Antrittsbesuch von Melzer im Sportzentrum NÖ . Der neue ÖTV-Sportdirektor hat sich im Sportzentrum NÖ in St. Pölten ein Bild vom Nachwuchs gemacht. Mit Markus Sedletzky erhält Leistungszentrum St. Pölten einen Coach.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 07. April 2021 (02:53)
ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer mit NÖTV-Präsidentin Petra Schwarz und Markus Sedletzky, dem neuen Stützpunktleiter in St. Pölten.
Stumpfer, Stumpfer

Der neue ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer hat sich vor Ort im Sportzentrum NÖ vom Potenzial des hiesigen Tennisnachwuchses überzeugt. Und der Deutsch-Wagramer war von den Leistungen sehr angetan.

„Wir müssen wieder mehr Leute zu den Junioren-Grand-Slam-Turnieren bringen!“

Nach gut zwei Jahrzehnten als Tennisprofi ist der 39-Jährige nun hauptverantwortlich fürs Spitzentennis in Österreich. Vor allem die Nachwuchsarbeit hat sich Melzer auf seine Fahnen geheftet. Wie viel Spaß er dabei hat, zeigt sich beim Training mit den NÖ Talenten. Seine Erfahrung an die Jungs und Mädels weiterzugeben, ist ihm ein Anliegen. Als Wunderwuzzi sieht er sich aber nicht.

„Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben. Das ist gut, angefangen bei den jungen Spielern, bis zu den Trainern in den Leistungszentren aller Bundesländer, die ich bisher besucht habe“, betont er auch die Bedeutung, dass St. Pölten ab September mit Markus Sedletzky einen Stützpunkttrainer fürs BORGL erhält. „Das Projekt wird vom Landesverband unterstützt“, betont NÖTV-Präsidentin Petra Schwarz. Das klare Ziel Melzers: „Wir müssen wieder mehr Leute zu den Junioren-Grand-Slam-Turnieren bringen!“

Jürgen Melzer zeigt wie es geht. Auch Felix Steindl mit seinem Stockerauer Stützpunkttrainer, NÖTV-Sportreferent Christian Kohl genoss die Einheit.
NOEN, Stumpfer

Für Schwarz ist Melzer als Sportdirektor „ein Glücksfall“. Und die Talente waren für jeden Tipp des einstigen Weltranglisten-Achten dankbar. Der österreichische U-18-Hallenmeister Gregor Hausberger aus Kematen genoss das Training mit Melzer. „Ich war zu Beginn nervös, aber das hat sich gleich gelegt. Er hat gelobt, was gut ist, und ein paar Tipps gegeben, woran ich arbeiten kann, um besser zu werden.“ Auch Österreichs U-16-Vizemeisterin Ava Schüller aus Klosterneuburg war begeistert: „Jürgen ist sofort darauf eingegangen, wie ich meine Schläge verbessern kann, und die Tipps waren gut umsetzbar!“

Die Form der NÖ Talente stimmt zuversichtlich

Melzer gab das Lob zurück: „Für die Beiden hat die Saison bereits hervorragend mit dem Hallentitel beziehungsweise Vizemeistertitel begonnen. Und außerdem kamen bei der weiblichen U 16 gleich drei der vier Semifinalistinnen aus NÖ“, weiß Melzer. U-16-Meisterin Liel Marlies Rothensteiner (BMTC Mödling) trainiert in der Südstadt bei Babsi Schwartz.

Schwartz bleibt die Koordinatorin aller Nachwuchsstützpunkte in NÖ und auch die einzige Angestellte des NÖTV. Sedletzky wird in enger Abstimmung mit Schwartz arbeiten. „Wir wollen die super Möglichkeit der dualen Ausbildung Schule und Sport in St. Pölten optimal nützen, was bis jetzt nicht passiert ist“, betont Petra Schwarz aber, dass Schwartz quasi Headcoach bleibt. „Die finalen Entscheidungen liegen bei ihr, in Abstimmung mit unserem Jugendreferenten Christian Kohl. Auch wer in St. Pölten in die Schule aufgenommen wird, bestimmen die beiden!“

U-18-Hallenmeister Gregor Hausberger war von Melzer begeistert.
NOEN, Stumpfer

Um Missverständnissen vorzubeugen, betont Schwarz auch, dass das Engagement von Sedletzky nichts an der Position von Ramin Madaini im Sportzentrum NÖ ändert. „Sedletzky wurde neu engagiert. Das Sportzentrum ist ein Landesleistungszentrum vom NÖTV. Alle Zentren werden autonom verwaltet, egal ob Traiskirchen, Amstetten oder St. Pölten. Madaini war nie Trainer des NÖTV, sondern Leiter vom Tennis im Sportzentrum, und das bleibt er auch.“

Für St. Pölten als zweiten großen Standort neben der Südstadt, hat sich der NÖTV entschieden, weil es geografisch für viele nicht möglich ist, regelmäßig in die Südstadt zu pendeln, und weil es eben die Chance auf die duale Ausbildung gibt. „In der Südstadt werden nur die Besten Österreichs in die Schule aufgenommen, wir wollen diese Möglichkeit auch für NÖ anbieten“, erklärt Petra Schwarz.

U-16-Vizemeisterin Ava Schüller fand Melzers Tipps „gut umsetzbar“.
NOEN, Stumpfer

Für Markus Sedletzky ist die neue Aufgabe „Herausforderung und Traumjob zugleich“. Wichtig ist ihm, die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Heimtrainern der einzelnen Spieler und Spielerinnen. „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, kann das Projekt funktionieren“, ist der 32-Jährige überzeugt.

Übernehmen wird der Staatsligaspieler des TC Harland diese Aufgabe zwar offiziell erst ab September, mit Beginn des neuen Schuljahrs, doch schon jetzt trainiert er die BORGL-Schüler.