Michaela Rudolf : Abschied von Hawaii. Michaela Rudolf beendete mit dem WM-Rennen am Samstag ihre Karriere. Zwei Reifenschäden verhinderten ihre Titelverteidigung.

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 16. Oktober 2018 (02:31)
Stumpfer
Michaela Rudolf

Die Harlanderin Michaela Rudolf erlebte bei ihrem allerletzten Triathlon einen historischen Moment live vor Ort. Der Deutsche Vorjahressieger Patrick Lange hat als erster Ironman-Athlet die Schallmauer von acht Stunden auf Hawaii durchbrochen!

Rudolf, die in der Klasse W 45 ihren Titel verteidigen wollte, kam aber bei ihrem fünften Finish auf Kona erstmals in ihrer Altersklasse nicht aufs Podest. „Nach einer Nacht drüber schlafen, ist die Enttäuschung noch immer sehr groß“, meinte sie.

Dabei hatte sich Rudolf beim Schwimmen noch sehr wohl gefühlt. „Es hat richtig Spaß gemacht“, ist sie mit der Zeit von 1:05:29 Stunden auch recht zufrieden. „Und auch die Radstrecke habe ich mir gut eingeteilt, schließlich habe ich doch schon einige Erfahrung hier“, dachte sie zehn Kilometer vor dem letzten Wechsel schon guter Dinge an die Laufstrecke, hatte sie doch am Rad viele Alterskolleginnen überholt und lag an dritter Stelle.

Doch dann kam bei ihrem 23. Ironman ihrer Karriere die böse Überraschung. „Ich hatte zuvor schon viele andere Athleten mit ihren Rädern stehen sehen, und sie leise bedauert, dann erwischte es ausgerechnet bei meinem letzten Rennen erstmals auch mich mit einem Patschen — und natürlich hinten!“

Zweiter Patschen nach Stress bei Reifenwechel

Der Radwechsel gestaltete sich im Stress als schwierig. „Wenn man im Hintergrund alle wieder vorbeifahren sieht, die man zuvor überholt hat, ist das nicht einfach!“ Doch letztlich hatte Rudolf es geschafft und konnte weiterfahren. Aber nicht lange — nächster Patschen und kein zweiter Reserveschlauch dabei! So ging es auf der Felge bis zur nächsten Labe, um dort auf ein Bike-Service zu warten.

„Kurz dachte ich sogar ans Aufgeben, und auch daran, zu Fuß mit dem Rad in die Wechselzone zu marschieren.“

Damit war natürlich die Luft auch bei Rudolf draußen, die sich immer noch ärgert, wäre ihr Radsplit doch ohne Patschen bei rund 5:10 Stunden gelegen. „Der Marathon war dann als Draufgabe auch ein Horror. So bin ich trotz allem froh, die Finishline erreicht zu haben! Um eine Erfahrung reicher, die ich nie machen wollte“, hätte sie sich ihren Abschied von Kona schöner vorgestellt.

Dass Rudolf nach ihrem Vorjahrestriumph den Wettkampfsport nicht wie geplant aufgegeben hat, bedauert sie nicht. „Einmal als Titelverteidigerin anzutreten, war ein Erlebnis!“

Mit ihrer Gesamtzeit von 10:49,00 Stunden gab es für Rudolf Rang 17 in ihrer Altersklasse, Rang 197 bei den Frauen.