Polinnen gaben bei Fliegerhorst Grand-Prix Tempo vor. Bei der Premiere zur NÖ Sportland women‘s tour in Markersdorf dominierten die Ausländerinnen.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 16. April 2019 (01:31)
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NÖ Landesmeisterschaft. Sylvia Gehnböck (Mitte) siegte vor Conny Holland und Astrid Gassner.

Von Freitag bis Sonntag ging zum mittlerweile sechsten Mal der Grand-Prix Fliegerhorst presented by Raiffeisen in Markersdorf in Szene. Nach dem Motto „all MOST cycling“ drehte sich vor dem Parkplatz der Fußballarena wieder alles um den Radsport, egal ob Kinder, Hobby- oder Leistungssportler.

Ein Radfest für die ganze Familie sollte es nach Plan von Organisator Florian König werden. Den Fast-Wintereinbruch hatte er aber nicht einkalkuliert, sodass zumindest Zuschauer heuer Mangelware waren. Dabei hatte man nach dem Aufschwung im Vorjahr sich hier durchaus noch mehr erwarten dürfen. Denn das Programm war professionell aufgezogen. Und so ließen sich zumindest die Aktiven vom „Sauwetter“ die gute Stimmung nicht vermiesen.

Lokalmatadore zeigten ihr großes Talent

Los ging’s am Freitagabend mit einem Kriterium für U-17-, Junioren-, Master-, Amateur und ÖRV-Bikecard-Fahrer. Dabei konnte sich vor allem Lokalmatador Thomas Gruber aus Ober-Grafendorf hervorragend in Szene setzen. Der Fahrer von Velo Lounge belegte den siebenten Platz. „Das Tempo war von Anfang an sehr schnell, aber ich hielt beim 42 km/Schnitt über die 38 Kilometer auf den Betonplatten gut mit“, freute er sich.

Am Sonntag startete Gruber auch beim Rundstreckenrennen über 107 Kilometer und holte bei kaltem Wetter Rang 15. „Diese Bedingungen behagen mir eigentlich überhaupt nicht, deshalb bin ich zufrieden“, meinte er abgekämpft, nachdem er auf dem Rundkurs zehnmal den 12 Prozent steilen Sauberg in St. Margarethen bewältigt hatte.

Aufgeben hingegen musste bereits am Freitag Patrick Grasl, und der St. Pöltner erwägt sein Karriereende. „Ich bin gesundheitlich angeschlagen, und wenn es nicht rasch besser wird, verlege ich mich vielleicht ganz aufs coachen.“

Damit machte er schon am Wochenende einen ersten Anfang und fand sichtlich gefallen daran. So kümmerte er sich unter anderen um die Mädels vom Radrennteam Pielachtal bei deren ersten Etappe der „Sportland NÖ women’s tour“ für Elite-Frauen und Juniorinnen mit sensationell starker Beteiligung aus Polen und der Slowakei.

Nach einer sehr schnellen Auftaktetappe mit über 40 km/h Schnitt konnte sich Łucja Pietrzak vom MAT ATOM Deweloper Team vor ihrer Landskollegin Karolina Karasiewicz von Toruński Klub Kolarski Pacific Nestlé Fitness Cycling Team durchsetzen. Beste Österreicherin wurde die Pressbaumerin Sylvia Gehnböck als Dritte.

Für den Veranstalterklub Radrennteam Pielachtal verlief der Auftakt hingegen nicht ganz nach Wunsch. Melanie Brunhofer (48. Rang) war bereits in der ersten Runde in einen Massensturz verwickelt, beendete aber tapfer das Rennen. Lorraine Dettmer machte ihre Verkühlung zu schaffen, sie musste vorzeitig aufgeben. Elisa Götzinger (32.) kämpfte brav und Tina Berger-Schauer (17.) zeigte sich in den ersten Reihen.

Die Wilhelmsburger Lokalmatadorin Conny Holland (14.) und Hannah Streicher (16.) waren für das österreichische Juniorennationalteam unterwegs und die jüngsten RRT-Pielachtal-Mädels fuhren dabei ein super Rennen.

Und bereits am Samstag um 9.30 Uhr startet die zweite Etappe über 68 Kilometer. Die 4-km--Runde war noch bekannt aus dem Vorjahr. Aus Zeitgründen waren aber keine Masterfahrer mehr mit dabei.

Pietrzak war die überragende Fahrerin

Karolina Karasiewicz sorgte im Sprint für den zweiten polnischen Sieg, vor ihrer Landsfrau Łucja Pietrzak von MAT ATOM Deweloper Team. „Tina, Cornelia und Hannah wussten sich in dem internationalen Feld erneut gut in Szene zu setzen“, lobte Florian König seine junge Truppe. Alle drei Mädels gingen auch zuversichtlich in die Schlussetappe am Sonntagmorgen.

Das Straßenrennen mit einer Runde von 10,4 Kilometer und dem Sauberg gab den Rennen eine neue Bedeutung. Und vor allem für die Mountainbikerin Holland war es eine Herausforderung, ein so langes Rennen erstmals voll am Anschlag durchzufahren. Und sie schaffte es bravourös.

„Ich habe praktisch bis zum letzten Kilometer voll mit der Spitze mitgehalten, erst dann ist mir ein Krampf ins Bein gefahren“, war sie aber voll zufrieden, auch wenn sie beim Zielsprint diesmal noch passen musste.

Als dreizehnte und dritttbeste Österreicherin im Gesamtklassement der Tour hinter Gehnböck, die sich in der Endabrechnung am dritten Platz wiederfand, konnte Holland mehr als zufrieden sein. Den Sieg hatte sich auch am letzten Tag Pietrzak gesichert, die damit auch das Gelbe Trikot überstreifen durfte — und zum Drüberstreuen auch gleich noch das Rote der besten Sprinterin.