Der erste Heimsieg für St. Pölten nach 18 Runden. Falken feiern den ersten Sieg in der eigenen Halle seit 18 Runden. Vöslau im NÖ Derby mit 25:23 niedergerungen.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 24. Dezember 2019 (01:00)
Duell zweier Ex-Kollegen. St. Pöltens Toptalent Kevin Wieninger (l.) behielt die Oberhand gegen Vöslaus Spielertrainer Strazdas.
CS

Die Falken hatten im Vorfeld des letzte Spiels des Jahres ihren Fans in der Prandtauerhalle ein versöhnliches Ende einer verkorksten Saison versprochen. Viele glaubten leider nicht daran, denn die Halle war kurz vor Weihnachten trotzdem nur halb gefüllt — viel schlechter als bei den bisherigen Saisonspielen.

Nicht ganz verwunderlich, denn nach 18 Runden ohne Heimsieg haben nicht einmal die größten Optimisten an ein Weihnachtswunder im Derby gegen Vöslau geglaubt. Doch von der ersten Minute an legen die Falken, von Trainer Janos Frey optimal eingestellt, gleich richtig los.

Die sichtlich überrumpelten Vöslauer finden zunächst überhaupt kein Mittel gegen Jojo Krals Würfe. Der Obmannsohn war sichtlich „on fire“, sodass seine Farben nach fünf Minuten 4:1 in Führung liegen. Die Deckung um Abwehrchef Martin Zettel agiert zudem kompromisslos und im Angriff lässt man sich nicht von der hektisch wirkenden Spielweise des Gegners nicht anstecken.

„Das war von Anfang an recht ordentlich von den St. Pöltnern“, zeigte sich auch Ex-Teamspieler Werner Lint, der nun bei Krems als sportlicher Leiter für Erfolge am Fließband sorgt, positiv von den Falken überrascht. Lint, dessen Tochter bei den St. Pöltnern (U 10) und dessen Sohn in Krems spielt, hatte heuer noch kein Spiel seines Stammvereins gesehen.

Beim Stand von 7:3 für die Gastgeber sieht sich Vöslau gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen (13.). In Kombination mit dem unnötigen Ausschluss des bis dahin auf Seite der Falken sehr auffällig agierenden Jan Neumaier (17.) zeigt das doch Wirkung, Vöslau kommt auf 7:6 heran.

Doch angeführt vom „Man of the match“ Kevin Wieninger schlagen die Falken postwendend zurück — 10:6 (25.). Bis zur Pause wogt danach das Spiel hin und her, doch die Falken können den Vorsprung halten. Die sensationelle Halbzeitstand lautet daher 13:8!

Schlechten Start nach Pause weg gesteckt

Doch nach dem Seitenwechsel wirken die Gäste zunächst wie ausgewechselt, wobei ihnen auch einige umstrittene Schiedsrichterentscheidungen gelegen kommen. So gibt es gleich einen Ausschluss gegen die Falken und die vergeben dann auch noch einen Siebenmeter in Unterzahl. So ist nach 40 Minuten die Partie wieder fast ausgeglichen — 14:13.

Viele Fans sahen sich schon an etliche Spiele in dieser Saison erinnert. Ohne einen starken Routinier fehlte der blutjungen Truppe bislang stets der Impulsgeber, der in haarigen Situation das Ruder nochmals herumreißen konnte. Nicht so in diesem Match! Die einzige legionärslose Mannschaft der zweithöchsten Spielklasse behält die Nerven und zieht neuerlich auf 18:14 davon (43.).

Die Vöslauer geben sich aber immer noch nicht geschlagen. Acht Minuten vor Schluss stehen sie erneut unmittelbar davor, dem Spiel eine Wende zu geben. Bei 21:19 stellen sie auf offensive Deckung um, eine bekannte Achillesferse der Falken. Bei 24:23 in Schlussminute haben erneut die Gäste, die bislang noch nie führten, nochmals den Ball. Doch die Abwehr der Hausherrn um Zettel hält dem Schlussangriff stand. Im Konter sorgt der überragende Wieninger mit dem 25:23 für die Entscheidung. Die Spieluhr tickt runter und die Falken können heuer doch einmal in der eigenen Halle feiern.