Brada‘ muss gehen. Atzenbrugg/Heiligeneich trennte sich nur zwei Tage nach dem Titel von seinem Trainer. Es gab Diskrepanzen mit dem Vorstand.

Erstellt am 11. Juni 2014 (23:59)
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Marienthals Neo-Coach Markus Kernal kann mit der bisherigen Vorbereitung nicht zufrieden sein.

Knalleffekt in Atzenbrugg/H. Der Meister der Gebietsliga NW/WV trennte sich von seinem Spielertrainer Amir Bradaric. Grund waren Auffassungsunterschiede bei der Kaderplanung für die nächste Saison. Konkret gab es Diskrepanzen zwischen Bradaric und dem sportlichen Leiter Erich Langer. „Ich wollte Spieler behalten, die er nicht behalten wollte“, erklärte Langer. Bradaric bestätigte das im NÖN-Interview.

Die Diskussion zwischen den beiden, die übrigens schon etwa ein Monat zurück liegt, führte so weit, dass Langer seinen Rücktritt bekannt gab. Als Bradaric in seine Rolle schlüpfen wollte, stellten sich vor allem die Sponsoren quer. „Ich habe dann einen Rückzieher gemacht, aber das war schon zu spät“, erklärte Bradaric. Also musste er gehen. „Langer wollte mir zeigen, wer der Chef ist, und das hat er gemacht.“

Dass die Entscheidung des USV schon länger festgestanden hatte, sieht man daran, wie schnell es einen Nachfolger gab.

Kernal kehrt als Trainer zurück

Dieser heißt Markus Kernal. Bevor Bradaric zum Verein gekommen war, rettete Kernals als Spieler und dann, als er verletzt war, als Trainer den USV vor einem Abstieg in die 2. Klasse. Dass er verfügbar war, war auch ein Grund für die schnelle Trennung von Bradaric. „Wenn ein Mann wie Kernal am Markt ist, muss man nicht lange überlegen, sondern schnell zuschlagen“, so sportlicher Leiter Klaus Kerschbaumer.

Kernal wird Atzenbrugg/H. nach dem Durchmarsch in die 2. Landesliga führen. Die Fußstapfen, die er zu füllen hat, sind groß. Immerhin war die Ära Bradaric, sportlich gesehen, eine „große Erfolgsstory“, so Bradaric. Für die Erfolge ist der Verein sehr dankbar: „Bradaric hat sehr gute Arbeit geleistet. Er ist ein sehr guter Trainer“, meint Langer. Auch Kerschbaumer bedankt sich „für zwei Jahre mit zwei Meistertitel“.

Bradaric selbst „wäre gerne geblieben“. Er ist momentan auf der Suche nach einem neuen Verein. Diese sollte nicht lange dauern. Es gibt schon erste Gespräche.