Tausender-Schallmauer bei den Teilnehmern gefallen. Bei Traumwetter gewann den 5-km-Lauf der Afrikaner Demse. Füsselberger als erste Frau beim Citylauf unter 18 Minuten.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 17. Oktober 2017 (01:09)
NOEN, Claus Stumpfer
Werner Blum (l.) und Gottfried Lammerhuber (r.) mit den Schnellsten des „Ford Blum 5ers“ Alex Demse, Kevin Wallner und Andreas „Billy“ Stöckl.

Die siebente Auflage des NV Citylaufs am St. Pöltner Rathausplatz brachte bei Kaiserwetter ein neues Rekordergebnis. Erstmals konnten Cheforganisator Gottfried Lammerhuber und sein Team von der Sportunion St. Pölten Leichtathletik über tausend Läufer begrüßen — exakt 1089!

Rekordteilnehmerfeld am Rathausplatz in St. Pölten

„Vor drei Jahren hatten wir schon über 900, aber heuer geht der Rathausplatz fast über“, strahlte Lammerhuber. Denn durch die stark besuchten Kinderläufe sorgten mehr als 1500 Zuschauer für unvergleichliche Stimmung.

„Zudem wurden sowohl beim Kinder- als auch den Schüler- und Jugendläufen großartige Leistungen gezeigt“, sah der Leichtathletikobmann etliche neue Talente, auch wenn sich ganz vorn großteils bereits bekannte Gesichter tummelten.

Die Schulwertung der Volkschulen sicherten sich ex aequo die beiden Grillparzer Volkschulen, auf Platz drei folgte Mary Ward. Bei den Gymnasien und Mittelschulen brachten das BG/BRG Josefstraße, das Mary Ward Gym und die beiden Sportmittelschulen die meisten Schüler.

„Der Start von mehr als 700 Schülern bei einer Laufveranstaltung am Wochenende ist sicher einzigartig in Österreich“, war auch Union-Nachwuchskoordinatorin Christine Hauer begeistert.

Afrikaner war noch zu stark für Kevin Wallner

Highlight des Laufabends war dann aber der 5-km-Lauf. Zuletzt hatte sich der Gölsentaler Kevin Wallner in die Favoritenrolle gebracht. „Von den Volksläufern zeigte er die beste Form“, hatte ihn auch Lammerhuber am Zettel. Doch letzte Woche meldete sich noch der seit vier Jahren in Wels (OÖ) lebende Afrikaner Alex Demse bei ihm und gab seine Meldung ab. „Ich kenne ihn gut und mir war klar, dass damit eine Topzeit möglich wird“, freute sich Lammerhuber.

Wallner nahm den Kampf mit Demse auf, lief die erste Runde an der Spitze. Doch dann legte Demse einen Zwischenspurt ein und riss eine nicht mehr zu schließende Lücke auf. „Er war einfach zu stark für mich“, musste Wallner gratulieren. Mit seiner Zeit war er zufrieden, „obwohl ich vielleicht etwas zu schnell angegangen bin.“

Demse wiederum musste für den Sieg nicht an seine Leistungsgrenze gehen. „Aber ich bin auch nicht mehr ganz in der Form, die ich vor drei Jahren hatte, als ich regelmäßig 15er-Zeiten über die fünf Kilometer gelaufen bin“, bekannte der 27-Jährige.

Eine Sekunde unter seiner Traumzeit von 17 Minuten kam der Wilhelmsburger Andi „Billy“ Stöckl als Dritter ins Ziel. Der schnellste Dachdecker des Landes, seit Sommer 50 Jahre alt, gewann die M-50-Klasse überlegen.

Starkes Ausrufezeichen von Franziska Füsselberger

„Mit einem dicken Ausrufezeichen“ ist für Lammerhuber aber vor allem die Zeit der Siegerin Franziska Füsselberger zu betrachten. „17:57 Minuten sind auf alle Fälle eine nationale Spitzenzeit!“ Ganz stark war hier auf Platz drei auch die erst 15-jährige Anna Blümel, die mit 20:48 eine Talentprobe abgelegt hat.

Der 10-km-Lauf, erstmals auf einer AIMS vermessenen Runde, hatte nicht ganz die Klasse und auch nicht die Teilnehmerzahl. Gewonnen haben Christoph Schulz-Stranitzky und Sabine Pointner.

Lammerhuber zeigte sich rundum zufrieden: „Wir sind überwältigt und freuen uns riesig über den großen Zuspruch der Läufer. Der NV-Citylauf ist Klassiker und modernes Event in einem!“