Tullner Handballer gehen mit neuem Trainer in den Abstiegskampf

Fritz Zenk (71) ist neuer Chefcoach. „Tulln hat am letzten Platz nichts verloren.“

Erstellt am 12. Januar 2022 | 02:37
Lesezeit: 3 Min
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Tullns neuer Trainer Fritz Zenk mit Obmann Günter Grossberger.
Foto: Wolfgang Stritzl

Paukenschlag beim UHC Tulln! Der Deutsche Fritz Zenk folgt Raimund Auß als Cheftrainer nach. Auß wird dem Verein als Trainer des Future-Teams erhalten bleiben. Anstelle des schwer verletzten Majbik wird kein neuer Spieler verpflichtet.

Der UHC ziert aktuell den letzten Tabellenplatz. Für den Kampf gegen den Abstieg wird kein neuer Spieler geholt, sondern ein neuer Trainer.

„Neuer“ war schon im Sommer ein Thema

„Wir sind mit der Arbeit von ,Rocky‘ (Raimund Auß; Anm.) nicht unzufrieden. Die Mannschaft ist in einem guten Zustand, spielt mit. Was uns fehlt, sind Punkte. Wenn wir nur die Hälfte aller knapp verlorenen Spiele gewonnen hätten, wären wir nicht am Tabellenende“, weiß Obmann Günter Grossberger. Es liege nur an Kleinigkeiten, „zum Beispiel am Coaching während des Spiels. Taktisch kann man noch an ein paar Schrauben drehen.“

Dies wird künftig der Deutsche Fritz Zenk tun. Der 71-Jährige hat erst kürzlich die EHF-Master-Coach-Lizenz erworben. Für den ÖHB ist er in der Trainerausbildung tätig, in Deutschland hat er Vereine von der 2. bis zur 5. Liga trainiert und einige davon zur besten Platzierung ihrer Vereinsgeschichte geführt.

Schon im Juni war er in Tulln ein Thema gewesen und tauschte sich nach Videoanalysen mit dem UHC aus. Nun wird mehr daraus. Der in Ostbayern lebende Zenk wird neuer Cheftrainer und sich in der Regel von Mittwoch bis zum Wochenend-Spiel in Tulln aufhalten. Seine erste Einheit leitete er am Montag.

Seine Bestandsaufnahme: „Die Mannschaft hat auf dem letzten Tabellenplatz nichts verloren. Es ist viel mehr möglich.“ Man müsse andere Schwerpunkte setzen. „Wir müssen an der körperlichen Fitness arbeiten. Ich möchte mehr Dynamik sehen. Es bedarf schnellerer Beine und einem anderen 1:1-Verhalten.“

„Kann von Fritz viel lernen“

Auß geht einen Schritt zurück und bleibt dem UHC Tulln zwar nicht als Co-Trainer, aber als Coach des Future-Teams erhalten. Ihn traf seine Ablöse als Chefcoach unerwartet. „Man muss sich anschauen, wie der letzte Platz entstanden ist. Es war viel Pech dabei. Mein Auftrag war, die jungen Spieler heran zu führen, und das habe ich gemacht. Die Mannschaft hat sich gesteigert. Und sie ist zu 100 Prozent hinter mir gestanden, wie sie es mit einem offenen Brief an die Vereinsführung zum Ausdruck gebracht hat.“ An seiner Ablöse konnte dies freilich nichts ändern.

Nach einem klärenden Gespräch mit der Vereinsführung kann sich Auß mit der Lösung mittlerweile sogar anfreunden. „Ob ich Erster, Zweiter oder Dritter bin, ist egal. Der Verein ist wichtig. Wir müssen unbedingt oben bleiben!“ Fritz Zenk hat er bei der ÖHB-Trainerausbildung kennen gelernt: „Er lebt Handball. Ich kann von ihm selbst noch viel lernen, er hat genau in den Dingen, die mir noch fehlen, viel Erfahrung – so etwa beim Coaching im Abstiegskampf.“

Für Majbik ist die Saison gelaufen

Spielmacher Lukas Majbik fällt für die restliche Saison aus. Er zog sich gegen Korneuburg einen Kreuzbandriss zu (samt Knorpelschaden und Riss des äußeren und inneren Meniskus). Am Transfermarkt wird der UHC aber nicht aktiv.

Grossberger: „Wir wollen nicht mit Gewalt einen Spieler holen, der im Sommer vielleicht wieder weg ist. Wir wollen nachhaltig arbeiten und unsere Jungen forcieren.“

Auch Zenk traut dem UHC zu, mit dem vorhandenen Spielermaterial den Klassenerhalt zu schaffen. „Ich bin davon überzeugt. Es gibt hoch talentierte Spieler, und einige könnten auch in der 1. Liga spielen.“ Nachsatz: „Wenn die körperlichen Voraussetzungen stimmen …“