Brandstetter: „Jeder Kilometer ein Triumph für sich“. Weil der Wien-Marathon ins Wasser gefallen ist, hat sich Christoph Brandstetter auf eine ziemlich nasse Runde um den Haspelwald begeben.

Von Teresa Lobinger. Erstellt am 24. April 2020 (07:03)

Mit seiner eigens kreierten Startnummer M 30, sprich männlich und 30 Jahre, einem recht familiären Support-Team und einigen Fans ist Christoph Brandstetter seinen „OneManMarathon“ gelaufen. Die 42,195 Kilometer mit Start in Murstetten hat er in vier Stunden und zwei Minuten bewältigen können.

Nicht ganz zufrieden zeigt er sich, liegt seine persönliche Bestzeit doch bei drei Stunden und 40 Minuten. „Das Wetter war nicht optimal, von der Temperatur her schon, aber der immer wieder einsetzende starke Regen hat die Sache nicht leichter gemacht,“ erzählt er. Außerdem kamen bei seiner Runde um den Haspelwald einige Steigungen dazu, die’s beim Wien Marathon nicht gegeben hätte. Aber „normal kann ja jeder,“ lacht der trainierte Läufer.

Die Strecke führte Richtung Würmla, entlang der Großen Tulln bis Neulengbach und nach Raipoltenbach. „Das hauseigene Support-Team hat super Arbeit geleistet, Getränke, Power-Gels und Bananen hab ich auf Zuruf bekommen, so stellt man sich das Laufen in der Spitzengruppe eines großen Marathons vor,“ schmunzelt Christoph.

Bei Kilometer 23 dann die erste Herausforderung, der Anstieg nach Schönfeld war eher eine Bergwertung, da hatte auch Pacemaker, Papa Thomas Brandstetter, Schwierigkeiten, den Sohnemann als Tempomacher zu unterstützen. Nach dem höchsten Punkt der Strecke ging’s bergab, ein Flachstück bei Böheimkirchen, kämpfte sich Christoph Brandstetter dann wieder über einige Hügel.

„Bei Kilometer 37 hat die eiserne Faust zugeschlagen, die Füße wollten nicht mehr und jeder weitere Kilometer war ein Triumph für sich,“ gesteht er. Vor Gunnersdorf hat er dank einzelner Fans wie Tante Uschi Pfaffenbichler, Franz Datzinger oder Reinhold Hödl seine letzten Kräfte mobilisieren können.

Auch Oma Anna Brandstetter verfolgte den OneManMarathon ihres Enkels, allerdings auf Instagram. Was macht man, wenn man glaubt, es geht nicht mehr? „Schlicht und einfach stur durchbeißen,“ sagt Christoph. Obwohl er seine Energie-Speicher am Vorabend noch klassisch bei einer Nudel-Party aufgefüllt hat, sei bei jedem Läufer irgendwann dieser Punkt erreicht, „weil dann einfach alle Nährstoffe weg sind.“

Die Erleichterung war riesig bei ihm, die 42,195 Kilometer erfolgreich abgeschlossen zu haben, auch wenn’s nicht der Wien Marathon war: „Trotzdem definitiv sehr cool." Nach seinem Lauf um den Haspelwald waren eine heiße Dusche und Erholung auf der Couch angesagt. Denn bald ist der ambitionierte Läufer wieder auf den Beinen: „Da findet der Wings for Life Run von Redbull statt.“