Erste Niederlage für Wiesendorf. Wördern lieferte die Überraschung der Runde. Königstetten feierte den ersten Sieg in dieser Saison.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 28. Oktober 2014 (06:01)
Rahmer Hebilji war steter Unruheherd im Zeiselmaurer Offensivspiel. Vor der Pause holte er zwei Elfmeter heraus, verwerten konnte der SVZ nur einen - symptomatisch für das Spiel der vergebenen Chancen.
NOEN, Wolfgang Stritzl

WIESENDORF - ST. ANDRÄ-WÖRDERN 1:4. Im Spiel eins nach Trainer Walter Gary, der aus privaten Gründen zurück getreten war, fügte St. Andrä-Wördern dem Tabellenführer die erste Saisonniederlage zu. Sportlicher Leiter Robert Fink, der als verlängerter Arm des interimistischen Spielertrainers Viktor Göbharter in der Coaching-Zone Platz nahm, erinnert sich: „Wiesendorf ist ein guter Boden für uns. Dort haben wir vor 16 Jahren den letzten Meistertitel gefeiert.“ Mit Fink selbst als Matchwinner.

Wördern überraschte die Hausherren mit einem Blitzstart. Andrzej Ulucki schoss das schnelle 0:1, verletzte sich dabei und musste ausgetauscht werden. Keine Viertelstunde später fiel das zu diesem Zeitpunkt gar nicht unverdiente 0:2. „Wir haben den Beginn völlig verschlafen“, ärgerte sich Wiesendorfs sportlicher Leiter Michael Stadler.

Die Freude über das Anschlusstor währte beim Tabellenersten nur Sekunden. Uros Novakovic wollte den Ball aus dem Tor holen, um das Spiel schnell zu machen, und stieß dabei den Wörderner Philipp Hirsch um. Der Schiri zückte Rot. Für Stadler eine „absolute Fehlentscheidung“: „Solche Szenen passieren in jedem dritten Spiel. Ich habe aber noch nie gesehen, dass dafür Rot gezeigt wird, auch nicht in der Champions-League.“

In Unterzahl bäumte sich Wiesendorf auf. Rene Stangl vergab die Hundertprozentige aufs 2:2, Alexander Kratki dafür auf der Gegenseite im Konter die Tausendprozentige auf die frühere Entscheidung (neben das leere Tor). So musste Wördern bis zur 84. Minute zittern, ehe Markus Damböck das erlösende 1:3 erzielte.

Stadler niedergeschlagen: „Es war klar, dass irgendwann die erste Niederlage kommen muss. Wördern hat sich den Sieg auch verdient. Vor allem zu Beginn war es eine sehr schlechte Leistung von uns.“

Jubel dafür im Lager der Gäste: „Eine sensationelle Leistung von uns, die viel Freude bereitet hat. Wir haben alles richtig gemacht und den Gegner, der uns unterschätzt hat, gleich vorne attackiert“, so Fink.

In der nächsten Runde kommt es für Wiesendorf zum Gipfeltreffen mit dem ersten Verfolger Russbach. Ausgerechnet im Spitzenspiel des Ersten gegen den Zweiten ist Wiesendorf nicht komplett. Uros Novakovic ist gesperrt, Marko Matic fällt auf unbestimmte Zeit aus, er hat gegen Leitzersdorf einen Herzinfarkt erlitten.

ZEISELMAUER - LEITZERSDORF 3:1. Leitzersdorf war mit dem Ergebnis gut bedient. Rahmer Hebilji holte vor der Pause zwei Elfmeter heraus, den ersten verwandelte Nico Schneider, beim zweiten scheiterte er an Tormann Andreas Bumba. Der Ausgleich war umstritten. „Der Schiri hat ein klares Foul an Milenkovic übersehen“, ist Co-Trainer Christoph Fassler überzeugt.

