Miedler gewann Turnier in Ägypten. Lucas Miedler konnte in den vergangenen Wochen gute Ergebnisse erzielen. Challenger-Halbfinale und ein ITF-Titel als Ausbeute!

Von Bernhard Kapeller. Erstellt am 31. März 2021 (01:30)
Lucas Miedler
NOEN, privat

Für Lucas Miedler begann die Turniersaison in Südafrika. Für die beiden Challenger in Potchefstroom reiste der Tullner extra eine Woche vorher an, um sich auf die Bedingungen vorzubereiten. Die lokalen Corona-Maßnahmen und das regnerische Wetter machten ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung. „Bis zum Turnierstart habe ich nur drei Stunden Tennis gespielt“, berichtete Miedler. Dies war mitunter ein Grund, warum der 24-Jährige bereits in der ersten Runde der Qualifikation aus dem Turnier ging. Gegen den US-Amerikaner Nick Chappell (351 ATP), der bis ins Semifinale vorstieß, fand Miedler kein Rezept.

Neue Spielstrategiebrachte Erfolg

Bis zum Start der zweiten Turnierwoche konnte sich der Tullner nicht auf die schwierigen Bedingungen einstellen. Doch Miedler legte sich für diese eine neue Spielstrategie zurecht. „Alle Spieler, die hier weitgekommen sind, haben den Ball sicher ins Feld gespielt. Genau das mache ich jetzt auch!“ In der zweiten Qualifikationsrunde setzte er sich mit dieser Taktik mühsam gegen die Nummer 262 der Welt, Benjamin Lock, in drei knappen Sätzen durch. „Da habe ich mich irgendwie drüber gerettet“, so Miedler. Nach einem klarem Erstrundensieg im Hauptbewerb, wartete in der zweiten Runde mit dem Schweizer Marc-Andrea Hüsler (151 ATP) die Nummer drei des Turniers. Miedler konnte in diesem wichtigen Match überzeugen und den Schweizer nach verlorenem ersten Satz doch noch bezwingen. Der Plan des sichern Spielens führte Österreichs Nummer fünf, nach einem weiteren Drei-Satz-Erfolg bis ins Halbfinale des Turniers. Dort beendete der spätere Turniersieger Jenson Brooksby aus den USA die Reise des Tullners. „Zum Glück habe ich mich in der zweiten Südafrika-Woche steigern können. Mit dem Semifinaleinzug kann ich sehr zufrieden sein.“

In der folgenden Woche flog Miedler nach Sharm El Sheikh, um dort zwei ITF Turniere zu bestreiten. Da die Teilnahmechancen bei den ursprünglich geplanten Challenger in Biella (Italien) unsicher waren, fiel die Wahl auf die kleineren Turniere in Ägypten. „Ich wollte den Schwung aus Südafrika mitnehmen und möglichst viele Matches spielen.“ Das erste Turnier lief allerdings gar nicht nach den Vorstellungen des Tullners. In der ersten Runde erwischte der junge US-Amerikaner Omni Kumar (1164 ATP) einen Traumtag und warf Miedler aus dem Turnier. Mit dem Wissen, nichts verlieren zu können, spielte er groß auf. „Ich habe nicht einmal schlecht gespielt, aber an diesem Tag war er einfach besser“, gesteht sich der Österreicher ein. „Auch wenn das Ranking klar für mich gesprochen hätte, können mittlerweile alle Tennis spielen.“

Steigerung in derzweiten Woche

Doch wie bereits in Südafrika ging Miedler das Spielen in der zweiten Woche wesentlich leichter von der Hand. Runde für Runde konnte er seine Leistungen auf den Platz bringen und bis ins Finale einziehen. Dort bezwang er den Japaner Makoto Ochi mit 6:3 und 7:6 und holte sich damit den Titel des 15.000 $ dotierten Turniers. „Ich bin froh, dass ich die Favoritenrolle diesmal bestätigte.“

Vergangene Woche schlug Miedler beim Challenger in Lugano in der Schweiz auf. In der ersten Runde bezwang er die ehemalige Nummer 44 der ATP Weltrangliste, Lukas Lacko, in zwei Sätzen. In Runde zwei musste Miedler allerdings aufgrund von Hüftproblemen beim Stand von 1:4 aufgeben.

Diese sowie kommende Woche wird der Tullner die beiden Challenger-Turniere im portugiesischen Oeiras bestreiten.