HSV Langenlebarn sichert sich Meistertitel. Nach 32 Jahren endlich wieder Meister! Im allerletzten Versuch holt sich das Team des HSV Langenlebarn in Stockerau mit 0,55 Punkten Vorsprung den Bundesliga-Titel.

Erstellt am 06. Dezember 2017 (01:36)
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Die Mannschaft des HSV-Langenlebarn erkämpfte sich mit starken Leistungen den Bundesliga-Meistertitel. Das Team: Florian Koch, Philipp Forster, Maximilian Moldaschl, Mario Pöttinger, Florian Doppler, Aslanbek Arsimerzayev (v.l.n.r.). Forster stieß im letzten Versuch 196 kg.

Kein Drehbuchautor hätte die Dramaturgie dieses Finales spannender schreiben können. Erst mit dem allerletzten Versuch überholte das Team des HSV Langenlebarn den Top-Favoriten SK Vöest Linz. Mit einem Hauch von 0,55 Punkten Vorsprung holten sich die Athleten den Bundesliga-Titel.

Vor genau drei Jahren beschlossen HSV-Sektionsleiter Stefan Weindl und FAC Gitti-Citty Stockerau-Chef Andreas Leister, etwas Neues zu wagen. Eine blutjunge Mannschaft aus den eigenen Reihen aufzubauen. Ohne Legionäre, ohne Zukauf, ohne ältere Athleten. Ziel war es, in etwa fünf Jahren um den Titel kämpfen zu können. Doch dann ging alles viel schneller.

Leistungssprung im zweiten Jahr

Bereits im ersten Jahr konnten sich die Langenlebarner mit respektablen 1.526,76 Punkten über den dritten Podestplatz freuen. Im zweiten Jahr dann ein großer Leistungssprung. Mit 1.679,02 Punkten fehlten dem Team nur 53 Punkte zu Seriensieger Linz. Der Vizemeistertitel war ein erfreuliches Ende einer guten Saison. Dann der unerwartete Zugang und die Integration des Asylwerbers Aslanbek Arsimerzayev. Ein ehemaliger Weltklasse-Athlet aus Kasachstan komplettierte die Mannschaft.

In der neuen Saison dann das Knacken der 1.700 Punkte-Schwelle. Und schließlich die letzten Vorrunden beim direkten Kontrahenten in Linz. Im Reißen noch ein knapper Rückstand, drehten die Sportler des HSV im Stoßen die Partie und siegten mit 16,72 Punkten Vorsprung. Das sind umgerechnet nur etwa 14 Kilogramm. Ein haarscharfer Sieg.

Dann endlich ist es soweit. Der Tag des Finales. Welche Reserven können die Werkssportler noch ausschöpfen?

Maximilian Moldaschl beginnt mit souveränen 106 kg Reißen. Dann die Schreckenssekunde: Beim Versuch eine neue Bestleistung aufzustellen, verliert Moldaschl kurz die Kontrolle und greift sich an den Rücken. In der Zwischenzeit gelangen Mario Pöttinger 5 kg mehr als in Linz. Im Stoßen wartet alles auf Moldaschl. Ob er die Verletzung spürt oder nicht - sein Siegeswillen ist unübersehbar: neue Bestleistung mit 131 kg.

In der zweiten Gruppe haben EM-Starter Florian Koch und Aslanbek Arsimerzayev hingegen nicht ihren allerbesten Tag. Aber sie kämpfen um jedes Kilogramm. Gegenüber dem Linzer Team verlieren sie nur 3,5 Punkte. Dennoch liegen die Blauen nun knapp in Führung. Die Entscheidung fällt in der letzten Gruppe.

Philipp Forster strotzte vor Motivation

Philipp Forster, der stärkste Nachwuchs-Gewichtheber Österreichs ist offensichtlich über motiviert. Er reitß sein Anfangsgewicht von 154 kg hinten durch, Fehlversuch. In der nächsten Runde versucht Forster zu dosieren, leider zu viel und die Hantel fällt vorne hinunter. Der letzte Reißversuch gelingt. Die Chance ist intakt, der Rückstand aufholbar.

In der letzten Runde muss Forster 196 kg stoßen, dann ist der Sieg sicher. Konzentriert geht der Athlet zur Hantel, stößt aus und spannt dagegen - ein Bilderbuchversuch. Der Bundesliga-Titel! 32 Jahre ist es her, dass eine NÖ Wettkampfgemeinschaft Bundesliga-Meister wurde. Damals wie heute ein sensationeller Erfolg auf den alle Beteiligteen und besonders die Sportler stolz sein können.