Schmirl holt Bronze. Bei der EM in Baku sichert sich der Rabensteiner nach Rückstand noch Edelmetall, mit dem Team gab es sogar Silber.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 01. August 2017 (02:46)
NOEN
Der 28-jährige Rabensteiner Alexander Schmirl zeigte sich nach einer bislang eher verkorksten Saison bei den Europameisterschaften punktgenau in Topform.

Bronze und die bereits vierte österreichische Medaille bei dieser Europameisterschaft in Baku (Aserbaidschan) gewann Alexander Schmirl letzte Woche im Dreistellungsmatch mit dem Kleinkalibergewehr. Damit meldete sich der 27-jährige Rabensteiner eindrucksvoll zurück.

Wieder einmal hatten die Schützen in Baku mit starkem Wind zurechtzukommen. „Aber ich habe mich optimal auf die herrschenden Bedingungen einstellen können und legte gleich mit der ersten Stellung, „Knieend“, den Grundstein für den Erfolg“, schildert Schmirl. 388 Ringe waren letztlich das drittbeste Ergebnis aller Teilnehmer.

Auch „Liegend“ gelang dem Heeressportler mit 393 Ringen ein hervorragendes Resultat – er blieb auf Finalkurs. Im „Stehend“ (376 Ringe) behielt Schmirl die Nerven und schoss seinen Rhythmus bis zum letzten Schuss, der erst drei Minuten vor Wettbewerbsende fiel, durch. Gesamt lag er damit nach dem Grunddurchgang auf Rang vier und qualifizierte sich so für das Finale der besten Acht.

In diesem lief es dann aber zunächst nicht ganz nach Wunsch. Schmirl lag nach dem Knieendbewerb auf Rang sechs (149,3 Ringe) und fiel im „Liegend“ (155,7 Ringe) sogar auf den siebenten Zwischenrang zurück. „Umso überraschter war ich dann, als nach dem Stehendbewerb plötzlich Rang drei hinter meinem Namen aufleuchtete“, konnte er seine Verbesserung selbst kaum glauben.

Den zweiten Europameistertitel bei diesen Meisterschaften holte Yury Shcherbatsevich aus Weißrussland vor dem Ukrainer Serhiy Kulish.

Nach einer längeren Durststrecke in seinem post-olympischen Jahr ist es für Alexander Schmirl nun wieder aufgegangen. „Ich hab in dieser Saison lange mit meiner Form gekämpft“, wurde er für sein Durchhaltevermögen belohnt: „Die Freude ist riesig!“

Mit den Ergebnissen von Bernhard Pickl (NÖ), der mit 1143 Ringen den 25. Platz belegte, und dem Silbermedaillengewinner des KK-Liegendmatches, Thomas Mathis (V), auf Rang 38 (1135 Ringe), wurde das Team Schmirl-Pickl-Mathis Vierter in der Mannschaftwertung. Gesamt 3435 Ringe waren lediglich einen Ring weniger als das Ergebnis der drittplatzierten deutschen Mannschaft. Gold ging erneut an Weißrussland und Silber an Norwegen.

Bereits zuvor hatte das Herrenteam mit Schmirl im Liegendteambewerb Silber geholt. Maßgeblich dafür verantwortlich war aber Mathis mit seinem zweiten Platz im Einzel. Schmirl belegte dabei mit nur 609,5 Ringen den 37. Platz.

Schmirl war aber auch an der Silbermedaille von Hofmann im Damen 300-m-Liegendbewerb beteiligt. „Als beim Probeschießen unmittelbar vor dem Start Olivias Gewehr geklemmt hat, musste ich mit Pickl und Rumpler das gesamte System in der noch verbleibenden Zeit ausbauen und Material von meinem Gewehr in ihres installieren — das ist sich haarscharf ausgegangen“, freut sich Schmirl.