Handballklubs verharren weiter in der Warteschleife. St. Pöltens Männer und Frauen sind zum Heimtraining verdammt. Da der Antrag auf Spitzensportstatus wegen Uneinigkeit der Ligaklubs nicht eingebracht werden kann, ist selbst ein Mannschaftstraining unmöglich.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 02. Dezember 2020 (01:41)
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Die Spielerinnen und Spieler der ersten Handballligen (WHA und spusu-Liga) haben Spitzensport-Status. Sie dürfen trainieren und spielen, müssen aber strenge Auflagen — besonders regelmäßige Testungen — erfüllen. Es besteht sogar die Möglichkeit, sich aus der Quarantäne für Training und Spiele frei zu testen.

Der österreichische Handballbund würde beim Sportministerium auch für die zweiten Ligen (Bundesliga Frauen und spusu-Challenge) den Spitzensportstatus beantragen, wenn sich tatsächlich alle vertretenen Vereine der jeweiligen Liga dafür aussprechen würden.

Doch nachdem mehrere Vereine der Bundesliga Frauen und der der Spusu-Challenge erklärt haben, dass es für sie nicht möglich ist, alle Vorgaben für den Spitzensportstatus vollständig bis zum Saisonende (30. Juni 2021) umzusetzen, wird der gemeinsame Antrag auch nicht eingebracht werden.

„Wir haben wirklich alles versucht, die Vereine von der Wichtigkeit dieses Ansuchens zu überzeugen."

St. Pöltens Frauen-Sektionsleiter Gerhard Halm ist verzweifelt: „Wir haben wirklich alles versucht, die Vereine von der Wichtigkeit dieses Ansuchens zu überzeugen. In persönlichen Telefonaten ist aber wieder klar geworden, dass die Zielsetzungen und Möglichkeiten der Vereine der Bundesliga Frauen sehr unterschiedlich sind“, hat er sich vergeblich gewünscht, dass es für alle Vereine möglich gewesen wäre, die Vorgaben zu erfüllen, um wieder mit dem Training beginnen zu können.

„Je länger die Pause ist, desto länger dauert die Vorbereitungsphase. Man kann nicht ohne ausreichend lange sportartspezifische Vorbereitung und ohne Trainingsspiele in entscheidende Spiele gehen“, gibt er zu bedenken. Weiteres Manko: „Je später wir starten, desto mehr ‚Englische Wochen‘ wird es geben. Korneuburg und Fünfhaus fehlen noch elf Spiele im Grunddurchgang, bei uns sind es auch noch acht. An ein Play-off braucht man da gar nicht zu denken“, hofft Halm wenigstens alle Spielerinnen zum Durchhalten motivieren zu können. „Und das wird schwer genug werden!“