die anderen in Frage kommenden Titelkandidatinnen gingen wegen mangelnder Vorbereitung nicht an den Start.

„Viel wichtiger für mich als der Titel ist, dass ich an zwei Geräten meinen Schwierigkeitswert gegenüber der Staatsmeisterschaft erhöhen konnte. Erstmals habe ich über 40 Punkte erreicht“, war Wolf zufrieden.

Für Thaler war es nach dem Malta-Antritt im Dezember des Vorjahres der erste und einzige Wettkampf 2020. Auch sie freute sich, dass sie doch noch ihren Leistungsstand abfragen konnte.