Tullner quert Ärmelkanal. Anton Floh aus Tulln ist der erste Österreicher, der erfolgreich den Ärmelkanal von England nach Frankreich durchschwimmt. Nach „nur“ 12,5 Stunden schreibt er Geschichte!

Von Bettina Kulmer. Erstellt am 26. August 2014 (12:00)
NOEN, Grossschmidt Thomas
Nicht allein. Floh schwamm neben Frachtern und Treibgut.
„Die Hände tun mir noch etwas weh, aber sonst geht‘s mir gut“, berichtet Anton Floh. Man merkt ihm nicht an, dass er wenige Stunden zuvor als erster Österreicher den Ärmelkanal überquert hat.

Nach zehn Tagen hoffnungsvollen Wartens auf passendes Wetter kam am 24. August endlich das O.K. Floh stieg um 11 Uhr Ortszeit am Strand von Dover (England) ins Wasser und erreichte um 23.30 Uhr französischen Boden. Mit den 12:30 Stunden lag er deutlich unter dem Durchschnitt, der 2013 bei 14:10 Stunden lag.

„Wackelig und müde, aber glücklich!

Was man in dem Moment fühlt, wenn man das Ufer erreicht? „Etwas wackelig! Da ist man schon ein bisschen weich in den Knien. Ansonsten war ich müde, aber glücklich.“

Die Bedingungen im Wasser hatte sich der Tullner weitaus schlimmer vorgestellt und sich deshalb bereits ein Jahr darauf vorbereitet. Dabei achtete er vor allem auf besonders kaltes Gewässer, denn Neoprenanzüge sind verboten. Lediglich Badehose, Schwimmbrille und Badehaube sind gestattet.

Über den Winter nutzte Floh das Tullner Aubad, dann wechselte er in die Donau, kalte Seen und sogar ins Meer, um sich auf Wellen und Salzwasser einzustellen.

„Mit der Kälte hatte ich kein Problem“

„Das viele Training hat sich ausgezahlt. Mit der Kälte hatte ich kein Problem, nur die Wellen haben etwas gestört, und die Quallen haben mich erwischt. Andere Schwimmer müssen sich übergeben, schlucken viel Salzwasser. Mir ist es relativ gut gegangen, soweit das in so einer Situation möglich ist.

NOEN, privat
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Ans Aufgeben hat der 44-Jährige daher nie gedacht, „das darf man auch nicht, sonst ist es vorbei.“ Ein Begleitboot von der Channel Swimming Association gab den Kurs vor, achtete auf Strömungen und andere Schiffe.

Lebensgefährtin Birgit Geissler verpflegte den Extremsportler halbstündlich. „Wenn man nur so reinspringt, würde man nie drüben ankommen“, weiß Floh.

Als „Channel Swimmer“ Geschichte geschrieben

Er hat das geschafft, was nur etwa einem Fünftel aller Kanal-Schwimmer gelingt und in Österreich erst eine Frau vor genau 80 Jahren geschafft hat (von der CSA offiziell nicht anerkannt, da von Frankreich nach England geschwommen, Anm.).

NOEN, Grossschmidt Thomas
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Mit der erfolgreichen Überquerung schreibt Anton Floh nun als „First Austrian Channel Swimmer“ Sportgeschichte.

Folgende Sponsoren haben Anton Floh unterstützt: Flash Fireworks, Lugus Gratzl, Gnant Transport, Raika Tulln, Tri Tulln, JPricken, Grabdesign Haberl, ITS Prachner, Allianz-Agentur Fuchs, Fliesen Forster, Fa. Tradelink.

Die NÖN hatte bereits vorab von Flohs großen Vorhaben berichtet: