Die Landesliga hat ihr Traum-Finale. Titelverteidiger Tulln trifft im Finale auf Erzrivalen Stockerau. Beide haben ihre Gruppen ganz klar dominiert.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 14. Februar 2018 (01:10)
Der EHC Tulln (Bild: Oliver Berger) setzte sich auch im Rückspiel gegen Mödling durch. Im Finale wartet Stockerau.
NOEN, Sandra Etlinger

Tulln wahrte die Chance auf die Titelverteidigung. Wie schon im Hinspiel wurden die Weichen Richtung Sieg allerdings erst im dritten Drittel gestellt.

Entgegen dem Spielverlauf war Mödling überraschend in Führung gegangen. Nach jeweiliger Vorarbeit von Oliver Berger und Clemens Takats drehte Tulln den Spieß um.

Die Hausherren erwischten einen perfekten Start ins zweite Drittel: 4:1-Führung! Plötzlich schlich sich der Schlendrian ein. „Wir waren zu lässig. Jeder wollte ein Tor schießen“, ärgerte sich Trainer Patrick Privoznik. Mödling machte es tatsächlich wieder spannend und verkürzte im Power-Play (5:3-Überzahl) auf 3:4.

Privoznik rüttelte seine Schützlinge in der letzten Drittelpause wach, zeichnete eine „Spielerwichtigkeits-Pyramide“ auf. An der Spitze: Tormann Johann Bauer, über die Saison gesehen der beste Tullner. „Aber egal, wer oben und wer unten steht: Wir sind ein Team und gewinnen und verlieren gemeinsam.“

Tulln schrie sich für den Schluss-Abschnitt ein – und war hellwach. Nach 37 Sekunden erhöhte Sandro Köchl auf 5:3. „Bleibt drinnen, macht noch eines“, schickte Privoznik die wechsel-willige Linie zurück aufs Eis. Diese gehorchte artig: Oliver Berger stellte 14 Sekunden später auf 6:3. Das Tor des Abends erzielte EHC-Tulln-Kapitän Mario Schatz. Er tankte sich von hinten durch, spielte seine Gegner aus und erzielte – fast schon hinter dem Tor stehend – im Zweit-Versuch das 7:3! Ein super Treffer!

Gegner im Finale ist Stockerau. Privoznik, der als Tulln-Trainer alle 16 Spiele gewonnen hat, drückt auf die Euphoriebremse und verweist auf den 9:0-Halbfinalsieg der Lenaustädter gegen den ECU Amstetten, „gegen den wir uns deutlich schwerer getan haben. Stockerau ist ganz klarer Favorit.“

Geschlagen gibt sich Titelverteidiger Tulln aber freilich nicht. „Wir wollen gewinnen. Auch im letzten Jahr (gegen Amstetten; Anm.) waren wir im Finale nicht der Favorit. Wenn wir unseren Matchplan genau befolgen, bin ich überzeugt, dass wir es schaffen.“ Worauf es ankommen wird? „Kein Tor zu kriegen. Denn schießen werden wir sicher ein paar.“

Der beim Hinspiel in Mödling (70 Strafminuten für Tulln!) ausgeschlossene Mario Hadwig wurde für zwei Spiele gesperrt, fehlt damit im ersten Finalspiel. Beim zweiten (in Tulln) fällt Goalie Bauer aus, Trainer Privoznik ist fraglich. Ein eventuell notwendiges drittes Spiel der best-of-three-Serie würde in Tulln stattfinden.