Rückblick: Ivi Dadic ist die weltweit Beste. St. Pöltens Mehrkampfstar Ivona Dadic tröstet sich mit der Jahresweltbestleistung über die Olympia-Verschiebung hinweg.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 28. Dezember 2020 (05:00)
Ivona Dadic nahm die Hürden der Corona-Saison mit Bravour, geht als Jahresweltbeste ins Olympiajahr 2021.
APA/Fohringer

Tokio lockt – aber erst 2021. Die Mission Olympia-Medaille muss Ivona Dadic auf‘s kommende Jahr verschieben. Doch der Mehrkampfstar der Union St. Pölten machte aus einem schwierigen Jahr das Optimum. Die 26-Jährige beendet das Wettkampfjahr als Nummer eins der Welt – und als Österreichs Sportlerin des Jahres.

„Es ist einfach eine lässige Sache, vor allem nach diesem Jahr, weil wir heuer nicht nur Corona hatten, sondern Ivi auch im Winter noch lange mit der Verletzung von Doha zu tun gehabt hat“, freut sich ihr Trainer Philipp Unfried. „Dass das dann trotzdem so gut funktioniert hat und sie so eine gute Saison gehabt hat, das ist natürlich super und dass das jetzt so honoriert wird, ist natürlich umso schöner und eine große Motivation für die Olympischen Spiele im nächsten Jahr.“

Rundum happy zeigt sich auch Dadic selbst. In einem Jahr, die ganz im Zeichen der Pandemie gestanden ist, hat sie selbst eine Corona-Infektion überstanden. „Ich war ja schon zweimal Zweite und bin froh, dass es mir jetzt gelungen ist, Sportlerin des Jahres zu werden“, sagte die gebürtige Oberösterreicherin. „Wenn man so in die Runde schaut, sieht man, dass auch heuer von vielen ganz spezielle Leistungen erbracht wurden. Dieser Auszeichnung ist eine besondere Motivation für mich für die kommende Saison mit den Olympischen Spielen als absoluten Höhepunkt.“

„Bin richtig stolz auf mich“

Zwei Siebenkämpfe hat Ivona Dadic in der coronabedingten kurzen Freiluftsaison absolviert, beide Male hat die Oberösterreicherin herausragend performt. Am 23. Juli stellt Dadic in Amstetten mit 6.235 Punkten einen inoffiziellen Weltrekord im Stunden-Siebenkampf auf. Für die Statistik wertvoller war die Jahresweltbestleistung der Athletin von Union St. Pölten bei den Staatsmeisterschaften in Götzis am letzten Augustwochenende mit 6.419 Punkten. Aufgrund der kühlen und regnerischen Bedingungen und der fehlenden Konkurrenz war es ein enorm starker Auftritt. „Bei diesen Bedingungen solche Leistungen abzuliefern, da bin ich richtig stolz auf mich“, strahlt Ivi. Ein Antreten beim Diamond-League-Meeting im September in Brüssel verhinderte ein positiver Coronatest.

Seit 2011 mischt Dadic in den jeweiligen Altersklassen in der Weltspitze mit. Im Mai 2012 stellte sie in Götzis erstmals einen ÖLV-Rekord auf und verbesserte diesen seitdem je zweimal 2015 und 2016 sowie je einmal 2017 und 2018 auf 6.552 Punkte. Im Juni 2019 nahm ihr Disziplinkollegin Verena Preiner diesen in Ratingen jedoch ab (6.591). Für die Oktober-WM in Katar war ein hochklassiges Duell der beiden um die heimische Vormachtstellung erwartet worden, allerdings war der Bewerb für Dadic bereits in der Auftaktdisziplin Hürdensprint zu Ende - sie hatte eine Zerrung im linken Oberschenkel erlitten. Bitter für die St. Pöltnerin! Preiner gewann die Bronzemedaille.

2016 sorgte Dadic mit EM-Bronze im Siebenkampf in Amsterdam für eine Sternstunde in der Österreichischen Leichtathletik. 2017 wurde sie WM-Sechste in London, 2018 gewann sie Silber bei der Hallen-WM (Fünfkampf) in Birmingham und wurde Vierte bei der Freiluft-EM in Berlin. Auch 2019 schrammte die 1,79 m große Welserin als Vierte bei der Hallen-EM in Glasgow knapp am Podest vorbei.

Einen Rückblick auf weitere sportliche Höhepunkte des Jahres 2020 findet ihr in der NÖN-Printausgabe und im ePaper vom 30. Dezember 2020.