Julia Schwarz für Weltmeisterschaft gewappnet. Tullns Nationalteamspielerin Julia Schwarz bereitet sich auf die Weltmeisterschaft vor, die im August in New York stattfindet.

Von Alex Erber. Erstellt am 09. Mai 2018 (02:46)
Bei der Weltmeisterschaft in New York möchte Österreichs Nationalteam nahtlos an den Erfolg von 2017 anknüpfen, als man in Glasgow Europameister wurde. Im Bild: Antonia Maetz, Cati Weber, Juliette Lenoble, Nicole Kremser, Isabella Steiner, Stephanie Usunova, Julia Schwarz, Marissa Umreich, Nicola Studeny (hinten), Annika Jedliczka, Anna-Maria Pollany, Lisa Leichtfried, Katharina Rasinger, Eva Kulnigg (vorne, jeweils von links), Teamtrainer Stefan Leitinger (liegend).
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In der Heimstätte der Eishockeyspieler der Rangers oder der Basketballer der Knicks wird im August eine Sportart präsent sein, deren Bekanntheitsgrad hierzulande zwar größer wird, vergleichsweise jedoch noch immer ein Schattendasein fristet. Der New Yorker Madison Square Garden, „The World’s Most Famous Arena“, ist Schauplatz der Dodgeball-Weltmeisterschaft.

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Mitten drin statt nur dabei wird die Tullnerin Julia Schwarz sein. Sie hat sich mit dem Nationalteam bei der vorjährigen Europameisterschaft in Glasgow für die Weltmeisterschaft qualifiziert.

Was ist Dodgeball? Kurz gesagt Völkerball auf moderne Art. Zwei Teams zu je sechs Spielern in zwei unterschiedlichen Spielfeldern, allerdings mit fünf Bällen gleichzeitig. „Die Basiselemente sind Ausweichen, Abwerfen, Rausfangen“, klärt Schwarz auf.

Knieverletzung und dann Kreuzbandriss

Die 30-Jährige ist seit ihrer frühen Kindheit sportaffin. Es beginnt mit Ballett und Sportakrobatik. Mit acht Jahren kommt parallel dazu eine weitere Sportart hinzu, kein Wunder in der damaligen Hochburg: Handball. Und es dauert nicht lange, da merkt sie: „Handball ist spannender!“

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Steil bergauf verläuft die Karriere, mit 17 Jahren schnuppert Schwarz mit Union Korneuburg Luft in der höchsten Spielstufe Österreichs. In dieser Saison ereilt die Flügelspielerin allerdings eine schwere Knieverletzung: „Nach dem Comeback war es nicht mehr so wie früher.“

Ab 19 widmet sie sich dem Studium der Psychotherapie-Wissenschaft an der privaten Sigmund-Freud-Universität. Nach sechs Jahren Pause findet sie den Weg über Beachhandball zurück zum klassischen Handball, absolviert für den UHC Tulln zwei Saisonen, ehe erneut eine Verletzung folgt: Kreuzbandriss.

"Aufhören kam für mich nicht in Frage"

„Aufhören kam für mich nicht in Frage“, stellt sie klar. Handball war aber Vergangenheit. „Ich probierte Tennis und Squash, aber dann ist mir Dodgeball regelrecht reingerannt“, sinniert sie über den Oktober 2016, in dem ihre neue Laufbahn begann. Warum nicht Tennis, warum nicht Squash? „Mannschaftssport fasziniert mich viel mehr!“

Rasant stellten sich erste Erfolge beim Verein „Wolfpack D. C.“ aus Baden ein, die Einberufung ins Nationalteam folgte mit dem blitzschnellen Höhepunkt EM-Titel 2017. WM-Ziel? „Wir wollen Österreich so gut wie möglich repräsentieren“, gibt sich Schwarz diplomatisch.

Wer den WM-Trip finanziell unterstützen möchte, kann dies über die Crowdfunding-Plattform „I believe in you“ tun. Die Spender bekommen als Gegenleistung ein Teamfoto mit Unterschrift oder eine Einladung zur gemeinsamen Feier. Frei nach dem Motto: „Ich gebe für Dodgeball, ich bekomme Dodgeball zurück.“