Endlich wieder ein Weltcup in St. Pölten. Einige der weltbesten Teams gastierten am Samstag in der Prandtauerhalle. Die Schlachtner-Brüder spielten toll mit.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 05. September 2017 (01:42)
Das hochklassige Finale ging an das Team Deutschland.
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Am Samstag fand in der St. Pöltner Prandtauerhalle nach etlichen Jahren Pause endlich wieder ein Durchgang des Radball-Weltcups statt. Zehn Teams aus sieben Nationen traten zum Wettkampf an, darunter die „Exoten“ aus Hongkong, für die es gegen die europäischen Spitzenteams aber noch nichts zu gewinnen gab.

„Trotzdem sind sie gleich Publikumslieblinge in der Halle geworden“, freut sich Organisator Gustav Schlachtner vom Arbö semket St. Pölten. Für eine sensationelle Stimmung sorgten aber vor allem die vielen mitgereisten Fans der Vorarlberger Teams.

Lokalmatadore gingen mit Wildcard an den Start

Die Lokalmatadore Manuel und Michael Schlachtner durften nur mit einer Wildcard starten. „Da wir nicht zu den Top-3 in Österreichs zählen, sind wir sonst im Weltcup nicht startberechtigt“, erklärt Manuel. Die Leistung der beiden war dann aber sehr gut. So konnten sie das junge ungarische Team 8:2 besiegen und auch mit dem dreifachen Ex-Weltmeister Svitavka hielt man sensationell gut mit, unterlag unglücklich 2:3. „Ich hatte vor dem 2:3 noch die Chance zur Führung ausgelassen“, ärgert sich Manuel.

Ebenfalls ein 2:3 setzte es gegen die Franzosen aus Dorlisheim, wobei das Match an Dramatik kaum zu überbieten war. Lange Zeit 0:2 zurück, gelang erst 1:20 Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer und unmittelbar darauf das 2:2. Manuel war erst kurz vorher in die Offensive gewechselt, nachdem Bruder Michi schon Konditionsprobleme hatte. Das „Alles oder Nichts“-Spiel schien sich auszuzahlen, doch neun Sekunden vor Schluss gelang den Franzosen doch der Siegtreffer.

Eine Schlappe setzte es für die Schlachtners nur gegen die Mannschaft Höchst 2 mit 3:10 — allerdings erst nach 2:0-Führung! Im Spiel um Platz Sieben gab es dann gegen die Schweizer erneut eine knappe 3:4-Niederlage. „Das Glück war nicht auf unserer Seite“, meinte danach Trainer Wolfgang Schier, der mit der Leistung aber zufrieden war.

Ein Spiel zum Zunge-Schnalzen war das stark von Taktik geprägte Finale zwischen Team Deutschland und Höchst 2. Vor einer Woche hatten die Deutschen noch im Kampf um den Finaleinzug daheim gegen Höchst 2 verloren, doch diesmal gelang die Revanche nach spannenden 14 Minuten mit 4:3.

Highlight für Obmann zum Abschied

Am Ende kann auch Gustav Schlachtner zufrieden Bilanz ziehen. Einmal mehr hat er Radball auf Weltniveau nach St. Pölten gebracht. Im Zuge des Turniers wurde der 85-jährige auch für 50 Jahre Obmannschaft geehrt. Allerdings war es sein letzter Auftritt in dieser Funktion. Noch im September übergibt er das Amt an Enkerl Michael.