Dadic und Schrott Top in Form für Doha. Ivona Dadic und Beate Schrott liefern beim stark besetzten Messe-Meeting in Ried eine gelungene Weltmeisterschafts-Generalprobe ab.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 17. September 2019 (01:01)
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Beate Schrott befindet sich in WM-Form, muss aber weiter auf die Einladung vom Weltverband warten.

Das 13. Messe-Ried-Meeting nutzten am Freitag zahlreiche in- und ausländische Topathleten als letzte Formüberprüfung für die WM in Katar (29. September bis 6. Oktober). Für die österreichischen Topathletinnen Ivona Dadic und Beate Schrott war es ebenfalls der letzte, gelungene Wettkampf vor dem Abflug nach Doha.

Die bereits längere Zeit fix qualifizierte Siebenkämpferin Dadic startete in Ried über 100-m-Hürden und im Weitsprung, bei dem sie von ihrem Startrainer, dem Vierfach-Weltmeister und Olympiasieger Dwight Phillips (USA) gecoacht wurde. Im Hürden-Vorlauf nutzte die Athletin der Union St. Pölten die guten Bedingungen (1,1 m/s Rückenwind) für einen perfekten Lauf zu einer neuen persönlichen Bestleistung (13,36 Sekunden). Damit konnte Dadic ihren Hausrekord um nicht weniger als zwei Zehntelsekunden steigern.

„Heute habe ich mir selber gezeigt, dass ich nicht so ungeduldig sein darf und mir einfach die Zeit geben muss, in Form zu kommen. Ich will oft zu früh in der Saison zu viel, aber wenn ich dann in Form bin, kommen die Zeiten über die Hürden von selbst“, konstatierte sie.

Aber auch im Weitsprung klappte es unter den wachsamen Augen von Phillips sehr gut. Mit 6,41 Metern wurde Dadic in einem starken internationalen Feld Dritte und sprang bis auf acht Zentimeter an ihren Hausrekord heran.

Schrott muss weiter um WM-Start bangen

Immer noch nicht fix qualifiziert für die WM ist Hürdensprinterin Beate Schrott. Die 30-Jährige wartet nach ihrem Lauf auf 13,10 Sekunden letzte Woche in St. Pölten noch immer auf eine Einladung des Weltverbandes. In Ried unterstrich Schrott ihre tolle WM-Form mit 13,03 Sekunden im 100-m-Hürdenlauf, was eine Verbesserung des Stadionrekords bedeutete. Im Finale ließ die Maria Anzbacherin dann bei ihrem Sieg noch einmal gute 13,19 Sekunden folgen. Nun gilt es für Schrott auf die bereinigte Weltrangliste zu warten, um als beste nicht qualifizierte Athletinnen „nachzurutschen“.

„Die Zeit knapp an den 13 Sekunden ist für den Kopf sehr wichtig. Sie zeigt mir, dass ich vom WM-Limit von 12,98 Sekunden nicht weit weg war, auch wenn die Form leider etwas zu spät dafür kam. Der Modus mit den WM-Einladungen ist für uns Athleten aber eine Zumutung, besonders wenn die WM so spät im Jahr ist. Eine sinnvolle Saisonplanung ist so fast nicht möglich“, sagt Schrott.

Es besteht aber durchaus noch die historische Chance, dass die Union St. Pölten heuer erstmals mit zwei Athletinnen bei einer Weltmeisterschaft vertreten ist.