Leben für die Pferde. Mit seiner Cinderella sorgte Thomas Gebath für Furore. Am Samstag erlag der St. Pöltner Spitzensportler einem Krebsleiden.

Von Gila Wohlmann und Claus Stumpfer. Erstellt am 12. Mai 2014 (08:12)
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Lange hat St. Pöltens bester Springreiter der letzten Jahrzehnte gekämpft, lange haben die Sportfans gehofft — doch am Samstag ist Thomas Gebath verstorben.

Die Krebsdiagnose kam schon vor einigen Jahren aus heiterem Himmel, doch Gebath ließ sich nicht unterkriegen. 2011 feierte er noch unvergessliche High-Fly-Tour-Siege mit seiner Cinderella, die er im Dezember dann in Salzburg aus dem Sport verabschiedete. Da weinte der große Mann Tränen der Rührung und alle fühlten mit ihm.

Gebath war von klein auf von den Pferden fasziniert, doch erst als er acht war, fuhr sein Papa endlich mit ihm in einen Reitstall. In Waitzendorf absolvierte er seine ersten Reitstunden und ließ sich auch von Stürzen nicht von seiner Begeisterung abbringen. 1978 bekam er die ersehnte Lizenz und absolvierte seinen ersten Parcours. Sein Vater, Inhaber eines Sportgeschäftes in St. Pölten, der zunächst kein Freund der neuen Passion gewesen war, hatte eingesehen, dass sein Sohn aufs Pferd gehörte.

1984 kam Toptalent Gebath zu Alfred Fischer nach Stössing und hatte erstmals einen Trainer, der sich des „jungen Wilden“ annahm und mit ihm in Dressur und Springen arbeitete. Und Gebath war ehrgeizig. Noch im selben Jahr hatte er endlich seinen ersten beiden eigenen Pferde und er eröffnete seinen ersten Stall in Völlerndorf. Sieben Jahre später wechselte er nach Wultendorf, wo er einen Stall mit 14 Boxen in Pacht nahm. Kontinuierlich arbeitete Gebath an der Ausbildung seiner Pferde. Er hatte nur ein Ziel: Wie sein Vorbild Alfred Fischer wollte er einmal ganz oben stehen!

Der Stall in Wultendorf wurde laufend erweitert und erreichte mit 35 Boxen eine stattliche Größe. Doch am 28. Oktober 1999 ging der Stall aufgrund eines technischen Gebrechens in Flammen auf. Sieben Pferde verendeten in der Flammenhölle. Doch nur wenige Wochen später kam es zum Kontakt zwischen Gebath und Gustav Rammel. Dieser suchte zu diesem Zeitpunkt einen Fachmann, der seinen kleinen Stall fachlich führen sollte.

Die beiden verstanden sich auf Anhieb und bauten in kürzester Zeit eine Reitsportanlage auf, die sich sehen lassen konnte. Am 15. Mai 2000 wurde die Anlage Reiterhof Wasserberg eröffnet. Seither sind die Turniere dort nicht aus dem österreichischen Wettkampfkalender wegzudenken und Gebath selbst mit seinem Team Gebath österreichweit bekannt.

Hintergrund

Thomas Gebath widmete sein leben dem Pferdesport und Cinderella war sein ganzer Stolz. In Mächtigkeitsspringen war er mit seinem Paradepferd (Bild) praktisch nicht zu schlagen. Gebath wurde 1968 in St. Pölten als Sohn eines Inhabers eines Sportgeschäftes in St. Pölten geboren. Er erlernte den Beruf des Einzelhandelskaufmanns, gründete aber bereits 1978 sein Team Gebath. Gebath hatte die höchste Lizenz R3S4 und betreute auch Niederösterreichs Nachwuchs im Leistungszentrum

Größte Erfolge: 1. Mächtigkeitsspringen CSI*** MilAk Wr. Neustadt 2010, 1. Bundesländermeisterschaften, 1. High Fly Tour 2011.