Kickinger Fünfte am Stufenbarren

Erstellt am 15. Juni 2022 | 02:16
Lesezeit: 3 Min
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Seli Kickinger fehlen in ihrem ersten Weltcupbewerb nur 13 Zehntel auf eine Medaille — Rang fünf in Osijek!
Foto: ÖFT
Böheimkirchnerin kommt erneut von einer schweren Verletzung stärker zurück.
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Selina „Seli“ Kickinger gelang ihr Debüt im Kunstturn-Weltcup ausgezeichnet: Die 21-jährige Böheimkirchnerin steigerte sich im Finale des Bewerbs im kroatischen Osijek – nach dem achten Qualifikationsrang – auf Platz fünf.

„Eine tolle Erfahrung! Dass ich bei meinem ersten Weltcup gleich ins Finale komme und mir dann sogar nur 13 Hundertstel auf die Medaille fehlen – damit hätte ich nicht gerechnet“, schwärmte die 21-Jährige, die bei der Union Böheimkirchen von Trainerin Agnes Hodi von klein auf betreut wurde, jetzt aber immer mehr bei Nationaltrainer Daymon Lee Jones in Linz trainiert.

Bemerkenswert ist die Comebackstärke von Kickinger, die gleich nach der WM im Herbst erneut eine schwere Verletzug erlitten hatte. Sieben Monate konnte sie keinen Bewerb absolvieren.

„Ich bin froh, dass ich mich so stark zurückkämpfen konnte“, meinte Selina stolz. Noch im November hatte sie sich am Sprunggelenk operieren lassen und danach sechs Wochen Gips getragen. „Dann habe ich im Jänner wieder begonnen, langsam gehen zu lernen und meine Muskulatur wieder aufzubauen. Wochenlang war ich in der Reha, und bin echt froh und dankbar, dass ich ein so tolles Ärzte- und Physiotherapie-Team hinter mir hatte.“

Zuletzt pendelte sie fürs Training zwischen Linz und St. Pölten, wo sie erneut mit Hodi viel gearbeitet hat. Auch Mentalcoaching stand am Programm. Im Olympiazentrum NÖ bekam sie, wenn erforderlich, jederzeit Trainingsmöglichkeiten. „Das Team von Sportland NÖ um Ilse Stöger war fantastisch“, bedankt sich auch Hodi.

Und jetzt hat Kickinger ihren ersten Wettkampf geturnt, ihren ersten Weltcup noch dazu, nur sieben Monate nach ihrer Operation. Stufenbarren und Balken wählte sie als Einstiegsgeräte. „Dass ich am Donnerstag ins Stufenbarren-Finale gekommen bin, für das sich nur die acht Besten qualifizieren konnten, hätte ich mir nie gedacht“, freut sie sich, waren doch mit Rumänien, Deutschland, Türkei oder Indien auch sehr starke unter den 20 teilnehmenden Nationen. Und von jedem Land waren nur zwei Starterinnen zugelassen.

Mit einer fast perfekten Übung hat Seli letztlich sogar den fünften Platz im Finale erreicht, wobei nur 13 Hundertstel aufs Stockerl gefehlt haben. „Aber ich habe mich nochmals um fast drei Zehntel im Finale steigern können“, trauert sie Bronze nicht nach. „Ich konnte beweisen, dass ich zu den besten Turnerinnen gehöre. Am Stufenbarren will ich bis zur EM im Sommer noch meinen Schwierigkeitswert erhöhen und an meiner Übung feilen.“

Diese Woche stehen die österreichischen Meisterschaften an, bei denen Kickinger nach langer Zeit wieder einen Mehrkampf turnen möchte.