UHC Tulln: „Bundesliga, wir kommen!“. Eine perfekte Saison: Tulln feierte gegen die zuletzt zehn Mal siegreichen Grazer den zwölften Sieg in Folge.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 30. Januar 2019 (03:03)
Wolfgang Stritzl
Johann Schmölz war nicht zu halten und im wahrsten Sinn des Wortes überragend. Hier ist der Spielmacher auf dem Weg zu einem seiner sechs Tore.

TULLN – GRAZ 29:22. 

Tulln unterstrich seine Bundesliga-Ambitionen. Im zwölften Meisterschaftsspiel feierte der UHC den zwölften Sieg. Und das gegen nicht irgendwen. Denn Graz war nach neun Siegen in Folge mit breiter Brust nach Niederösterreich gekommen.

Tulln steigerte sich sukzessive

Tulln begann nervös, fabrizierte in den ersten beiden Angriffen zwei unnötige Ballverluste. Graz nützte die Unkonzentriertheiten zum 0:1. Es war zugleich das letzte Mal, dass die Steirer in Führung lagen. Ab dem 6:6 hatte immer Tulln die Nase vorn. Selbst, als die Heimischen Zwei-Mann-Unterzahl hatten (Zwei-Minuten-Strafen gegen Marcus Zupanac und Nicolussi), bilanzierte Tulln nicht negativ. Der UHC war in vielerlei Hinsicht die bessere Mannschaft.

Die Schlüssel zum Erfolg

m Mario Vizvary war ein großer Rückhalt. Vom Flügel kassierte er kein Tor, hinzu kamen gehaltene Bälle bei Siebenern und 1:1-Situationen.
m Über weite Strecken konnte sich der UHC-Schlussmann auf seine Vorderleute verlassen. Die vom 145-fachen Nationalteamspieler Markus Wagesreiter sehr gut organisierte Abwehr ließ vor der Pause nur neun Gegentreffer zu.
m In der Offensive war Johann Schmölz phänomenal. Der Routinier war Denker und Lenker im Tullner Angriffsspiel – und ein eiskalter Vollstrecker. Mit sechs Toren avancierte Schmölz zum erfolgreichsten Werfer des Abends.
m Tulln hatte die die deutlich längere Bank. Trainer Jörg Sibral begann beide Halbzeiten mit der routinierten Aufbaureihe, konnte Schmölz, Bozso, Nagy & Co. aber auch wichtige Verschnaufpausen gönnen. Als die jungen Maximilian Nicolussi und Patrick Prokop eingewechselt wurden, fiel die Mannschaft nicht ab.

Lorenz Wutzl legte Talentprobe ab

Weiteres Beispiel für die mannschaftliche Geschlossenheit: Als Philipp Wottawa vom linken Flügel zwei Fehlwürfe hatte, kam Youngster Lorenz Wutzl. Prompt machte der U-18-Spieler in seinen ersten beiden Aktionen zwei Tore. Der einzige Feldspieler, der in Abwehr und Angriff durchspielte, war Flügelflitzer Renato Matijevic.
Wenn es an diesem erfreulichen Handball-Abend überhaupt etwas auszusetzen gab, dann die Tatsache, dass Tulln noch höher hätte gewinnen können. Plus-neun stand es eine Viertelstunde vor Schluss (25:16).

„Wirklich eine gute Leistung“

Trainer Jörg Sibral: „Das war eine wirklich gute Leistung von uns. In der Abwehr haben wir von der ersten Minute an dicht gemacht. Auch unsere breite Bank war entscheidend.“ Bei aller Freude hob Sibral warnend den Zeigefinger: „Ausruhen dürfen wir uns jetzt nicht.“ Denn auf Tulln warten in der Regionalliga noch zwei schwere Auswärtsspiele. Und dann die entscheidenden Duelle gegen den Sieger der West-Gruppe.