Knappe Niederlagen für Tulln . Es ist derzeit wie verhext: Gegen Graz und Korneuburg fehlte Tulln nur ein Tor zu einem Unentschieden.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 03. Februar 2021 (01:18)
Milan Cucuz zählt zu den besten Torhütern der Liga. Mit seiner Verpflichtung hat der UHC einen Goldgriff getätigt. Gegen Graz hielt er 18 Bälle, so wie hier einen Wurf vom linken Flügel.
Stritzl

KORNEUBURG - TULLN 26:25. Tulln-Trainer Zeljko Gasperov konnte es nicht fassen: „Das ist unglaublich! Jetzt ist es schon das dritte Mal in Folge, dass nur ein Ball entschieden hat!“ Nach den Fivers und Graz fehlte Tulln auch gegen Korneuburg ein einziges Tor zum Sieg bzw. Unentschieden.

Tullns Torschütze vom Dienst Mislav Nenadic fiel mit einer Wadenzerrung aus. „Mit ihm schaut es anders aus.“ In der ersten Halbzeit knöchelte Maximilian Wolffhardt um und konnte nicht mehr weiter machen.

Das Spiel war heiß umkämpft. Eine Viertelstunde vor Schluss stand es 21:21, in der 55. Minute aus Tullner Sicht Minus-eins. Das neuerliche Anschlusstor zum 25:26 kam zu spät. Ein mögliches Remis hatte der UHC schon zuvor liegen gelassen. „Wir haben gleich zwei Mal im Konter alleine vor dem Tor nicht getroffen ...“

Emir Djulovic machte sein bisher bestes Spiel für Tulln. Mit zehn Toren war er erfolgreichster Werfer des Abends. „Er hat endlich gezeigt, was er kann. Er ist eine Wurfmaschine.“ Gefallen konnte einmal mehr Goalie Milan Cucuz, der mit elf Paraden 30 Prozent aller Bälle hielt.

„Ich kann meiner Mannschaft eigentlich gar keinen Vorwurf machen. Wir bezahlen im Moment Lehrgeld. Erfahrung kann man nicht kaufen. Hoffentlich kommt das Pech, das wir im Moment haben, bald wieder zurück.“ Vielleicht schon am Wochenende, wenn Tulln in Graz auf Revanche für die bittere Heimniederlage brennt. „Ich erwarte ein Spiel, das bis zur letzten Sekunde spannend sein wird.“ Nenadic droht weiter auszufallen, auch hinter dem Einsatz von Wolffhardt steht ein Fragezeichen.

TULLN - GRAZ 20:21. Das war ein großer Rückschlag für Tulln. Gegen den Tabellenletzten setzte es eine bittere Heimniederlage. Für den UHC handelte es sich um die erste Schlappe im heurigen Jahr.

Auch Super-Goalie Milan Cucuz konnte sie nicht verhindern. Er kam auf die Klasse-Quote von 16 gehaltenen Bällen – und war damit wie schon 24:20 gegen Vöslau der beste Spieler seiner Mannschaft.

Graz brauchte vier (!) Chancen, um erstmals im ganzen Spiel in Führung zu gehen (7:8, 23.).

Die zweite Halbzeit begann so wie die erste: Tulln lag mit einem, zwei Toren vorne, konnte sich aber nie absetzen.

Beim Stand von 15:16 wechselte Trainer Zeljko Gasperov den Tormann aus – und prompt parierte Andreas Schwarz einen Flügelwurf von Filip Ivanjko. Patrick Gasperov schoss Tulln mit 17:16 in Führung – es war zugleich das letzte Mal, dass der UHC die Nase vorne hatte.

Es blieb ungemein spannend. Zeljko Gasperov ließ nichts unversucht. Zwei Mal nahm er im Finish Time-Out, vorne versuchte er es mit dem Überraschungsmoment von zwei Kreisläufern, hinten setzte er auf einfache, dann doppelte Manndeckung (Alexander Fritz und Lorenz Wutzl gegen Thomas Zangl bzw. Teo Beganovic).

Alexander Fritz hatte den möglichen Sieg, zumindest aber das Unentschieden auf der Wurfhand. Sein vermeintliches Tor zum 21:20 wurde wegen Stürmerfouls aberkannt – eine umstrittene Entscheidung des Schiri-Gespanns. 70 Sekunden vor Schluss war Tulln erneut in Ballbesitz, Fritz nahm Maß – und traf die Stange. Millimeter entschieden zwischen Punkt und Niederlage.

Abgesehen von starken Torhüterleistungen bewegte sich das Spiel auf niedrigem Niveau, es war geprägt von Fehlwürfen und technischen Fehlern.

Wenn es neben der großartigen Vorstellung des Tullner Tormanns Positives gab, dann die ansteigende Formkurve des jungen Legionärs Emir Djulovic, der langsam in Schwung kommt und mit fünf Toren hinter Gasperov (sechs) zweiterfolgreichster Tullner Werfer war. Der angeschlagene Mislav Nenadic hingegen war sichtlich nicht fit und steuerte nur einen Treffer bei – so wenige wie noch nie in seinen bisherigen acht Auftritten.