Schrotts Aufschrei zeigte Wirkung. Union-Athletin wurde vom internationalen Verband zunächst nicht zur WM eingeladen. Nach Protesten gab‘s Kehrtwende.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 24. September 2019 (02:42)
APA
Nach einigem Hin und Her dard Beate Schrott doch zur WM.

Beate Schrott stand zu Beginn der letzten Woche unter Schock. Der Weltverband IAAF hatte mit der Veröffentlichung der „Entry-Lists“ den Nenn- und Einladungsprozess für die ab 27. September in Doha stattfindende Leichtathletik-WM eigentlich abgeschlossen und St. Pöltens bekannteste Leichtathletin stand nicht auf der Liste. Dabei verpasste die Hürdenläuferin von der Union St. Pölten, die 2012 mit dem Einzug ins Olympiafinale ihr Karrierehighlight hatte, das Limit nur hauchdünn.

Schrott polterte: „Das scheint ja noch willkürlicher zu sein, als ich gedacht habe. Ich arbeite seit zwei Jahren darauf hin, wieder bei einer WM dabei zu sein und hätte gerne eine faire Chance gehabt. Das ist aber nicht der Fall, da die IAAF ihre eigenen Kriterien nicht erfüllt. Es ärgert mich total, so von etwas Ungewissem abhängig zu sein, ich bin momentan sehr wütend!“

Dabei hatte der österreichische Leichtathletikverband (ÖLV) die IAAF mehrfach informiert, dass Schrott einen verfügbaren Startplatz in Doha gerne annehmen würde.

„Athleten arbeiten so hart für solche Großereignisse, aber durch diese Ignoranz werden Träume und Hoffnungen zerstört und die Leistungen ignoriert, das finde ich einfach respektlos und es macht mich unendlich traurig. Ich denk mir aber, dass es für irgendwas gut sein muss, und wenn ich dadurch nur noch motivierter in den nächsten Aufbau gehe. Da geht es dann um die Olympischen Spiele und die EM, und da will ich dabei sein“, meinte Schrott weiter.

Der ÖLV protestierte wie viele andere Verbände, deren Athleten ebenso keine Berücksichtigung gefunden hatten, scharf und letztlich auch erfolgreich.

Entwarnung am Freitag: Schrott ist doch dabei!

Am Freitag informierte die IAAF die weltweit betroffenen Fachverbände, dass die Starterfelder in allen Bewerben doch auf die geplanten Teilnehmerzahlen aufgefüllt werden. Unter den „Wildcards“ befinden sich auch jene für Schrott sowie Österreichs Speerwurfstaatsmeisterin Victoria Hudson (SVS LA).

ÖLV-Sportdirektor Gregor Högler gab sich erleichtert: „Ich freue mich sehr für die Athletinnen, auch wenn ihre Vorbereitung auf die WM durch die Turbulenzen alles andere als optimal verlaufen ist. Es ist aber erstaunlich, dass man durch lautstarke Proteste doch etwas bewirken konnte und die IAAF ihren Fehler eingesehen hat.“