Nach der Pause waren die Tore nur eine Frage der Zeit. Die undisziplinierten Leitzersdorfer – acht (!) gelbe Karten in der ersten Halbzeit – konnten den Gegner nicht mehr halten. Ein Eigentor, das der starke Fabio Fiedler mit einer scharfen Hereingabe zur Mitte erzwang, spielte Zeiselmauer in die Karten. Armin Winkler, Hebilji, Schneider und Martin Illig vergaben Hundertprozentige auf einen möglichen Kantersieg. So blieb es „nur“ beim 3:1, das Schneider erzielte, nachdem der Goalie „Aus“ gerufen hatte, ohne eine Chance auf den Ball zu haben …

„Ich bin stolz auf meine Burschen, dass sie nicht nur Fußball spielen, sondern auch kämpfen können“, lobte Trainer Karl-Heinz Grüneis.

GROSSRUSSBACH - RUST 1:2. Obwohl der Erfolgslauf weiter geht – Rust ist schon seit sechs Runden ungeschlagen – war Trainer Peter Knotek nur bedingt zufrieden. „Wir haben es viel zu locker genommen!“

Nach einigen guten vergebenen Chancen schalteten die Gäste einen Gang zurück. „Gott sei Dank machen wir dann doch noch das Tor.“ Tamas Szalai war nach gutem Pass von Roman Figl zur Stelle.

David König brachte nach seiner Einwechslung viel Schwung ins Spiel. In seiner ersten Aktion holte er den Elfmeter zum vorentscheidenden 0:2 heraus. Eine Viertelstunde vor Schluss gelang Großrussbach die Ehrenrettung.

TULBING - LEITZERSDORF 6:1. Tulbing ist doppelte Wiedergutmachung gelungen. Einerseits nahm man Revanche für das 1:9-Debakel gegen Leitzersdorf im letzten Heimspiel, nach dem Ex-Trainer Harald Fischer zurück getreten war. „Andererseits war das die richtige Antwort auf das Würnitz-Spiel“, freute sich sportlicher Leiter Stefan Griesslehner über die gewaltige Steigerung.

Mario Jelec köpfelte nach Flanke von Ivica Peric das schnelle 1:0 und erhöhte nicht einmal fünf Minuten später mit einem exakt platzierten Schuss auf 2:0.

Das Anschlusstor war umstritten. Einem Tulbinger Abwehrspieler lief der Ball über den Rist, Tormann Konstantin Reicher nahm ihn mit den Händen auf. Der Schiri wertete das Missgeschick als Rückpass. Leitzersdorf verwertete den indirekten Freistoß im Fünf-Meter-Raum!

Daniel Köpf sorgte mit einem lupenreinen Hattrick für die Entscheidung. Er verwandelte einen Foul- (heraus geholt von Jelec) und Handselfmeter und traf dann auch aus dem Spiel (nach schönem Doppelpass von Peric mit Plisnic). Sein viertes Tor verhinderte nur die Stange (76.). Den Schlusspunkt setzte Peter Rohac mit einem Freistoß über die Mauer.

GROSSMUGL - KÖNIGSTETTEN 1:2. Königstetten jubelt über den ersten Saisonsieg! Matchwinner war der überragende Goalie Javier Menendez, der anstelle des erkrankten Holger Hüffel das Tor hütete. Nicht nur Hüffel fiel aus: Trainer Johann Lenk musste auf Grubeck (krank), Chaldek (im Ausland) und Sanchez (verletzt) verzichten. Keine guten Vorzeichen also …

Menendez war Turm in der Schlacht. „Er hat zwei, drei Unhaltbare gehalten“, weiß Lenk, bei wem er sich zu bedanken hat. Großmugl war überlegen, Königstetten setzte auf Konter und ging durch Alexander Nürnberger in Führung. Nach der Pause glichen die Hausherren nach einem weiten Ball – Mendenz verlor den Schnittball – aus. Die Entscheidung: Sanel Hamzic schoss den Tormann an, der Ball kam zu Nürnberger, der für Arencibia auflegte – 1:2!