Harald Hofko: „Noch professioneller werden“. Volleyball: USP-Sektionsleiter Harald Hofko blickt auf die erfolgreichste Saison der St. Pöltner Panthers zurück. Der verpasste Aufstieg in die höchste Spielkasse soll kommende Spielzeit nachgeholt werden.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 05. Mai 2021 (01:00)
Harald Hofko hat das Scheitern in den Relegationsspielen schon abgehakt.
USP, USP

Eigentlich war schon vor zwei Wochen die Saison vorbei, aber dann tat sich die Chance der beiden Relegationsmatches gegen Hartberg auf. Ihr habt 0:3 und 1:3 verloren. Hat sich die Erfahrung trotzdem gelohnt?
Harald Hofko:
Die Relegation kam wirklich überraschend für uns, obwohl sie zum Saisonstart das erklärte Ziel war. Im ersten Spiel beim 0:3 war es sehr knapp, auch wenn die Satzergebnisse anderes sagen und auch im Retourspiel waren unsere Burschen mit vollem Elan dabei. Der Ausfall von Stefan Maierhofer war aber nicht zu kompensieren, er hat massiv gefehlt.

Im zweiten Spiel stand es 1:1 nach Sätzen. Ihr hättet einen 3:1-Sieg benötigt. Aber die Hartberger haben jede Hoffnung im Keim erstickt …
Nach dem 1:1 glaubte noch jeder an die Chance und hat alles gegeben. Aber die Hartberger konnten in engen Situationen den nötigen „einen Schritt mehr“ zulegen. Das machte den Unterschied zwischen einer Mannschaft, die schon in der 1. Bundesliga spielt, und uns aus. Unseren Spielern kann man aber nichts vorwerfen – sie haben alles gegeben, es hat halt leider noch nicht ganz gereicht.

Wie bewrten Sie die Saison jetzt?
Der zweite Platz in der 2. Bundesliga ist die beste Platzierung in der USP-Geschichte! Eine tolle Saison, in der wir bei vielen 3:2-Siegen aber zu viele wichtige Punkte liegengelassen haben. Das wollen wir mit unserem Trainer Manuel Leitgeb kommende Saison abstellen.

Der zweite Platz in der 2. Bundesliga ist die beste Platzierung in der USP-Geschichte!

Wie sieht die Kaderplanung aus?
Zwei Abgänge sind fix. Bernhard Heinreichsberger will sich voll auf seine Aufgabe als neuer Obmann in Kilb konzentrieren. Damit fehlt er uns auch als Trainer bei den Damen. Aber es schaut gut aus, dass wir in der nächsten Saison einen erfahrenen Trainer haben werden. Nachdem man über ungelegte Eier aber nicht spricht, bitte ich noch um Geduld. Der zweite Abgänger ist Alex Wittmann. Aus beruflichen Gründen sind für ihn vier Trainings nicht mehr machbar, er wird aber dem Landesligateam von Robert Kirkovits erhalten bleiben. Kirkovics selbst steht nächste Saison nochmals in der Bundesliga Gewehr bei Fuß. Tobias Puchner wird zu VTR in Wien zurückkehren, er war ja nur für die Frühjahrssaison als Back-up bei uns. Auch bei ihm lässt sich sein Beruf in Wien und das Training in St. Pölten nicht vereinbaren.

Die Damen haben wegen Corona nun schon die zweite Saison in Folge praktisch „verloren“. Wie sieht es bei denen in Sachen Motivation aus?
Bei Herren und Damen bleiben die Ziele unverändert. Die Herren werden wieder um den Aufstieg kämpfen und bei den Damen wollen wir uns nicht nur in der 1. Landesliga beweisen, sondern möglichst vorn mitspielen. Jetzt heißt es aber für alle, über den Sommer am Beach gut zu trainieren, ein wenig durchzuatmen, um dann im Herbst mit vollem Elan in die neue Saison zu gehen.

Gibt es ausreichend Nachwuchs?
Auch Corona hat uns nicht aus der Bahn geworfen, die Talente wollen nur alle endlich spielen. Bei uns in St. Pölten ist die Challenge nicht fehlender Nachwuchs, sondern fehlende Hallen. Es ist schwierig, alle ohne Kunstgriffe unterzubringen.

Auch Corona hat uns nicht aus der Bahn geworfen, die Talente wollen nur alle endlich spielen

Gibt es Pläne für den Sommer?
Die Planung füras Beachvolleyball läuft auf Hochtouren. Es ist nicht einfach, alle Trainingsgruppen auf zwei Plätzen einzuteilen. Diverse Turniere auf unserem Beachplatz am Union-Gelände sind angedacht. Und für die Feldspieler wird bereits das Trainingslager Anfang September geplant. Es sind Unmengen an freiwilligen Stunden der USP-Familie, die das alles möglich machen. Es gäbe keinen Spielbetrieb, ohne die vielen unermüdlichen Helfer. Die Corona-Einschränkungen haben aber bei vielen Spuren hinterlassen. Berufliche Belastungen und die unsichere Corona-Situation führen uns Sportfunktionäre an die Grenzen. Wir hoffen alle, dass im Sommer Lockerungen der Vorgaben kommen. Alle Betreuer und Funktionäre wollen sich weiterentwickeln und in der internen Organisation professioneller werden.