Union St. Pölten: Fans aus aller Welt dank Livestream. Aus der Not eine Tugend machen: Die USP zeigt in Coronazeiten ihre Heimspiel auf twitch.tv/usppanthers und hat jetzt neue Fans in Mexiko und den USA!

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 21. Oktober 2020 (01:24)
Harald Hofko und Experte Christopher Schrenk aus Neulengbach moderieren.
Stumpfer

Aufgrund der Coronaauflagen fand am Samstag das bereits zweite Heimspiel der USP Panthers als Geisterspiel statt. Lediglich sieben Personen waren auf der Tribüne – alles Crewmitglieder USP, die zu diesem Spiel notwendig waren.

Die St. Pöltner konnten bislang nur ihr erstes Heimspiel gegen VC Mils (3:2-Sieg) vor Publikum ausführen. Dann kam die orange Ampel – und Spiele mit Publikum waren Geschichte.

Schnell reagieren und improvisieren war verlangt. Die Mittelblocker Jakob Higer und Stefan Mayerhofer stellten binnen einer Woche einen Livestream auf die Beine, der sich sehen lassen kann.

Somit wurde das Heimspiel gegen Waidhofen (3:2-Sieg) ebenso wie das am Samstag gegen ATSV Lenzing den USP-Fans zugänglich gemacht. Und obwohl es am Samstag erst der zweite Livestream war, zeichnete er sich bereits durch Professionalität aus. „Fast alle, die beim letzten Mal reingeschaut hatten, waren wieder dabei und dazu gab es etliche mehr, die sich für Volleyball aus St. Pölten interessieren“, freut sich Sektionsleiter Harald Hofko, in coronafreien Zeiten Platzsprecher der St. Pöltner Panthers in der HTL-Halle.

Livestream des USP setzt Maßstäbe

Doch nun moderiert er mit Christopher Schrenk als Experten die Spiele und die Zuschauer erhalten dabei nicht nur die Übertragung von den Geschehnissen am Feld, sondern auch viele Hintergrundinfos und Erklärungen zu den Spielzügen. Dazu gibt es Wiederholungen in Zeitlupe und mit Spielerinterviews direkt nach dem Spiel setzt die USP Maßstäbe. Zusätzliches Plus: Man kann die Spiele auf twitch.tv/usppanthers auch noch weiter anschauen!

Kein Wunder, dass die USP bereits bei der zweiten Übertragung erste Werbeeinblendungen schalten konnte. „Wir machen aus der Not eine Tugend und ganz ehrlich, es macht riesigen Spaß“, gesteht Hofko.

Das ganze funktioniert aber natürlich nur als Team. So kommen Spieler wie Higer und Mayerhofer schon extrem früh in die Halle, um alles aufzubauen. Dazu fungieren zwei USP-Urgesteine als Statistiker, zwei Leute machen die Regie und zwei passen auf die stationären Kameras auf, damit kein Ball rauffliegt. „Mit Christopher versuche ich dann in der Moderation, das Spiel zu einem Event auszubauen“, sagt Hofko.

Die Zugriffe geben ihm und seiner Truppe recht. „Der Aufwand rechnet sich zwar noch nicht ganz, aber lohnen tut er sich auf alle Fälle, denn sogar in Amerika und Mexiko wurde das letzte Spiel geschaut, haben wir damit neue Fans gewonnen“, freut sich auch Trainer Manuel Leitgeb.

Beim letzten Livestream gab es als höchsten gleichzeitigen Zugriff 157 Zuschauer. „Das klingt nicht nach viel, aber wenn man bedenkt, dass hinter den meisten Zugriffen mehrere Personen stecken, weil sich kaum jemand das Spiel alleine anschaut, wie wir von unseren Fans wissen, die sonst in der Halle sind, dann waren wohl 300 bis 350 Personen live dabei. Und so viele Leute kommen nie zu uns in die Halle, weil die ja nicht einmal hineinpassen, einfach Wahnsinn“, freut sich Hofko, gibt aber auch zu, dass die Mannschaft das Livepublikum schon sehr vermisst. „Aber es wird ja hoffentlich bald wieder möglich sein, Leute reinzulassen“, meinte etwa Jonah Zelenka, der zum Man of the Match gewählt wurde – erstmals übrigens via online-voting!

Auch Heimspiel gegen Bisamberg im Stream

Das nächste Heimspiel im Livestream findet am 31. Oktober statt. Gegner ist dann Bisamberg/Hollabrunn. Ab 18.30 Uhr ist die USP wieder live auf twitch.tv/usppanthers — mit Vorberichtserstattung, Spielervorstellung und um 19 Uhr erfolgt dann der Anpfiff.

„Mal schauen, ob wir beim nächsten Heimstream unser Team als Tabellenführer präsentieren können“, hofft Trainer Leitgeb. Nächste Woche geht’s in Innsbruck gegen Hypo Tirol. „Das wird eine harte Nuß“, weiß auch Experte Schrenk, der schon seinem nächsten Moderationseinsatz entgegenfiebert.