Hackl holt den zweiten Platz in Mexiko. Bei selektivem Etappenrennen in Mittelamerika wird Wolfgang Hackl Gesamtzweiter, setzte am Schlusstag noch ein echtes Highlight.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 11. Dezember 2018 (00:48)
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Führungsrolle. Der St. Pöltner Wolfgang Hackl mischte in Mexiko bis zum Schluss im absoluten Spitzenfeld mit.

Vor einer Woche kam das Racerholix-Team von einem Etappenrennen aus Mexiko zurück. „Mit einem Prolog und drei Etappen gehört es eher zu den Kürzeren, aber der Untergrund dort ist mehr als rau, solche Trails findet man in Europa nicht“, erzählt St. Pöltens Wolfgang Hackl.

Der Weg war steinig und schwer für Hackl

Beim 4-km-Prolog auf einem Hochplateau war zunächst technisch sauberes Fahren gefordert, denn jeder Fehler wurde mit einem unweigerlichen Sturz bestraft. Mit einer Minute Rückstand auf den Polen Wizner sicherte sich Hackl gleich Platz zwei. „Der Prolog war schon beeindruckend, die steinigen und staubigen Trails waren der Hammer“, gab es für Hackl und Co auf den schmalen Pfaden kaum möglich zu überholen. Erst gegen Ende des Prologs ergaben sich doch mehr Chancen zu attackieren. „Dadurch konnte ich mich noch vor den drittplatzierten Mexikaner schieben und damit den Grundstein für das gute Ergebnis im Gesamtklassement legen“, war Hackl zufrieden mit seiner Performance zum Auftakt des Rennens.

Die ersten beiden Etappen führten dann jeweils über 105 Kilometer in das mexikanische Hinterland. Auch hier setzte sich der Zweikampf zwischen dem Polen Wizner und dem St. Pöltner fort. Immer wieder konnte Hackl in den steilen Anstiegen seinen Kontrahenten abschütteln, aber in den Abfahrten schloss der stets wieder auf.

„Das harte Training in den letzten Wochen hat sich ausgezahlt, in den Anstiegen konnte ich richtig Druck aufbauen“, war Hackl zufrieden. Vor allem auf der zweiten Etappe sah es lange so aus, als könnte er gewinnen. „Ich hatte schon einige Minuten Vorsprung, stürzte dann aber in einer steilen Kurve“, wurde Hackl einmal mehr eine Bergabpassage zum Verhängnis. Wizner schloss die Lücke. Auch ständige Attacken auf den letzten 20 Kilometern brachten Hackl keinen entscheidenden Vorsprung mehr, im Sprint hatte der Pole die Nase vorn.

Die letzte Etappe sollte die schwierigste werden. Regen in der Nacht verwandelte die steinigen Abfahrten in wahre Rutschpartien. Gleich am ersten Anstieg erhöhte der Racerholix-Fahrer das Tempo.

Hackl geht am letzten Tag aufs Ganze

200 Höhenmeter vorm Gipfel musste auch der Pole das Hinterrad reißen lassen. Und anders als an den vorhergegangenen Tagen gelang es Hackl, den Vorsprung im Downhillbereich sogar auszubauen. „Entscheidend stellte sich die Attacke am ersten Anstieg heraus, dort holte ich ordentlich Zeit heraus“, erzählt Hackl. „Im Downhill riskierte ich dann voll. Die nassen Bedingungen lagen mir recht gut. Als ich merkte, dass Wizner die Lücke nicht schließen konnte, ging ich aufs Ganze. Die weiteren zwei langen Anstiege spulte ich im absoluten roten Bereich herunter. So holte ich den Etappensieg und den zweiten Gesamtrang bei diesem stark besetzten internationalen Rennen“, bilanziert Wolfgang Hackl zufrieden.

Für ihn ist nun über Weihnachten Regeneration angesagt. Dafür wird Stefan Hackl mit dem Rest der Racerholix-Crew bei einem Etappenrennen in Argentinien im Einsatz sein. „Jetzt bin ich gefordert, auch für einen Podestplatz zu sorgen“, liegt die Latte für ihn aber hoch.