Topzeit! Beate Schrott mit bestem Saisonstart. Aber alle Athleten der Sportunion St. Pölten setzen sich letzte Woche gleich an drei Schauplätzen toll in Szene.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 08. Juli 2020 (02:44)
Beate Schrott lief bei ihrem ersten Saisonrennen über ihre Paradedistanz 100 Meter Hürden nie schneller als in Eisenstadt.
APA

Nach dem gelungenen Auftakt mit dem Hippolyt-Athletics Meeting nahm die Saison für die St. Pöltner Asse in der letzten Schulwoche nun so richtig Fahrt auf. An gleich drei Schauplätzen konnten die Leichtathletinnen und -Athleten der Union St. Pölten für tolle Leistungen sorgen.

Nichols-Bardi in Eisenstadt sensationell

Auf der erst im letzten Jahr neu errichteten LA-Anlage in Eisenstadt fand erstmals in der Geschichte der Austrian Top Meeting Serie eine Veranstaltung im Burgenland statt. Die perfekten Bedingungen auf der schnellen, blauen Eisenstädter Bahn nutzte vor allem St. Pöltens Topsprinter Daiyehan Nichols-Bardi.

Der 18-jährige U-18-Rekordhalter Österreichs verbesserte im A-Finale seinen persönlichen Hausrekord auf sensationelle 10,68 Sekunden. Der aktuell U-20-Athlet belegte in einem starken Feld den zweiten Platz hinter dem slowakischen Hallen-Europameister Jan Volko (10,25).

Über 100 Meter der Frauen waren mit Magdalena Lindner und Isabelle Edlinger zwei schnelle St. Pöltner Sprinterinnen am Start. Lindner qualifizierte sich mit der Saisonbestleistung von 11,95 Sekunden für das A-Finale und belegte dort in 11,99 den guten vierten Rang. U-20-Athletin Edlinger sprintete mit neuem Hausrekord von 12,56 ins B-Finale und wurde dort mit 12,65 Fünfte.

Bei 100-m-Hürdendebüt lief Schrott nie schneller

Nach dem gelungenen Auftakt über 60 Meter Hürden in St. Pölten startete Olympiafinalistin Beate Schrott in Eisenstadt erstmals in dieser Saison über 100 Meter Hürden. Mit der Topzeit von 13,13 Sekunden im Vorlauf gelang Schrott der schnellste Saisoneinstieg ihrer langen und erfolgreichen Karriere.

Im A-Finale kam die Anzbacher Ausnahmeathletin dann in 13,20 auf den dritten Rang und musste sich dabei nur der starken Konkurrenz aus dem Ausland geschlagen geben. Die ungarische Siegerin Luca Kozak sprintete in der Weltklassezeit von 12,96 zum Sieg. „Ich bin extrem zufrieden, so einzusteigen ist natürlich perfekt. Dieser Zeit bin ich in den letzten Jahren immer lange nachgelaufen“, freute sich Schrott über einen perfekten Saisoneinstieg über ihre Paradedistanz.

Siebenkämpferin Ivona Dadic testete als Vorbereitung auf den Stunden-Siebenkampf Ende Juli in Amstetten gleich in drei Disziplinen ihre Form. Die Hallen-Vizeweltmeisterin von der Union St. Pölten sprintete im 100 Meter Hürdenvorlauf auf zufriedenstellende 13,86, sprang danach starke 1,82 Meter hoch und rundete einen intensiven Arbeitstag mit soliden 44,96 Metern im Speerwurf ab.

„Mit den Hürden bin ich schon ganz zufrieden, der Hochsprung war bei dem kalten Wetter mega. Beim Speerwurf hatte ich leider keine Zeit zum Einwerfen, das war sehr stressig, ich bin nie richtig in den Wettkampf gekommen und habe die Würfe nicht richtig getroffen“, analysierte Dadic ihren persönlichen Dreikampf.

Als letzte St. Pöltner Topathletin war in Eisenstadt nach 21 Uhr bei dann schon kaltem und windigem Wetter Lena Pressler über 400 Meter Hürden am Start. Die SLZ-Maturantin wusste aber auch bei den ungünstigen Bedingungen mit 60,93 Sekunden und dem zweiten Rang hinter der Ungarin Agata Zupin zu überzeugen.

Auch in Waidhofen und Knittelfeld überzeugend

Beim stark besetzten Lauf-Abendmeeting am Freitag in Waidhofen/Ybbs konnte St. Pöltens Lauf-Aushängeschild Kevin Wallner über 3000 Meter überzeugen.

Mit der neuen persönlichen Bestleistung von 8:49,82 Minuten belegte Wallner den vierten Rang. Trainingskollege Simon Gumpinger startete über 1000 Meter und lief nach 2:45,26 Minuten ins Ziel. Bei den Damen kam U-18-Athletin Sonja Inzinger über 3000 Meter in 11:12,79 auf den vierten Rang, Magdalena Taudes wurde in 11:48 Siebente.

Bei den steirischen Meisterschaften im Hammerwurf in Knittelfeld gingen die Nachwuchswerfer Kilian Moser, Florian Hamerschmidt und Marvin Klammer außer Konkurrenz an den Start. Hamerschmidt, der momentan stärkste U-16-Werfer Österreichs, konnte dabei den 4-kg-Hammer mit 52,21 Meter auf einen neuen Hausrekord schleudern.

U-18-Athlet Kilian Moser, der erst letzte Woche mit dem 5-kg-Gerät erstmals über 60 Meter gekommen war, probierte sich erstmals mit am 7-kg-Hammer und kam dabei auf starke 43,73 Meter. Der dritte im Bunde, Marvin Klammer, schleuderte den U-20-Hammer auf gute 47,99 Meter.