Pressler holt Doppelgold. St. Veiter Sprinterin ist wie ihr St. Pöltner Teamkollege Kilian Moser bei den Werfern, der große Star der österreichischen Jugendmeisterschaften in Klagenfurt.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 09. September 2020 (01:55)
Staffelgold gab’s für die Union St. Pölten durch Moyo Bardi, Isabelle Edlinger, Lena Pressler und Magdalena Lindner (v. l.).
ÖLV

Bei den österreichischen Meisterschaften der Klassen U 23 und U 18 machte sich ein schlagkräftiges Team der Union St. Pölten auf den Weg ins schöne Klagenfurt. Auf der Leopold-Wagner-Sportanlage durften die Athletinnen und Athleten dann vier österreichische Meistertitel und sieben weitere Stockerlplätze bejubeln.

Über 400-m-Hürden seit Jahren ungeschlagen

Zu „Doppelmeistern“ kürten sich Lena Pressler (U 23) und Kilian Moser (U 18). Die SLZ-Maturantin Pressler wusste über ihre Paradedistanz 400-m-Hürden wieder einmal zu überzeugen und siegte souverän in 60,44 Sekunden. „Die ersten 200 Meter waren sehr gut und auch durch die zweite Kurve bin ich passabel durchgekommen. Da musste ich ziemlich Gas geben, weil die anderen noch knapp vor mir waren. Auf den letzten beiden Hürden war dann ales klar und die Luft etwas draußen, da ging nichts mehr“, freute sich die seit Jahren über diese Distanz in Österreich unbesiegte St. Veiterin über eine weitere Goldene.

Den zweiten Titel gab es für die 19-Jährige mit der Sprintstaffel der Damen. Auch hier untermauerten Isabelle Edlinger, Leni Lindner, Lena Pressler und Schlussläuferin und U-16-Toptalent Moyo Bardi die Ausnahmestellung der Union St. Pölten im Frauensprint. In starken 47,14 Sekunden verpasste das Quartett den ÖLV-U-23-Rekord nur um einige Hundertstel. Eine dritte Medaille, dieses Mal in Bronze, gab es für Pressler noch in neuer Bestleistung über 200 Meter.

In der U 18 sorgte Serienmeister Moser dafür, dass weitere zwei Goldmedaillen auf das Konto der Union St. Pölten gingen. Der 16-jährige Gymnasiast gewann sowohl den Hammer- (57,97 m) als auch den Diskuswurf (45,66 m) überlegen. Im Hammerwurf führte er sogar einen St. Pöltner Dreifacherfolg an, denn mit Florian Hamerschmidt (2.) und David Königshofer (3.) landeten zwei Trainingskollegen mit ihm am Stockerl. „Mit dem Hammer hätte ich mir schon etwas mehr Weite erwartet, aber weil die zwei Bewerbe so knapp hintereinander waren, wollte ich mir halt etwas für den Diskus aufheben. Das hat sich dann auch ausgezahlt“, zeigte sich Moser trotz seiner zwei Titel auch etwas selbstkritisch. Im U-23-Hammerwurf gab es eine Bronzemedaille durch Marvin Klammer.

Lindner sichert sich zwei Vizemeistertitel

Zweimal Vizemeisterin wurde Staffel-Goldgewinnerin Magdalena Lindner. In ihren letzten Läufen der Saison musste sich die derzeit schnellste St. Pöltnerin mit starken Zeiten über 100 und 200 Meter jeweils nur knapp der Oberösterreicherin Ina Huemer geschlagen geben.

Für die letzte Union-Medaille in Klagenfurt sorgte U-18-Hürdenläufer Julian Hagmann über 400-mHürden. Er überquerte nach knapp 62 Sekunden die Ziellinie und holte damit Bronze.

Starke Leistungen in der U 18 lieferten auch Moyo Bardi und Niklas Kainrath ab. Kainrath lief sowohl über 800 als auch über 1500 Meter zu persönlichen Bestleistungen und konnte sich damit in großen Teilnehmerfeldern unter den Top Ten platzieren. U-16-Athletin Moyo Bardi sprang im Weitsprung ins Finale und dort als Achte zu einem neuen Hausrekord von 5,33 Meter. Dieselbe Platzierung erreichte das große Union-Talent auch über 100 Meter. Mittelstreckenläuferin Sonja Inzinger lief über 1.500 und 3.000 Meter ebenfalls zweimal unter die besten Zehn.

Neben den erfolgreichen St. Pöltner Medaillengewinnern gab es aber auch zwei Union-Pechvögel zu beklagen. Felix Bernauer stürzte in der U-18-Klasse auf seinem Weg zu einer 400-m-Hürden-Medaille über die fünfte Hürde und zog sich einen Bruch des Radiusköpfchens zu. Stehlik-Schützling Daiyehan Nichols-Bardi, Topfavorit über 100 Meter in der U 23, zog sich im Vorlauf eine Zerrung im Oberschenkel zu und musste seine erfolgreiche Saison früher als geplant beenden.