Mit 81 Jahren zehn Marathons in zehn Tagen

Dem Asparner Felix Pauli gelingt das Unglaubliche: Mit 81 Jahren läuft er zehn Marathons hintereinander. Im Herbst geht’s dann zum Wien- und zum Berlin-Marathon.

Erstellt am 28. Juli 2021 | 03:08
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Felix Pauli als Finisher.
Foto: Privat

Was für viele Menschen eine der größten sportlichen Herausforderungen im Leben ist, schaffte der 81-jährige Felix Pauli gleich zehn Mal in Folge. Er lief in Bad Blumau (Steiermark) an zehn Tagen 42,2 Kilometer und das bei großer Hitze. „Es war extrem heiß und zum Laufen war der tiefe Schotter nicht so angenehm. Aber, wenn’s die anderen laufen, dann kann ich’s auch“, so Pauli ganz pragmatisch.

Dabei waren „die anderen“ um ein gutes Stück jünger als er und Extremes gewohnt. Der zweitälteste Teilnehmer war ein 71-jähriger Italiener. Auch Ultraläufer befanden sich im überschaubaren Teilnehmerfeld von 29 Startern. „Da waren welche dabei, die durch die Wüste oder ganz schwere Trails laufen. Die haben sich angestellt, um mir die Hand schütteln zu können. So herzlich bin ich noch nie wo aufgenommen worden.“

„Es war extrem heiß und zum Laufen war der tiefe Schotter nicht so angenehm. Aber, wenn’s die anderen laufen, dann kann ich’s auch“

Beeindruckende Laufleistungen sind im Hause Pauli keine Seltenheit. Alleine im letzten Lebensjahrzehnt hat der Asparner 420 Wettkämpfe bestritten und diverse namhafte Cups in Wien in NÖ für sich entschieden. Nach fast einem Jahr ohne Bewerbe wollte Pauli dieses international besetzte Ereignis zum Anlass nehmen, um wieder einmal Teil einer besonderen Veranstaltung zu sein.

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Felix und Roman Pauli.
Privat

Zur Vorbereitung lief Pauli im Frühjahr bereits einen virtuellen Marathon von Asparn bis zum Kraftwerk Greifenstein und auf der anderen Seite der Donau über Tulln wieder retour sowie einen klassischen Marathon in Herzogenburg. „Ich wollte vorher schauen, ob ich die Strecke noch unter fünf Stunden schaffe, aber das ist sich ganz locker ausgegangen. Beim Wettkampf über zehn Tage muss man natürlich mit dem Tempo zurückschalten. Man braucht ja für den nächsten Tag auch noch Kraft. Wenn ich müde war, bin ich einfach langsamer geworden. Mir war vor allem wichtig, die zehn zu schaffen, damit ich nicht wegen fünf hingefahren bin.“

„Mein Vater ist sehr inspirierend – sowohl für uns als auch für unsere Enkelkinder"

Und das ist Pauli eindrucksvoll gelungen, obwohl er nach den ersten drei Läufen so einen Muskelkater gehabt hat, dass er kaum bergab laufen konnte. Zwei Drittel der Teilnehmer haben die Zehn voll machen können. Pauli belegte im Gesamtklassement Rang 16. An zwei Tagen begleiteten ihn seine Söhne Roman und Georg. Letzterer meinte anschließend: „Mein Vater ist sehr inspirierend – sowohl für uns als auch für unsere Enkelkinder. Er reißt alle mit, gibt uns immer wieder Fitnesstipps und sagt ‚Lasst euch nicht gehen‘. Er lebt diese Leidenschaft.“

Woher der Senior Kraft und Motivation nimmt? „Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet. Früher bin ich nicht einmal der Straßenbahn hinterhergerannt und jetzt hält mich das Laufen frisch. Erst heute bin ich wieder 16 km gelaufen. Außerdem kommt man bei den Wettbewerben mit so vielen Leuten zusammen, die man kennt.“

Früher bin ich nicht einmal der Straßenbahn hinterhergerannt und jetzt hält mich das Laufen frisch.

Das Wort Regeneration scheint Pauli nicht wirklich zu kennen. Während andere nach einem Marathon mehrere Wochen herunterfahren, ist er schon wieder auf den Beinen und schmiedet Pläne. „Zunächst möchte ich wieder bei ein paar kleineren Läufen mitmachen. Im Herbst geht’s dann zum Wien- und zum Berlin-Marathon.“