Ein Traum wird wahr. Um Michael Gaubitzer den Start bei der Rundfahrt zu ermöglichen, gründete Erich Amplatz extra einen Radverein. Im fünften Jahr schaffte der BMC die Quali.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 25. Juni 2014 (07:45)
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Michael Gaubitzer hat es geschafft. Er ist – als einziger Fahrer aus dem Bezirk – zum allerersten Mal bei der Österreich-Radrundfahrt am Start. Genau um ihm diesen Traum zu erfüllen, gründete der ehemalige Tischtennis-Spieler Erich Amplatz vor vier Jahren den „RSC Amplatz“. Im fünften Jahr seines Bestehens löste der junge Verein zum ersten Mal das Tour-Ticket. Zumindest 25 Punkte mussten die zwölf aus vier Nationen stammenden Fahrer bei den zur Europa-Tour zählenden Rennen im Ausland einfahren, 31 sind es geworden.

„Wir wollen uns bei der Tour gut präsentieren. Die heurige Rundfahrt ist die schwerste, die es je gegeben hat“, weiß Vater Fritz Gaubitzer, Obmann-Stellvertreter und sportlicher Leiter des RSC Amplatz. Am vergangenen Wochenende war er bei der Oberösterreich-Rundfahrt im Einsatz, der BMC Amplatz gewann die Teamwertung, als beste Einzelresultate standen Platz vier und sieben zu Buche.

Michael Gaubitzer war aus gesundheitlichen Gründen nicht am Start. Der Verband führt ihn zwar als Profi, ein echter ist er aber nicht. „In Österreich gibt es nur 20 Profis, die allein vom Rad fahren leben können“, weiß Vater Fritz. Sein Sohn arbeitet 25 Stunden pro Woche bei der Fa. Forstinger in Krems. 20 Stunden wird trainiert – womit er immer noch auf zwei Drittel des wöchentlichen Pensums eines Profis kommt. Inklusive Rennen werden pro Jahr 25.000 Rad-Kilometer zurück gelegt.

„Das härteste Rennen meiner Karriere“

Klar ist Michael Gaubitzer vor seiner Feuertaufe angespannt. „Der Respekt ist groß, aber den muss man auch haben. Ich bin zwar schon viele Rundfahrten gefahren, aber das wird sicher das härteste Rennen meiner bisherigen Karriere. Aber für jeden unseres Teams ist es komplettes Neuland und eine Stufe aber dem bisher Dagewesenen.“ Sein Ziel: „Die Mannschaft bestmöglich unterstützen und selbst in einer oder zweien Etappen aufzeigen.“ Seiner Mannschaft traut der 30-jährige Kollersdorfer, der als Allrounder gilt, einen Top-20- bis -30-Platz in der Gesamtwertung zu. Das Wichtigste aber: „Dass wir die Tour ausfahren.“ Druck haben er und sein Team keinen. „Den hatten wir nur in der Quali. Jetzt überwiegt ganz klar die Vorfreude. Dass wir dabei sind, ist Weltklasse!“

Zu verdanken hat es der BMC Amplatz nicht zuletzt den Sponsoren, „die uns super unterstützen“: BMC, Dr. Auer, Isostar und das Land Niederösterreich.

Michael Gaubitzer ist am 2. Oktober 1983 geboren. Er betreibt den Radsport seit seinem zwölften Lebensjahr.