Jetzt schrillen die Alarmglocken in Tulln. Tulln wurde vom Letzten vorgeführt. Die erste Halbzeit war eine Katastrophe. Nur drei Tullner Tore aus dem Spiel!

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 19. Februar 2020 (01:00)
Bild mit Symbolcharakter: Tulln (im Bild Maximilian Wolffhardt, der mit Abstand Beste seiner Mannschaft) ist am Boden.
Wolfgang Stritzl

So steigt Tulln ab. Die erste Halbzeit war eine regelrechte Katastrophe. Aus dem Spiel heraus erzielte der UHC drei (!) Tore – eine unfassbar schlechte Ausbeute. Mehr als die Hälfte aller Tullner Treffer warf Andras Bozso vor der Pause aus Siebenmetern (vier).

„Die Mannschaft steckt in der Krise“

„Die Mannschaft steckt in der Krise“, gab es für Trainer Jörg Sibral nichts zu beschönigen. „Sie braucht ein Erfolgserlebnis. Das kann auch eine gute zweite Halbzeit sein.“

Das, was der UHC vor der Pause bot, hatte mit Handball nur wenig zu tun. „Wir spielen nicht miteinander, es passiert zuviel alleine.“ Nur zwei Mann stemmten sich vergeblich gegen die Niederlage: Tormann Andreas Schwarz, der noch vor der Pause den angeschlagenen Mario Vizvary ersetzte. Und Maximilian Wolffhardt. „Er hat das beste Spiel seines Lebens gemacht. Dafür muss ich ihm ein Riesen-Kompliment machen.“

Ein Wolffhardt in Best-Form allein reichte freilich nicht. Oliver Nikic (Bänderriss im Knöchel, hätte aber ohnehin nicht gespielt, da zeitgleich Krems Tirol empfing) fehlte an allen Ecken und Enden. Tulln hatte keinen Werfer, der aus dem Rückraum leichte Tore erzielen hätte können. Spielerisch lief rein gar nichts zusammen. Mickrige drei (!) Tore aus Tullner Positionsangriffen in 30 Minuten sprechen Bände.

Kein Durchkommen gab es für Laszlo Kovacs.
Stritzl

Sibral ließ nichts unversucht, setzte in der zweiten Halbzeit auf doppelte, dann dreifache Manndeckung. 22 Sekunden vor Schluss nahm Tulln sogar Time-Out. „Ich wollte den jungen Spielern, die ihre Einsatzminuten wirklich gut genutzt haben, einen schönen Abschluss ermöglichen.“ Tatsächlich erzielte Dominic Bonic mit einem Flieger-Tor den schönsten Treffer des Abends.

Tulln ist nach der bitteren Niederlage im Kellerderby auf den letzten Platz abgerutscht. Dies verschlechtert die Ausgangssituation vor den entscheidenden Spielen gegen den Abstieg. Gelingt es Tulln in den nächsten fünf Runden nicht mehr, die rote Laterne abzugeben, hat man im Best-of-three gegen St. Pölten nur ein Mal Heimvorteil.