Wilhelmsburg

Erstellt am 15. Januar 2019, 02:31

von Claus Stumpfer

Heimsieg im Mixed. Benni Karl konnte als Dritter beim Heimrennen in Bad Gastein seinen Vorsprung im Weltcup weiter ausbauen.

Tochter Benina jubelte mit. Nach dem starken Auftritt in Bad Gastein nahm Benjamin Karl den Nachwuchs mit auf‘s Siegerstockerl.  |  APA/expa/JFK

Nach seinem dritten Platz beim nicht allzu geliebten (und nicht olympischen) Parallelslalom am Dienstag in Bad Gastein, hat der Wilhelmsburger Benni Karl beim Heimweltcup auch am Mittwoch im Mixed-Team-Bewerb zugeschlagen. Gemeinsam mit Daniela Ulbing setzte sich der 33-Jährige im Finale gegen die Italiener Nadya Ochner und Aaron March durch. Die beiden wiederholten damit ihren Sieg von 2017 und sorgten für den vierten ÖSV-Erfolg in Serie bei diesem Event.

„Es ist nett, dass Österreich im Team-Bewerb generell stark ist. Wir haben super starke Männer und Mädels, deshalb ist die Chance groß, dass irgendwer ganz vorn reinfährt“, meinte der Vierfachweltmeister im ORF-Interview nach dem klaren Finalsieg.

Der in Osttirol lebende Karl hatte auch Sonderlob für seine Partnerin übrig: „Dani ist ein Wettkampfschwein. Auf sie kann man sich verlassen, dass sie schnell den Kurs bewältigt. Letztes Jahr hatten wir durch meine Verletzung eine kurze Unterbrechung gehabt. Gestern nach der Qualifikation haben wir uns angesehen und gesagt: ‚Passt, fahren wir wieder gemeinsam.‘“

Und die 20-jährige Parallelslalom-Weltmeisterin von 2017 fügte hinzu: „Es war nicht leicht zu fahren, aber es hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht an der Seite von Benjamin!“

Das „schnelle Brett‘l“ kam in letzter Minute

Im Endlauf patzte Ochner, wodurch Ulbing mit dem Penalty-Vorsprung von 1,7 Sekunden an Karl übergab. Der verwaltete den Bonus gegen March geschickt und siegte mit 1,07 Sekunden Guthaben. Am knappsten war es für Ulbing/Karl im Viertelfinale gegen die Schweizer Ladina Jenny und Nevin Galmarini. Der Vorsprung der späteren Sieger betrug nur 0,18 Sekunden.

Vor den Weltmeisterschaften ab 31. Jänner in Solitude im US-Bundessaat Utah stehen im Weltcup nur noch ein Riesentorlauf in Rogla (Slowenien) sowie eine Woche später Slalom-Einzel- und Slalom-Team-Bewerb in Moskau am Programm.

16 Weltcup-Rennen hat Karl in seiner Karriere gewonnen, fünf im Parallelslalom (zuletzt im Dezember 2011 in Carezza), elf im Parallelriesentorlauf (zuletzt im Jänner 2018 in Rogla). „Ich war nach 2011 schon noch ein paarmal Zweiter und Dritter im Slalom, aber tatsächlich habe ich mich das letzte Mal 2011 auf einem Slalom-Brettl so wohlgefühlt wie jetzt“, meinte Karl.

Im PGS lief es 2018/19 mit Platz zwei in Carezza und drei in Cortina d’Ampezzo nach Wunsch. Danach machte sich der Wilhelmsburger in Hinblick auf die nächsten Rennen aber ernsthaft Gedanken um seine Slalom-Form. „Ich bin leicht nervös gewesen, weil wenig funktioniert hat. Ich war im Training sehr weit hinten, weiter als gewohnt. Ich musste beim Material was machen und habe mehr oder weniger in letzter Minute ein Brettl bekommen, mit dem ich sehr schnell bin.“

Er habe intern viel mit seinem Teamkollegen Lukas Mathies herumprobiert und sich dessen Brett der Marke Kessler auf sich abgestimmt nachbauen lassen und vor Weihnachten noch bekommen. „Ich habe echt eine Freude damit.“ Anders wäre Bad Gastein für ihn eine „Wundertüte“ geworden, so aber schaue es gut aus.