Benni im Oldieduell voran: Bald Namenspate für Schule?. ÖSV-Doppelsieg in Carezza: Union Trendsportler Karl setzt sich um eine Hundertstel gegen Prommegger durch.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 23. Dezember 2020 (01:47)
Geballte Faust im Ziel. Benni Karl hat Promegger um eine Hundertstel besiegt.
FIS, Miha Matavz

Der Pra-di-Tori-Hang bleibt fest in österreichischer Hand! Benjamin Karl (35) und Andreas Prommegger (40) haben am Donnerstag beim Weltcup-Parallelriesentorlauf in Carezza (ITA) unter den 56 Startern aus 16 Nationen für einen rot-weiß-roten Doppelsieg gesorgt.

Karl setzte sich in einem dramatischen Finallauf gegen seinen ÖSV-Teamkollegen um den Hauch von einer Hundertstelsekunde durch. Der vierfache Weltmeister aus Wilhelmsburg hat mit seinem 18. Einzelerfolg nicht nur die Führung im Parallel-Gesamtweltcup übernommen, sondern hält nun als einziger Fahrer auch bei drei Triumphen in Carezza.

Das ÖSV-Team baute seine Erfolgsbilanz dort auf sieben Siege und 17 Podestplätze aus! Dritter wurde der Slowene Zan Kosir, der im kleinen Finale Lokalmatador Roland Fischnaller bezwang, der in Cortina sowohl Karl als auch Promegger in den direkten Duellen hatte bezwingen können.

Gegen Karl hatten diesmal auf dem Weg ins Finale Andrey Sobolev (RUS/+0,30), Oskar Kwiatkowski (POL/+0,39) und Kosir (+0,47) das Nachsehen. Prommegger setzte sich gegen den Vorarlberger Lukas Mathies (+0,24), Nevin Galmarini (SUI/+0,22) und Fischnaller (+0,05) durch. Im großen Finale wechselte die Führung zwischen den beiden ÖSV-Routiniers mehrmals hin und her, am Ende entschied Karl das packende Duell denkbar knapp für sich.

„Geht es um den Sieg und um keinen Schönheitspreis“

„In den ersten drei Runden bin ich sehr gut gefahren, vor allem der Lauf gegen Zan Kosir war fast fehlerlos. Im großen Finale haben wir beide voll riskiert, daher war auch der eine oder andere Fehler dabei. Aber schließlich geht es um den Sieg und um keinen Schönheitspreis. Wenn ich jetzt vor einem größen Finale im Startgate stehe, spüre ich wieder diesen Erfolgshunger, das Rennen auch unbedingt gewinnen zu wollen. Dieses Gefühl ist mir zwischenzeitlich etwas abhandengekommen. Dass ich jetzt mit dem Gelben Trikot ins neue Jahr gehe, ist zwar wunderschön, aber nur eine Momentaufnahme. Es gilt, schon morgen wieder hart weiterzuarbeiten“, meinte Karl.

Der Weltcup der Raceboarder wird nach dem Jahreswechsel mit einem Parallelriesentorlauf am 9. Jänner 2021 in Scuol in der Schweiz fortgesetzt und Karl wird als Weltcupführender anreisen.

Wir Sportmittelschule bald nach Karl benannt?

Über einen Sieg von Karl freuen sich neben seiner Familie auch das Sportland NÖ und natürlich Union Trendsport Weichberger sowie die Schüler und Schülerinnen der Sportmittelschule St. Pölten, aus der Benni vor 20 Jahren hervorgegangen ist, ganz besonders. „So wie Michaela Dorfmeister zum Namensgeber der Skimittelschule Lilienfeld wurde, sollte die Schule in St. Pölten auf ihren erfolgreichsten und prominentesten Schüler umbenannt werden“, regt Erik Wöll n, der nach wie vor aus der Sportschule gute Nachwuchskräfte hervorbringt.

Beim zweiten Saisonweltcup Nr. in Italien stellte Österreich bei den Männern das erfolgreichste Herrenteam und die Snowboarder holten mit Karl den ersten Sieg für den ÖSV in diesem Jahr überhaupt.