Maximilian Girschik: Der Traum vom NBA-Profi. Der Tullner Maxi Girschik (20) spielt derzeit in den USA College- und studiert. Im NÖN-Interview erzählt er, wie es sich anfühlt, seinen Traum vom Profi zu leben.

Von Bettina Viveros. Erstellt am 17. Februar 2021 (01:18)
Maximilian Girschik.
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NÖN: Was bedeutet es für Sie persönlich, in der zweiten Division der amerikanischen College Liga aufzulaufen?
Maximilian Girschik: Hier zu spielen war schon immer mein Traum. Allerdings habe ich, um ehrlich zu sein, das Niveau unterschätzt. Der Unterschied von Division 1 und 2 ist kleiner, als ich dachte, vor allem, weil wir in ganz Amerika zu den besten Teams in der Division 2 gehören.

Wie oft sind Sie schon zum Einsatz gekommen?
Noch nicht so oft, wie ich gedacht habe. Ich habe aber mit meinem Coach darüber geredet und er meint, dass ich dieses Jahr noch brauche, um stärker zu werden und mich anzupassen. Vom Spielerischen wäre ich bereit, vom Körperlichen aber noch nicht. Mein größtes Ziel ist jetzt, ein paar Kilo zuzunehmen und generell „härter“ zu werden.

Inwiefern unterscheiden sich die Trainingsbedingungen von jenen in Österreich?
Hier ist alles viel professioneller, das Training intensiver. Wir haben drei- bis viermal pro Woche Krafttraining am Morgen und jeden Tag normales Training und Videoanalyse von den Spielen der Vorwoche. Sonntag ist der einzige Tag, an dem wir frei haben. Unter der Woche sind wir meistens gegen 17 Uhr fertig und haben dann Freizeit. Weil wir als Team fast alles gemeinsam unternehmen, ist unsere Freundschaft und Chemie enger und besser als in den Teams, in denen ich vorher gespielt habe.

Hier ist alles viel professioneller, das Training intensiver

Wovon profitieren Sie sportlich gesehen am meisten?
Auf jeden Fall von der Trainingsintensität und vom Level meiner Mitspieler. Wenn man jeden Tag gegen solche Leute im Training antreten muss, ist das sehr gut, vor allem für mich, da ich der einzige Freshman (Student des ersten Jahres, Anm.) und der Jüngste im Team bin. Vor allem die Anerkennung, die ich hier bekomme, ist sehr cool.

Apropos Freshman – wie lassen sich Studium und Basketballspielen miteinander vereinen?
Mit dem Studium habe ich keine Probleme und komme überall einfach mit. Wenn man hier auf einem College im Basketball-Team ist, bringt das auch einen hohen Grad an Bekanntheit. Auch, dass ich aus Österreich komme, macht mich interessanter bei den Menschen hier.

Das klingt fast so, als würden Ihnen aus der Heimat wenig abgehen?
Naja, meine Familie und meine Freunde fehlen mir schon. Auch das Essen geht mir sehr ab. Hier ist alles so fettig und ungesund, was am Anfang zugegeben ganz angenehm war.

Ist das Auslandsjahr durch die Pandemie mit starken Einschränkungen verbunden?
Nein, denn Restaurants, Kinos und Bars haben offen, man muss nur überall eine Maske tragen. Das Leben ist hier also eigentlich fast normal, auf jeden Fall normaler als daheim. Bei unseren Spielen dürfen Hallen nur zu 25 Prozent ausgefüllt sein, das ist aber schon die größte Einschränkung.

Wie soll es für Sie in Zukunft weitergehen?
Ich habe auf jeden Fall vor, nächstes Jahr zurückzukehren und werde dann bereit sein, eine größere Rolle im Team einzunehmen. Eine Profi-Karriere wäre aber eher in Europa oder woanders möglich, nicht in der NBA.