Dumm gelaufen für Grafenwörth. Grafenwörths Trainer verwechselte bei der Aufstellung die Nummern 15 und 16. Die Folge: Punkteabzug, 0:3-Tore und ein Stern.

Von Wolfgang Stritzl und Wolfgang Wallner. Erstellt am 28. Oktober 2014 (05:26)
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Aus einem 1:1-Remis im Schlagerspiel gegen Gebietsliga-Leader Grafenwörth werden drei Punkte samt 3:0 für den SV Rehberg. Möglich macht das die Verbandsentscheidung vom Mittwoch – nach einem Protest der Rehberger. Der NÖFV sprach eine Strafverifizierung aus und versah den Tabellenführer mit einem Sternchen, der eine automatische Rückreihung bei Punktegleichheit bedeutet. Das imposante Torverhältnis – vor der Strafe 26:4 – ist mit einem Schlag nichts mehr wert.

Falsche Eingabe im Online-System

Der Grund: Auf dem Blankett stand die Nummer 15, Kevin Kloss, und nicht Christoph Enzinger, der mit der 16 tatsächlich einlief. Die verhängnisvolle Verwechslung war Trainer Jürgen Fangmeyer am Vortag bei der Eingabe der Aufstellung im Online-System passiert.

„Kloss ist schon wochenlang verletzt und nicht einmal im Kader“, so Fangmeyer. Daher befand sich dessen Spielerpass nicht in der Mappe, die FIFA-Referee Markus Hameter zur Kontrolle vorgelegt wurde.

Kurz vor Anpfiff wurde es stressig. „Das Online-System ist kurzzeitig ausgefallen. Weil die Zeit knapp war, hat niemand mehr von uns die Aufstellung kontrolliert.“ Fangmeyer war in der Kabine, als der Platzsprecher die falsche Aufstellung durchgab, hörte sie also nicht. „Nur ein paar Zuschauer haben sich gewundert.“ Davon erfuhr Fangmeyer aber erst im Nachhinein.

Fehler in 88. Minute bemerkt

Dass etwas nicht passte, wurde in der 88. Minute bemerkt. Florian Horschitzka sollte für Enzinger eingewechselt werden. Doch dessen Nummer 16 gab es nicht, wie der Schiri-Assistenten feststellen musste …

Das Zitterspiel begann. „Hoffentlich hat das keine Folgen“, hoffte Fangmeyer auf eine Bestätigung des Ergebnisses von 1:1, nachdem Heim-, Auswärtsmannschaft und der Schiri das Blankett unterschrieben hatten.

Pikant: Fangmeyer glaubt, dass nicht Rehberg, sondern der Trainer eines Liga-Konkurrenten darauf gedrängt habe, Meldung zu erstatten. Den Protest hat Rehberg eingebracht. „Aus dem Publikum kam der Hinweis, dass etwas nicht stimmt“, erinnert sich Rehbergs Sektionsleiter Erich Ratheyser. „Ich glaub‘ den Grafenwörthern, dass sie das nicht absichtlich gemacht haben. Aber es gibt nun einmal Regeln, die einzuhalten sind. Wär uns etwas passiert, hätte es Grafenwörth auch nicht auf sich beruhen lassen.“
 

Hintergrund

Für den USC Grafenwörth gab es wegen des Einsatzes eines nicht nominierten Spielers (Christoph Enzinger) folgende Strafen: 200 Euro Geldstrafe. 3:0-Strafbeglaubigung (3 Punkte und 3:0-Tore für Rehberg). Grafenwörth wird bei Punktegleichheit in der Tabelle automatisch rückgereiht.

Als Beweismittel wurden dem Verband Fotos vorgelegt, die Grafenwörths vereinseigener Fotograf gemacht und einem Internetportal zur Verfügung gestellt hatte.

Fangmeyer selbst gibt seinen Fehler zu. „Es tut mir wirklich leid für meine Jungs, dass ich es verbockt habe.“ Er findet die Strafe zu hart. „Es wird kein Unterschied zu Vereinen gemacht, die vorsätzlich handeln. Außerdem hätte dem Schiri auffallen müssen, dass ein Spielerpass fehlt.“
 

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