St. Pöltner Union-Neuzugang macht richtig „Sinn“. Nico Sinn war im Vorjahr bei der EM über 3000-m-Hindernis am Start. Erst im Winter wechselte er zur Union St. Pölten.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 15. Juli 2020 (02:58)
Nico Sinn nutzte die für Langstreckenläufer idealen Bedingungen für eine persönliche Bestzeit.
ÖLV

Regen und Kälte waren die ständigen Begleiter für die Athleten bei der Mid Summer Track Night, die im Wiener Leichtathletikzentrum von der DSG Wien als dritte von fünf Stationen der Austrian-Top-Meeting-Serie ausgerichtet wurde. Zumindest ein St. Pöltner Athlet freute sich darüber: EM-Teilnehmer Nico Sinn nutzte die nur für Langstreckenläufer idealen Verhältnisse für eine neue persönliche Bestleistung (13:58,62 Minuten).

Der erste Kilometer wurde in 2:42 Minuten absolviert, nach drei Kilometern lautete die Durchgangszeit 8:12. Genau zu diesem Zeitpunkt schied der letzte Tempomacher aus und Österreichs bester Langstreckenläufer Andreas Vojta (team2012.at) übernahm selber die Tempoarbeit.

Nur der deutsche 3.000-m-Hallenmeister Max Thorwirth konnte dem Niederösterreicher folgen und sich dann sogar in 13:34,82 (ebenfalls pB) durchsetzen. Vojta folgte in 13:36,95 und verbesserte seine bisherige Bestleistung um mehr als eine Sekunde. Ebenfalls stark lief der Purkersdorfer Marathonläufer Timon Theuer vom Veranstalterklub DSG Wien. Er kam auf der für ihn ungewohnten Distanz auf 14:13,32.

Dadic mit gutem Debüt im Weitsprung

Mehrkämpferin Ivona Dadic hat sich nach erfolgreichen Auftritten bei den bisherigen Meetings erstmals heuer im Weitsprung sowie über die 100-m-Hürden versucht. Vor allem die Weitsprungleistung lässt sie zuversichtlich auf den weiteren Verlauf der Saison blicken. 6,11 Meter bei kühlem Regenwetter mit einer Reihe von sehr weiten übertretenen Sprüngen bedeuten den bestimmt besten Saisonbeginn in dieser Disziplin.

„Ich bin mit dem Weitsprung nicht ganz zufrieden, aber auch nicht ganz unzufrieden. Technisch war es eigentlich ganz okay für den ersten Wettkampf, aber ich hatte dann mit dem Anlauf ein paar Probleme. Das tut mir insofern leid, weil ich trotz des schlechten Wetters heute gemerkt habe, dass ich sehr weit springen kann.“

Die Athletin der SU St. Pölten siegte vor Mehrkampfkollegin Sarah Lagger (5,67) und Favoritin Yarianny Argüelles aus Portugal, die nur auf 5,59 kam.

Den Hürdensprint bewältigte Dadic in der neuen Saisonbestleistung von 13,81(0,8) steigern konnte und war zufrieden: „Vor allem die erste Rennhälfte war sehr gut, da war ich an den schnellen Spezialistinnen sehr knapp dran. Das klappt auch im Training unglaublich gut. Hinten raus wird der Rhythmus dann ohnehin von Rennen zu Rennen besser – der Weg stimmt absolut.“

Nach dem Meeting in Wien steht jetzt noch ein kurzer Trainingsbock am Programm, ehe am 23. Juli, genau ein Jahr vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Tokyo, ein 1-Stunden-Siebenkampf geplant ist. „Ich freue mich sehr auf diesen Event, der für mich weit mehrals nur ein Show-Wettkampf ist. Ich möchte wirklich gute Leistungen abliefern und sehen, was in einer Stunde möglich ist.“ Außerdem ist es nur einer von zwei Siebenkämpfen, die Dadic heuer bestreiten wird!

Nach den tollen Zeiten in Eisenstadt, als Beate Schrott (Union St. Pölten) 13,13 lief, waren solche Ergebnisse im Regen von Wien natürlich nicht drinnen. Bei nur 15 Grad kam die Olympiafinalistin im Finale auf 13,48 und Rang zwei. Im Vorlauf hatte sie eine Zeit von 13,47 erzielt. Der Sieg ging an Favoritin Stanislava Skvarkova (SVK), die nach 13,42 ins Ziel kam.

„Vor allem der Regen hat mich heute sehr gestört, es waren einfach nicht gute Bedingungen für uns. Aber das ist bei einem Freiluftsport nun einmal so. Mit dem Finale bin ich eigentlich zufriedener, der Lauf hat sich aktiver angefühlt als der Vorlauf, da war ich doch etwas zu passiv“, meinte sie.

Die 100 Meter der Männer konnte Chukwuma Nnamdi (ULC Riverside Mödling) in 10,84 für sich entscheiden, knapp gefolgt von Daiyehan Nichols-Bardi (10,95). Das St. Pöltner Toptalent setzte sich im Kampf um Silber um eine Hundertstel gegen gegen „Hausherr“ Andreas Unger durch.

Sandrina Illes (USP) musste sich über 3000 Meter im Sprint geschlagen geben.
ÖLV, Nevismal

Und im 3.000-m-Lauf der Frauen war bis zum Zielsprint eine Dreiergruppe beisammen, erst auf den letzten Metern konnte sich Lokalmatadorin Julia Mayer in 9:42,56 durchsetzen, nur 12 Hundertstel dahinter kam Duathlon-Weltmeisterin Sandrina Illes (Union St. Pölten) ins Ziel.

Pressler läuft über 100 Meter aufs Stockerl

Über ungewohnte Distanzen kam die 400-m-Hürden-Spezialistin Lena Pressler zum Einsatz. Da ihr Lieblingfsbewerb nicht am Programm stand, versuchte sie sich über die beiden kurzen Sprintdistanzen flach.

Die Kürzere der beiden Strecken bewältigte sie in 12,25 Sekunden, was immerhin Rang drei ergeben sollte. Und auf der 200-m-Strecke verbesserte die für die Union St. Pölten startende St. Veiterin im Regen sogar ihre Saisonbestleistung — 24,81 bedeuteten am Ende Rang fünf..