Relegation kam für St. Pölten unvermutet. Letzte Woche erklärten die Panthers ihre Saison für beendet. Doch am Samstag ging es weiter!

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 28. April 2021 (01:07)
Oldboy Robert Kirkovics (r.) gab als Ersatzmann von Maierhofer in der Mitte alles, spielte extrem stark udn haderte am Ende vor allem damit, dass keine Zuschauer erlaubt waren. „Wenn da die Halle voll ist schaut das Ganze nochmal anders aus.“ 
Stumpfer

In der Vorwoche wurden bereits alle Rückblicke auf die Saison gesprochen. Nicht nur in der NÖN, sondern auch nach dem Livestream der USP St. Pölten Panthers verabschiedeten sich Spieler und Trainer von den Fans. Co-Trainer Bernhard Heinreichsberger wurde ganz verabschiedet, weil er künftig als Obmann von Kilb sich ganz auf seinen mit den St. Pöltnern befreundeten Stammverein konzentrieren will. Und dann kam die überraschende Meldung am Donnerstag: Die Hotvolleys haben gegen den vorletzten Linz-Steg verloren, somit dürfen die Panthers nach den zwei klaren Siegen in den letzten Runden Relegation gegen Hartberg um den Aufstieg in die 1. Bundesliga spielen!

Die Steirer sind erst im Vorjahr in die höchste Spielklasse aufgestiegen und haben sich oben nicht ganz zurechtgefunden. Ein sofortiger Wiederabstieg gehört aber nicht zu ihren Plänen, denn sie kamen sehr motiviert nach St. Pölten. Schon zwei Stunden vor Matchbeginn wollten sie in die Halle, was ihnen laut Regulativ zusteht. Mit ein paar Minuten Verspätung wurden sie eingelassen, zur „Strafe“ wurden den St. Pöltnern dann deren sechs Aufwärmbälle in der Halle versteckt.

Wir haben noch nicht aufgegeben, denn wir wissen, dass wir in Hartberg auch gewinnen können. Vor allem aber haben wir nichts zu verlieren, bei Hartberg hingegen geht’s um den Klassenerhalt.“ Stefan Ratheyser, Libero der USP Panthers

„Wir staunten ohnehin nicht schlecht, dass dieses Relegationsspiel überhaupt zustande kam und dann waren auch noch unsere Bälle weg“, konnte es St. Pöltens sportlicher Leiter Harald Hofko kaum fassen. Für ein hitziges Aufeinandertreffen war danach natürlich gesorgt.

Als besonders bitter sollte sich entpuppen, dass Stefan Maierhofer wegen seines Seitenbandrisses im Knöchel in dieser entscheidenden Saisonphase nicht zur Verfügung steht. Gästecoach Markus Hirzi hatte diese vermeintliche Schwachstelle im Zentrumspiel der Landeshauptstädter natürlich ausgemacht und forcierte das Spiel seiner Farben über die Mitte, sah sich aber auch ohne St. Pöltens Starspieler mit guter Blockarbeit der St. Pöltner konfrontiert.

„Unsere Mitte stand großartig, da gab es kaum ein Durchkommen“, war Trainer Manuel Leitgeb zufrieden, wie seine Spieler das Manko, den besten Spieler der 2. Bundesliga vorgeben zu müssen, kompensieren konnten. Maierhofer saß diesmal mit Gips und Puls 200 an der Seite seines Vaters auf der Tribüne und konnte phasenweise nicht mehr zuschauen vor lauter Spannung. Denn drei furchtbar enge Sätze waren aufgrund seines Fehlens die Folge. Und in allen zogen die St. Pöltner in der Verlängerung den Kürzeren, im ersten, nachdem sie die längste Zeit komfortabel geführt hatten!

„Das ist natürlich bitter, aber aufgegeben wird ein Brief“, will sich Leitgeb noch nicht geschlagen geben. „Das Spiel hat gezeigt, dass jederzeit alles möglich ist!“ Sein Gegenüber wiederum baut auf die Heimstärke seiner Truppe: „In unserer Halle waren wir doch immer deutlich stärker!“ Vom Widerstand der St. Pöltner zeigte er sich aber nicht überrascht. „Wir haben vorher noch ein wenig Videoanalyse betrieben und wissen ohnehin, dass die Panthers enorm kampfstark sind. Das haben sie auch heute unter Beweis gestellt!“

Trotz Mammutaufgabe den Sekt einkühlen

Nichtsdestotrotz wartet nun am Mittwoch (19.30 Uhr) eine Mammutaufgabe in der Fremde auf die St. Pöltner. Denn der Erstligist verschaffte sich im Hinspiel mit dem 3:0-Auswärtssieg eine sehr gute Ausgangslage. Die Panthers müssen 3:0 oder 3:1 gewinnen, um einen Golden Set zu erzwingen, den sie auch gewinnen müssen, wollen sie in die 1. Bundesliga.

„Wir haben noch nicht aufgegeben, denn wir wissen, dass wir in Hartberg auch gewinnen können“, erinnert der groß aufspielende Libero Stefan Ratheyser ans Cup-Viertelfinale. „Vor allem aber haben wir nichts zu verlieren, bei Hartberg hingegen geht’s um den Klassenerhalt. Also Sekt einkühlen!“