St. Pöltner USP-Panthers verpassten Aufstieg in 2. Bundesliga knapp

Erstellt am 18. Mai 2022 | 02:21
Lesezeit: 4 Min
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Fast schon HTL-Stimmung. Die 50 mitgereisten St. Pöltner Fans hatten die Eisenerzer Halle fest im Griff. Am Ende nützte aber das ganze Anfeuern nichts, die St. Pöltnerinnen bleiben Landesligistinnen.
Foto: USP
St. Pöltnerinnen schaffen fast Unmögliches, sehen sich aber von Schiris benachteiligt.
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Letzten Mittwoch startete in Eisenerz das entscheidende Spiel der USP-Damen um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Trotz des „unguten Termins“ (Sektionsleiter Harald Hofko) unter der Woche, wurde eine Fanfahrt organisiert und 40 Schlachtenbummler kamen mit dem Bus nach Eisenerz. Somit wurde die Sporthalle stimmungsmäßig in einen Panther-Hexenkessel verwandelt.

„Unglaubliche Ballwechsel auf beiden Seiten, die Halle kochte, die Fans gaben auf beiden Seiten alles. Nur leider gab der Schiedsrichter nicht wirklich alles.“  Harald Hofko

Angetrieben von den Fans erspielten sich die St. Pöltnerinnen Punkt um Punkt und konnten den ersten Satz mit 25:22 gewinnen. Eine Wiederholung des Auswärtssiegs im ersten von drei Duellen der beiden Teams im Aufstiegskampf schien zum Greifen nahe.

Zumal auch im zweiten Satz die Pantherladies zu Beginn leicht im Vorteil waren. Gegen Mitte des Satzes gelang den Gastgeberinnen aber der Ausgleich und die Wende war eingeleitet. Die Eisenerzerinnen konnten den Satz drehen und ihrerseits 25:22 gewinnen.

Der dritte Satz gestaltete sich sehr hektisch, schließlich wollten beide Teams wieder vorlegen. „Es folgte ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit unglaublichen Ballwechseln auf beiden Seiten“, schildert Hofko. „Die Halle kochte, die Fans gaben auf beiden Seiten alles. Nur leider gab der Schiedsrichter nicht wirklich alles und sorgte bei 20:20 mit mehreren klaren Fehlentscheidungen gegen St. Pölten für die Wende zugunsten Eisenerz.“

Rot für USP-Coach Leitgeb, Kopfschütteln bei Heimfans

Die Nerven lagen blank und USP-Trainer Manuel Leitgeb machte seinem Unmut Luft und kassierte dafür die rote Karte. „Manche Entscheidungen der Schiris sorgten auch für Kopfschütteln bei den Eisenerzer Fans“, ortete Hofko eine starke Heimtendenz der Unparteiischen. In der Verlängerung ging der Satz mit 26:24 an Eisenerz.

Zudem startete die USP in den vierten Satz mit einem Strafpunkt wegen Leitgebs Ausschluss. Und der Frust über die kurz vorher offensichtlichen Fehlentscheidungen war zu groß, um gleich in den Satz zu finden. So lag man 0:10 im Rückstand und auf der Tribüne dachten schon viele USP-Fans: „Das war’s, jetzt wird’s ganz schlimm“

Aber die Spielerinnen rund um Kapitänin Sophie Angerer kämpften um jeden Punkt und schafften fast das Unglaubliche. Sie kamen wieder zurück und hatten sogar bei 22:24 und 23:24 zwei Satzbälle. Aber man brachte den Ball nicht auf den Boden und Eisenerz holte sich Satz vier mit 27:25 und somit den 3:1-Sieg gegen die USP. Eisenerz bleibt in der 2. Bundesliga und die USP-Damen schrammten um Millimeter am Aufstieg vorbei.

Enttäuschte Kapitänin Angerer: „Es ist echt bitter“

„Bei 1:1 in Sätzen und 20:20 in so einer wichtigen Partie darf es solche Fehlentscheidungen einfach nicht geben. Die waren nicht unklar, das waren ganz klare Fehlentscheidungen welche jeder in der Halle gesehen hat“, ärgerte sich Trainer Leitgeb nach dem Spiel. „Wir wollten das so sehr gewinnen, uns mit dem Aufstieg für all die Mühen und Plagen in dieser unglaublichen Saison belohnen. Es ist echt bitter“, klagte Angerer.

„Eine Wahnsinnssaison der Damen, die sich den Aufstieg verdient hätten. Vom Lob des Eisenerzer Publikums, dass sie noch nie so eine kämpferische Truppe wie die USP gesehen hätten, können wir uns halt nichts kaufen. Aber wir werden in der kommenden Saison den Aufstieg voll in Angriff nehmen“, meinte Hofko fast trotzig.

„Der absolute Hammer sind die USP-Fans, die sich unter der Woche mit uns auf den Weg machen, um die Mädels zu unterstützen. Wenn man bedenkt, dass wir erst um 1.30 Uhr retour waren und die meisten nächsten Tag arbeiten mussten, ist das einfach genial. Wir haben die besten Fans, die es gibt“, bedankte er sich.