Lindner löst EM-Ticket am letzten Drücker. St. Pöltner Sprinterin hat sich noch für Torun qualifiziert. Auch Anzbachs Beate Schrott ist nochmals Champion.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 24. Februar 2021 (01:02)
Beate Schrott (r.) hat sich bei ihrem letzten Antreten in der Halle in Österreich nochmals den Staatsmeistertitel gesichert. Sie bezwang ihre jüngere Konkurrentin Kathrin Strametz heuer erstmals. Ihr Minimalvorsporung im Finale: eine hundertstel Sekunde!
ÖLV /Alfred Nevsimal

Beim Höhepunkt der heimischen Leichtathletik-Hallensaison, den Staatsmeisterschaften in Linz konnten die Leichtathletinnen der Union St. Pölten gleich fünf Staatsmeistertitel, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen holen. Allen voran gelang Sprinterin Magdalena Lindner über 60 Meter nicht nur der Staatsmeistertitel, sondern auch das Limit für die Hallen-Europameisterschaft.

Es hatte sich in den letzten Wochen bereits abgezeichnet, dass die 20-jährige USTP-Sprinterin das Limit von 7,40 Sekunden in den schnellen Beinen hat, in Linz war es dann soweit. Lindner blieb sowohl im Vorlauf (7,38), als auch bei ihrem Sieg im Finale (7,37) unter dem Limit.

„Ich bin megahappy hier mit meinem ersten Staatsmeistertitel auch gleich das EM-Limit geholt zu haben. Die beiden Läufe waren schon richtig, richtig gut“, freute sich die Neo-St.-Pöltnerin, die seit zwei Jahren der Trainingsgruppe von Philipp Unfried angehört.

Damit stellen Athletinnen der Union St. Pölten genau ein Drittel des neunköpfigen österreichischen Aufgebots für die Hallen-EM vom 3. bis 7. März in Torun (Polen), denn Beate Schrott und Ivona Dadic waren bereits vor den Staatsmeisterschaften qualifiziert. Beide konnten sich auch bei der letzten Formüberprüfung mit Gold schmücken.

Beim bislang wichtigsten 60-m-Hürden-Wettkampf dieser Saison konnte sich Schrott heuer erstmals gegen ihre junge Konkurrentin Karin Strametz durchsetzen. Beide zeigten sich gegenüber letzter Woche deutlich verbessert und präsentierten sich schon in guter EM-Form. Mit 8,17 Sekunden lag Schrott auf der Ziellinie nur um eine Hundertstel vor der Steirerin, die einen neuen Landesrekord aufstellte. „Ich bin sehr happy bei meinem letzten Hallen-Hürdenrennen in Österreich noch einmal so eine Zeit gezeigt zu haben“, zeigte sich die St. Pöltener Paradeathletin, die am Ende der Freiluftsaison ihre große Karriere beenden wird, schon jetzt ein wenig sentimental, aber auch voller Optimismus für die EM.

Titel im Weitsprung und Kugelstoßen für Dadic

Mehrkämpferin Ivona Dadic zeigte in Blickrichtung EM-Fünfkampf eine weitere Steigerung und holte jeweils mit Saisonbestleistungen die Staatsmeistertitel im Weitsprung (6,08 Meter) und im Kugelstoßen (14,54 Meter). Auch mit dem dritten Rang über 60-m-Hürden (8,53) lief Dadic ihre beste Saisonzeit.

„Wir haben in den letzten Wochen intensiv an meiner Kugel-Technik gearbeitet, das ist heute mit einer starken Serie an Stößen schon ganz gut gelungen. Das gibt mir auch in diesem Bewerb jetzt Selbstvertrauen für Torun, wie auch die Steigerung im Hürdenlauf, wo ich bisher heuer doch einige Probleme hatte“, weiß Dadic, dass sie in Torun zu den Topfavoritinnen auf eine EM-Medaille zählt.

Für den fünften Titelgewinn der Union St. Pölten sorgte mit Carina Schrempf die verlässlichste Titelsammlerin der letzten Jahre. Die 25-jährige Mittelstreckenläuferin siegte über 800 Meter in einem taktischen Rennen in souveräner Manier (2:11, 94 Minuten). „Ich bin mitten im Aufbautraining für die Freiluftsaison, daher freut mich dieser Staatsmeistertitel besonders“, meinte Österreichs schnellte 800-Meter-Läuferin.

Für eine erfreuliche Silbermedaille sorgte Duathlon-Vizeweltmeisterin Sandrina Illes über 3000 Meter. In 9:35,14 Minuten musste sich die Union-Athletin nur knapp der Wienerin Julia Mayer geschlagen geben. Über die 1500-Meter hielt Illes bis zur Schlussrunde das Tempo an der Spitze hoch, musste sich am Ende jedoch mit dem fünften Rang begnügen.

Eine starke Darbietung lieferte auch Lena Pressler über 400 Meter ab. Die 400-m-Hürden-Staatsmeisterin sprintete in neuer persönlicher Bestleistung von 55,23 Sekunden aufs Stockerl und wurde Dritte.