Raimund Auß: „Ich möchte Tullner Herzen formen“. UHC Tulln: Beim Derby gegen St. Pölten übergab Günter Grafelmann das Traineramt an den 51-jährigen Eggenburger Raimund Auß.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 28. April 2021 (01:24)
Amtsübergabe. Günter Grafelmann (links) tritt mit Saisonende als Trainer der Tullner Bundesliga-Herren zurück und übergibt die Agenden an Raimund Auß, der seine neue Mannschaft im Derby gegen St. Pölten erstmals beobachtete.
Wolfgang Stritzl, Wolfgang Stritzl

Der UHC Tulln hat einen neuen Trainer. Beim letzten Meisterschaftsspiel der Saison 20/21, dem Derby gegen St. Pölten, kam es zur Amtsübergabe. Günter Grafelmann hieß seinen Nachfolger Raimund Auß willkommen.

Trainer kümmerte sich selbst um Nachfolge

Grafelmann selbst hatte seine Nachfolge vorbereitet und die Gespräche mit Auß geführt. Dass sich ein scheidender Trainer persönlich um die Amtsübergabe kümmert, ist ungewöhnlich und dem Umstand zu verdanken, dass Grafelmann seinen Rücktritt mit Saisonende schon lange angekündigt hatte und dem UHC Tulln in anderer Funktion erhalten bleiben könnte: als sportlicher Leiter. Noch steht dies aber nicht zu hundert Prozent fest. „Es gibt gute Tendenzen, ist aber noch zu früh. Ich bin ein strukturiert denkender Mensch und brauche ganz klar definierte Ziele.“

Das Ziel, das sich der neue Trainer steckt, ist eine Entwicklung in kleinen Schritten. „In jedem Jahr wollen wir uns um einen Tabellenplatz verbessern, vielleicht sogar mehr.“

Was Auß noch wichtiger ist: „Ich möchte Tullner Herzen formen.“ Und die eigenen Talente entwickeln. „Ich brauche ,Kampfschweine‘, die in jedem Spiel alles geben. Man darf verlieren, es kommt aber auf die Art und Weise an.“

Apropos Entwicklung: „Im unteren Bereich wird schon jetzt gute Jugendarbeit gemacht.“ Es werde aber dauern, bis die Früchte geerntet werden können. „Aber dann sollten wir im Oberen Play-Off um den Aufstieg mitspielen können.“

Tulln sucht einen neuen Führungsspieler

Für die kommende Saison wird ein echter Führungsspieler, ein starker Legionär gesucht.

Wie Raimund Auß Handball interpretiert? „Ich setze auf eine aggressive Abwehr, ein variables und kein starres Deckungssystem, das, je nach Gegner, neben 6:0 auch 3:2:1 und 5:1 spielen kann. Und das Spiel nach vorne soll schnell und modern sein. Es reicht, wenn wir vier, fünf Spielzüge verinnerlichen.“

Raimund Auß machte sich am Samstag erstmals persönlich ein Bild von der Mannschaft. Schon in dieser Woche leitet er die ersten Trainingseinheiten. Ihn reizt die Aufgabe. „Ich arbeite sehr gerne mit jungen Spielern. Die Aufbauarbeit ist meine große Stärke.“ Der 51-Jährige spricht sogar von einem „visionellen“ Projekt, das er in Tulln in Angriff nimmt. Die Zusammenarbeit ist auf ein langfristiges Engagement ausgerichtet, fixiert wurden drei Jahre (mit Option auf Verlängerung).

Obmann Bernd Zeh: „Raimund ist ein erfahrener und hoch motivierter Trainer. Wir sind sehr froh, dass wir ihn für unsere Sache gewinnen konnten.“