UHC Tulln: Derbysieg als Ansage. Mislav Nenadic und Tormann Milan Cuzuz führten Tulln zum ersten Saisonsieg.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 14. Oktober 2020 (01:00)
Mislav Nenadic war „man of the match“. Tullns Goalgetter war mit Abstand bester Mann am Platz und warf seine Mannschaft mit 13 Toren zu einem verdienten Heimsieg gegen Hollabrunn.
Wolfgang Stritzl

Was für ein Lebenszeichen des UHC Tulln! Im Fernseh-Spiel feierten die Handballer vor den Augen von Bürgermeister Peter Eisenschenk und Sportstadtrat Wolfgang Mayrhofer den viel umjubelten ersten Saisonsieg.

Matchwinner waren der Kroate Mislav Nenadic, der ein überragendes Spiel machte und elf Tore warf, und der neue Tormann Milan Cuzuz. Der Serbe mit kroatischem Pass hatte zuletzt in der 1. belgischen Liga gespielt und war nach dem dortigen Lock-Down frei geworden. 2018/19 war er für Ferlach im Tor gestanden. Nenadic und Cuzuz wohnen aktuell bei sportlichem Leiter Johann Aulenbach, „ich koche sogar für sie“. Die beiden Neuzugänge bedankten sich auf ihre Art – mit spektakulären Paraden sowie entfesselten Antritten und wuchtigen Abschlüssen.

Neben Cuzuc und Nenadic standen mit dem kroatischen Spielmacher Nikola Zakula und dem Montenegriner Emir Djulovic vier Legionäre in der Tullner Startformation.

Nenadic brachte den UHC zum ersten Mal in Führung (5:4). Und Tulln gab sie nicht mehr her! Hollabrunn glich vor der Pause noch fünf Mal aus, nach Seitenwechsel gar nicht mehr.

Milan Cuzuz ist Tullns neue Nummer eins.
Wolfgang Stritzl

Die entscheidenden Szenen: Cuzuz verhindert im 1:1 gegen den Gegenstoß laufenden Fidesser das 20:20, pariert gleich darauf erneut gegen Fidesser, der vom rechten Flügel zum Wurf kommt und den Kroaten vergeblich zu überlupfen versucht. Nach Zwei-Minuten-Strafen gegen Marcus Zupanac und Alexander Fritz kassieren auch vier Tullner Feldspieler gegen sechs Hollabrunner kein Gegentor, erhöhen in Unterzahl durch den überragenden Nenadic sogar auf 21:19. Auch sechs Zeitstrafen, davon zwei gegen Nenadic, können Tulln nicht stoppen. Philipp Wottawa erzielt mit seiner ersten Ballberührung vom rechten Flügel mit rechts das 22:20, das 23:20 durch Nenadic ist die endgültige Entscheidung.

„Mit Nenadic und Cuzuc haben wir zwei Routiniers, die uns gefehlt haben. Mit ihnen sind auch die Mitspieler um 30 Prozent besser geworden“, freute sich Trainer Zeljko Gasperov.

Endlich ist Tulln in der Liga angekommen. Und die Mannschaft dort, wo sie Aulenbach haben wollte. „Wenn uns Corona nicht stoppt, können wir noch viel erreichen. Und was wir nicht vergessen dürfen: Wir haben auch eine gute Jugend!“

Am Samstag gastiert Tulln in Bruck. Die Steirer haben in sechs Spielen erst eine Niederlage kassiert – zum Auftakt gegen Hollabrunn –, zuletzt aber fünf Spiele in Folge gewonnen.

Bundesliga Damen: TULLN - HOLLABRUNN 19:18. Tullns Damen jubeln über den ersten Saisonsieg.

Das Spiel war von technischen Fehlern geprägt, vor allem in der ersten Halbzeit. Nach der Pause drehte Tulln mit einer tollen kämpferischen Leistung den Spieß um – auch dank Kathi Weber, die ihre Mannschaft mit tollen Paraden im Spiel hielt. Nadine Bormann parierte einen Siebenmeter. Hannah Ginsthofer und Stella Dietrich waren mit fünf bzw. vier Toren aus dem Spiel die erfolgreichsten Werferinnen.

Die hektische Schlussphase war gespickt mit einigen Zwei-Minuten-Strafen. „Wir haben diese Phase gut überstanden und unseren Vorsprung halten können“, freute sich Trainer Patrick Salfinger.

Am kommenden Samstag steigt das Derby gegen St. Pölten. Die Landeshauptstädterinnen sind nach drei Spielen noch ohne Punkteverlust und führen vor Tulln-Bezwinger Korneuburg die Tabelle an.