SKN siegte auch in Liefering. Dank eines Treffers von Joker Jannick Schibany durfte sich das „Wolfsrudel“ von Erste Liga-Klub SKN St. Pölten am Freitagabend über einen 1:0-Erfolg in der Red Bull-Arena freuen und prolongierte damit seine Erfolgsserie.

Erstellt am 08. November 2013 (20:37)
NOEN, Claus Stumpfer
Von Klaus Vogelauer

Schon die Statistik hatte vor dem Spiel bei Liganeuling Liefering für die St. Pöltner gesprochen (13 versus 6 Punkte seit dem letzten Aufeinandertreffen). Auf dem Platz wurde diese dann untermauert – mit der ersten gegentorlosen Auswärtspartie seit langem. Aber der Reihe nach.

In Bestbesetzung war das SKN-Wolfsrudel in die Salzburger Heimat von Leitwolf Gerald Baumgartner gereist und sann auf Revanche für das bittere, viel zu hohe Heim-1:4 aus dem August.
 
Enorm motiviert gingen die Wölfe daher auch auf den Rasen der Red Bull-Arena, der starke Aufsteiger Liefering wurde zwei Minuten lang erst gar nicht an den Ball gelassen. Zum Abschluss knallte Weitschuss-Spezialist Andi Dober das Leder auf das Tor der Heimelf, Dähne konnte es allerdings mit Mühe und im Nachfassen bändigen (2.)
 
Tosun mit tiefem Cut, SKN mit viel Biss
 
Die nächste nennenswerte Situation war dann eine unangenehme für den SKN: Defensivmann Cem Tosun bekam Quaschners Bein ins Gesicht, musste kurz darauf mit einem tiefen, blutenden Cut über dem linken Auge für Peter Brandl den Platz verlassen – und fünf Minuten später ins Krankenhaus (15./20.)…
 
Der Salzburger Neuling, der nach tollem Saisonstart zuletzt fünf Spiele nicht gewonnen hatte, lieferte im wahrsten Sinn des Wortes wenig ab. Für gute Szenen sorgten fast nur die St. Pöltner.
 
So musste die heimische Abwehr eine gute Flanke von Michael Ambichl per Kopf klären (18.) sowie einen Hammerfreistoß von Dober aus 40 m im Strafraum-Gewühl wegschlagen (34.). Torlos lud Referee Muckenhammer zum Pausentee.
 
Hausherren wachten schneller wieder auf
 
Für Durchgang zwei brachte SKN-Coach Baumgartner Stürmer Mirnel Sadovic zur Stärkung der Angriffsbemühungen und anstatt des defensiven Jano; mehr vom Spiel hatte aber danach die Lieferinger Mannschaft von Trainer Peter Zeidler, der zur Halbzeit gleich zweimal gewechselt hatte.
 
Am meisten Gefahr kreierten Bammer, dessen Schuss jedoch genau in Christoph Rieglers Händen landete (62.), und Kovacec, der von Brandl nur per Foul am Durchbrechen gestoppt werden konnte (66.).
 
Schlussphase mit Goldtor und Heimteam in Unterzahl
 
Aber das Wolfsrudel hielt seinerseits dagegen – und wie! Zu Beginn der Schlussviertelstunde schickte Konstantin Kerschbaumer den zuvor eingetauschten Jannick Schibany, dieser enteilte Heim-Routinier Aufhauser und netzte an Dähne vorbei zur Führung für das Baumgartner-Team (76.)!
 
Im Konter wurde sogar eine Chance auf Treffer Nummer zwei verpasst, doch den Sieg gaben die St. Pöltner nicht mehr aus der Hand – gegen zehn Lieferinger (Gelb-Rot für Quaschner kurz vor dem Ende, jedoch musste in der Schlussphase auch „Leitwolf“ Baumgartner auf die Tribüne) spielte die SKN-Elf den Dreier nach Hause und kassierte mit diesem 1:0 erstmals seit sieben Auswärtspartien kein Gegentor!

Lesen Sie mehr: Stimme SKN-Trainer Gerald Baumgartner und Spielstatistik



Stimme SKN-Trainer Gerald Baumgartner und Spielstatistik

Gerald Baumgartner (SKN-Trainer): „Das war eine sehr harte Nuss heute, aber ein nicht unverdienter Arbeitssieg in einem Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Beide Teams haben dasselbe gemacht, nämlich aggressiv attackiert und nicht viel zugelassen. In der ersten Hälfte eine zerfahrene Partie, beide Teams haben hohes Pressing gespielt und die Defensivaufteilung hat gut gepasst. Es war auch aus diesem Grund kein schönes Spiel – aber wir wollten keinen Schönheitspreis gewinnen, sondern die drei Punkte mitnehmen. In der zweiten Spielhälfte sind wir mit den Umstellungen besser in die Partie gekommen. Liefering war zwar in Ballbesitz überlegener, aber wir haben da nichts zugelassen. Nach dem Jokertor hatten wir noch zwei, drei gute Gelegenheiten, aber die Konter nicht wirklich gut fertig gespielt. Die Mannschaft hat alles gegeben, super gekämpft, vor allem nach Cems Ausfall; von der Einstellung und der Laufbereitschaft her war das eine tolle Leistung.“

(zu Cem Tosun, der schon nach 15 Minuten mit einem Cut aus dem Spiel musste): „Er ist ins Krankenhaus gebracht worden, aber es geht ihm schon besser. Das Cut wurde mit vier Stichen genäht, morgen wird es noch einmal behandelt und dann sollte das wieder erledigt sein.“

(zu Siegtorschütze Jannick Schibany): „Jannick wird immer mehr zu einem echten Joker, ich bin sehr zufrieden mit seiner Entwicklung.“

(zu den anderen Einwechslungen): „Wir wollten in der Pause offensiv noch stärker werden, ich habe deshalb Mirnel Sadovic gegen Lieferings quirlige, technisch gute Spieler gebracht. Peter Brandl musste schon früh für Cem Tosun hinein, hat seine Aufgabe gemeinsam mit Konstantin Kerschbaumer gut erfüllt.“


Die Spielstatistik:
FC Liefering – SKN St. Pölten 0:1 (0:0)
SKN: Riegler – Dober, Wisio, Huber, Holzmann – Tosun (15. Brandl) – Ambichl, Jano (46. Sadovic), Kerschbaumer, Hofbauer – Bozkurt (63. Schibany).
Tor: 0:1 Schibany (76.).
Gelb-Rote Karte: Quaschner (88./Liefering).
Red Bull-Arena Wals-Siezenheim, SR Muckenhammer.