Tulln

Erstellt am 23. Januar 2019, 02:35

von Wolfgang Stritzl

„Haben sicher genug Qualität“. Markus Wagesreiter sieht gute Chancen, mit Tulln den heiß ersehnten Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen.

Markus Wagesreiter ballt die Faust. Diese Szene stammt vom freundschaftlichen Länderspiel gegen Deutschland 2014. Es war eines von 145 Länderspielen, die Wagesreiter bestritten hat.  |  APA, Pfarrhofer

Am Samstag empfängt Tulln in der Regionalliga Graz. Markus Wagesreiter, der für Österreich 145 Länderspiele bestritten hat, soll den UHC in die Bundesliga führen. Am 14. Jänner feierte der dreifache Familienvater seinen 37. Geburtstag. Die NÖN bat den Ex-Deutschland-Legionär, der seit dem Ende seiner Profi-Karriere als Physiotherapeut arbeitet, zum Interview.

NÖN: Der Kreis schließt sich. Zu Beginn und jetzt am Ende Ihrer Karriere spiel(t)en Sie für Tulln. 2004 sind Sie mit dem UHC Österreichischer Cupsieger geworden. Wer von damals steht auch eineinhalb Jahrzehnte später noch immer in der Mannschaft?
Markus Wagesreiter: Da gibt es einige: Hansi Schmölz, Markus Fischer, Ralf Schneider, Mario Vizvary und natürlich Andras Bozso.

Die Mannschaft hat also viel Qualität. Welchen Eindruck haben Sie in den ersten Trainings und den beiden Spielen in der Landesliga, die Sie bisher bestritten haben, gewonnen?
Wagesreiter: Die Mannschaft ist sehr homogen, das Klima innerhalb des Teams sehr gut. Es ist eine gute Mischung aus Jung und Alt. Wir haben viele erfahrene Spieler, die genau wissen, worum es geht, aber auch talentierte Junge, denen ich mit meiner Erfahrung helfen möchte.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, die Regionalliga zu gewinnen und den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen?
Wagesreiter: Gut! Wir brauchen uns vor niemandem verstecken, haben genug Qualität, um den Aufstieg zu schaffen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen. Wir dürfen aber nicht davon ausgehen, dass es ein Selbstläufer wird. Wir müssen im Kollektiv gut auftreten und vor allem eine gescheite Deckung spielen. Wenn das gelingt, sollte es in die richtige Richtung laufen.

Im Sommer hatten Sie Ihre Karriere bei Stammverein St. Pölten eigentlich schon beendet. Was hat Sie zum Comeback in Tulln bewogen?
Wagesreiter: Das halbe Jahr Pause war für mich wichtig, vor allem mental. Seit ich 16 bin, war ich fast jeden Tag in der Halle, um Handball zu spielen. Ich habe im Sommer eine Auszeit gebraucht und war im Winter bereit für eine neue Aufgabe. Mit Tulln war ich schon länger im Gespräch, und als Georg Pferschinger erneut angefragt hat, hat es gepasst.

Könnten Sie sich vorstellen, über den Sommer hinaus in Tulln zu spielen?
Wagesreiter: Die Vereinbarung läuft vorerst nur über ein halbes Jahr. Momentan habe ich nicht vor, länger zu spielen. Aber erst einmal den Aufstieg schaffen, und dann sehen wir weiter!

Wie beurteilen Sie das enttäuschende Abschneiden der österreichischen Nationalmannschaft bei der WM (Hauptrunde klar verpasst, nur Spiel um Platz 19)?
Wagesreiter: Man hat gesehen, dass es international auf Kleinigkeiten ankommt, wenn die Tagesform nicht passt. Als Nation sind wir noch nicht soweit. Aber die Qualität hätten wir auf jeden Fall. Das Spiel gegen Chile war eine große Enttäuschung. Vielleicht war ein Mitgrund, dass wir einen Tag weniger Pause hatten als der Gegner. Das hat mich an die WM in Schweden erinnert, die ich gespielt habe. Auch damals haben wir zwischen den Brasilien- und Japan-Spielen nur eine kurze Pause gehabt und es dann nicht geschafft.