UHC Tulln ist bereits voll im Training. Tullns Handballer sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Die Fivers aus Wien bekamen schon Besuch von der Polizei, weil sich ein Nachbar über den Trainingsbetrieb wunderte.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 13. Januar 2021 (01:25)
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Der UHC Tulln startet mit einem Heimspiel-Triple ins neue Jahr. Am kommenden Samstag empfängt Tulln die Fivers 2, am Mittwoch im Nachtrag Schlusslicht HIB Graz und am Samstag, 23. Jänner Vöslau.

Am ÖHB-Cup nehmen die Herren nicht teil. Aufgrund des dicht getakteten Programms verzichtete der UHC auf einen Start. Die Cup-Spiele hätten in der Wochenmitte bestritten werden müssen, am Mittwoch, 20. Jänner, findet aber auch schon das Meisterschafts-Nachtragsspiel gegen HIB Graz statt. Und die Belastung gleich mehrerer englischer Wochen wollte sich Tulln nicht antun. Hinzu kommt, dass die Erstligisten erst später einsteigen, in der ersten Runde also zum Beispiel eine wenig attraktive Reise nach Bruck gedroht hätte – oder aber ein Geister-Heimspiel ohne Publikum.

„Da wollen wir uns lieber auf die Meisterschaft konzentrieren“, so Günter Grossberger. Als Corona-Beauftragter des Vereins zeichnet er für die Umsetzung des Präventionskonzepts verantwortlich. Die Spieler sind verpflichtet, ein tägliches Gesundheitstagebuch zu führen, ihre Körpertemperatur und Befindlichkeit zu dokumentieren. Fieber messen ist auch bei jedem Training vorgeschrieben. Das Führen einer Anwesenheitsliste ist in Vorbereitung eines möglichen Contact-Tracings selbstverständlich.

UHC verzichtet auf ÖHB-Cup: „Da wollen wir uns lieber auf die Meisterschaft konzentrieren“

„Auf Anfrage der BH müssen wir alle Aufzeichnungen vorweisen können.“ Bei anderen Vereinen ist es dazu schon gekommen. „Die Fivers wurden von der Polizei überprüft, weil ein Nachbar gemeldet hat, dass trotz Lockdowns Trainingsbetrieb in der Halle herrscht …“

Die Damen starten im Gegensatz zu den Herren im Cup – und haben, solange sie im Geschäft sind, den Status „Spitzensport“, da sie sich in der Theorie für den Europacup qualifizieren können. Seit Anfang Jänner trainieren Tullns Damen, am 30. Jänner, 19 Uhr, findet auf eigener Anlage das Achtelfinalspiel gegen die MGA Fivers statt. Beim Corona-Test am 6. Jänner waren alle Spielerinnen negativ.

Am vergangenen Montag wurde auch die Herren-Mannschaft (ein zweites Mal) komplett durchgetestet. Was passiert, sollte ein Spieler an Corona erkranken? „In diesem Fall muss die ganze Mannschaft getestet werden. Bei einem negativen Ergebnis ist wegen des Spitzensport-Passus’ selbst für Kontaktpersonen der Kategorie I die Teilnahme an Trainings und Spielen weiterhin möglich.“

Die Umsetzung des Corona-Maßnahmen-Katalogs erfordert viel Aufwand, auch finanziellen. „Ein bis zwei Test-Garnituren werden vom ÖHB bezahlt, die Kosten für die weiteren Tests müssen wir vorstrecken. Sie werden vom NPO-Fonds rückerstattet“, weiß Grossberger.

Während Tullns Damen (solange sie im Cup dabei sind) und Herren wieder im Training stehen, muss der Handball-Nachwuchs pausieren. Noch im Dezember trainierte der UHC im Aubad unter Einhaltung der Abstandsregel. Grossberger: „Dass Eislaufen erlaubt ist, Training im Freien aber nicht, kann ich nicht verstehen.“