Aufbruch im Turnen. Zwei hauptamtliche Trainer wurden eingestellt. Das Leistungszentrum für Kunstturnen in NÖ ist jetzt ÖFT-zertifiziert.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 24. September 2019 (00:42)
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Der Präsident der Sportunion St. Pölten Karl Preiss, NÖFT-Präsident Gerhard Beitl, Guido Zelaya, Landesrätin Petra Bohuslav, Szimonetta Lehota, Martina Weinberger, Sportzentrum-NÖ-Geschäftsführer Franz Stocher, Bruno Baccolini (Union St Pölten), Selina Kickinger (Union Böheimkirchen, Nationalteam), Miriam Markovic (Union St. Andrä-Wördern) und Jeremy Balazs (Union Traiskirchen).

Der NÖ Turnverband ist seit vielen Jahren Partner des NÖ SLZ St. Pölten und betreibt ein Leistungsmodell für Turnsportarten. Durch die Besonderheit beim Kunstturnen, frühzeitig in leistungsorientiertes Training einsteigen zu müssen und eine qualitätshohe Ausbildung bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren zu beginnen, engagierte sich NÖ Turn-Präsident Gerhard Beitl seit Jahren für den Aufbau eines Leistungszentrums in St. Pölten. So wurden Rahmenbedingungen erhoben und mit Hilfe insbesondere von Sportland NÖ als starkem Partner Schritt für Schritt die erforderlichen Bausteine gesetzt.

Eine Kooperation mit der Sportunion St. Pölten hat es ermöglicht, regelmäßig stattfindende Einstiegseinheiten in das Kunstturnen anzubieten und auf hohem Qualitätsniveau zu führen.

Das Leistungszentrum steht für alle NÖ Vereinsmitglieder mit entsprechendem Leistungsniveau offen. „Aktuell entsenden vier der insgesamt sieben NÖ Kunstturnvereine Athleten ins LZ-Training“, weiß Martina Weinberger, Koordinatorin und Mastermind.

Der Baustein Sportinfrastruktur konnte nur mit dem Sportzentrum NÖ und dessen Geschäftsführer Franz Stocher entwickelt werden, steht doch aktuell die einzige vollständig eingerichtete Kunstturnhalle (fix aufgestellte Originalgeräte der olympischen Disziplinen und zahlreiche Hilfsgeräte) in seinem Wirkungsbereich.

Zuletzt wurde durch das Sportland NÖ noch ermöglicht, zwei hauptamtliche Trainerstellen zu etablieren. Im Kunstturnen weiblich besetzt diese mit Szimonetta Lehota (28) eine ehemalige ungarische Eliteturnerin, Doppelakademikerin und Choreografin, die bereits seit einigen Jahren ehrenamtlich an der Seite von Agnes Hodi als Trainerin in NÖ wirkte. Für das Kunstturnen männlich konnte nach internationaler Ausschreibung Guido Zelaya (48) als Cheftrainer gewonnen werden. Der Argentinier verfügt über die höchste internationale Trainerlizenz.

„Ich bin stolz darauf, diesen ersten Meilenstein erreicht zu haben. Kontinuität vorausgesetzt, können wir jetzt zuverlässig zukünftige Spitzensportler ausbilden“, weist Weinberger jedoch darauf hin, dass ein ganzes Team sich um das Vorankommen der aktuell 32 Athleten zwischen sechs und 18 Jahren bemüht.

Das internationale Trainerteam des LZ besteht noch aus den langjährigen Stützen Agnes Hodi (Ausbildungsleiterin WAG BORGL) und Christoph Schlager (Nachwuchstrainer), sowie Urgestein Tamara Lukoyanova, Sergiy Flakin, Yulija Bijolenko-Bauer (Ballett) und Laurentiu Ioan Nistor.

Durch die Erfüllung der Vielzahl an Kriterien erhielt das LLZT, das nun als „White Wolves“ auftritt, vom österreichischen Fachverband für Turnen das Zertifikat zum ÖFT-Landesleistungszentrum, dem Sportlandesrätin Petra Bohuslav am Dienstag einen Besuch abstattete. Während sie die beiden neuen Trainer am Standort begrüßte, ließ sie sich vom Können der jungen Athleten beeindrucken.