Erstellt am 20. Februar 2013, 00:00

„Ich war für Schottland zu jung“. SV Würmla / Die NÖN plauderte mit Markus Holemar über seine Karriere und die Gründe, warum er 20 Mal den Verein wechselte.

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Von Wolfgang Stritzl

NÖN: Sie sind die prominenteste Neuverpflichtung des SV Würmla. Was war der ausschlaggebende Grund, nach Würmla zu wechseln?

Markus Holemar: Trainer Wolfgang Prochaska wollte mich unbedingt, das hat auf jeden Fall eine Rolle gespielt. Ich habe mit St. Pölten und dem Sportklub schon gegen Würmla gespielt und den Verein daher gekannt.

Welchen Eindruck haben Sie bisher vom SV Würmla gewonnen?

Holmar: Der erste Eindruck ist sehr positiv. Würmla ist ein familiär geführter Verein, bei dem man in Ruhe arbeiten kann. Wir haben einige gute Offensivspieler in der Mannschaft. Das taugt mir. Ich spiele lieber auf Angriff als auf Verteidigen.

Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?

Holemar: Möglichst viele Tore schießen und vorbereiten. Mit dem Verein möchte ich auf einen Cup-Platz kommen (Top-6; Anm.). Und langfristig will Würmla wieder in die Regionalliga aufsteigen.

Sie werden im Juni 37 Jahre alt. Denken Sie schon an ein Ende Ihrer aktiven Karriere?

Holemar: Nein. Eine Altersgrenze setze ich mir nicht. Viele Trainer sagen mir: Spiele solange es möglich ist, weil spielen ist das Schönste. Das habe ich auch vor. Das Alter sollte kein Thema sein. Entscheidend ist nicht, ob jung oder alt, sondern ob gut oder schlecht. Früher waren die Routiniers die Chefs, heute setzen viele Vereine nur noch auf Junge. Die Mischung muss passen. In Würmla passt sie.

Wie schafft man es, auch im fortgeschrittenen Fußballer-Alter fit zu bleiben?

Holemar: Ich lebe gesund und beschäftige mich seit zehn, 15 Jahren mit Ernährung und Gesundheit. Derzeit mache ich an der Vitalakademie eine Ausbildung zum diplomierten Fitness- und Gesundheitstrainer. Seit meiner Zeit in Horn und vielen Gesprächen mit Rupert Marko beginne ich auch, als Trainer zu denken, und habe mit der Trainer-Ausbildung begonnen.

Würmla ist Ihr 20. Verein. Warum haben Sie so oft den Klub gewechselt?

Holemar: Ab und zu waren es finanzielle Gründe, manchmal – wie in Amstetten – war es der Trainer, der plötzlich keinen Spielmacher mehr in der Mannschaft haben wollte. Einige Male bin ich von selbst gegangen. Ich will erfolgreich sein und gewinnen. Wenn das nicht möglich ist oder die Philosophie des Trainers nicht mit meiner übereinstimmt, dann verabschiede ich mich. Die ständige Wechslerei geht mir aber selber auf die Nerven. Eigentlich werde ich immer besser, je länger ich bei einem Verein bleibe.

Würden Sie sich eigentlich selbst als „schwierigen“ Spieler bezeichnen?

Holemar: Nein, überhaupt nicht!

Was waren Ihre größten Erfolge?

Holemar: Der ÖFB-Cupsieg mit Horn und die Meistertitel mit den Austria Amateuren (Aufstieg in die Regionalliga) und Schwechat (in der Regionalliga Ost). Die Relegation habe ich aufgrund eines gegen St. Pölten erlittenen Schien- und Wadenbeinbruchs nicht bestreiten können. Die Verletzung war ein Karriereknick für mich!

Wie hat sich der Karriereknick bemerkbar gemacht?

Holemar: Vorher habe ich mir in den Transferzeiten die Vereine immer aussuchen können, nach der Verletzung hat das Interesse aber plötzlich nachgelassen. Das war schon hart. Ich habe bei Stammverein Simmering von Null beginnen müssen.

Sie haben 1998 von der Wiener Austria den Sprung zu Heart of Midlothien geschafft. Wie war die Zeit als Schottland-Legionär?

Holemar: Sehr schön, ich war aber noch zu jung. Mir hat die Ausbildung zum Fußball-Profi gefehlt. Ich habe nicht gelernt, wie man sich als solcher verhält. Heute ist die Ausbildung der Jungen ganz anders.

Möchte sich mit Toren in die Herzen der Würmla-Fans schießen: Markus Holemar.

Die ständigen Vereinswechsel gehen mir selber schon auf die Nerven. Wenn ich mit einem Verein aber nicht mehr erfolgreich sein kann oder der Trainer eine andere Philosophie hat, dann verabschiede ich mich.“