Miedler ist Staatsmeister. Lucas Miedler erhielt für den Doppelbewerb des 250er-ATP-Turniers in Marseille eine Wildcard. Noch am Abreisetag spielte er sein erstes Match bei den Staatsmeisterschaften.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 01. März 2017 (05:26)
Lucas Miedler (links) ist Hallen-Staatsmeister in Einzel und Doppel. Rechts: Einzel-Finalgegner und Doppelpartner David Pichler.
NOEN, privat

Lucas Miedler ist frisch gebackener Hallen-Staatsmeister im Tennis.

Zu den Titelkämpfen in Wolfsberg war er direkt vom ATP-Turnier in Marseille angereist. Für den Doppel-Bewerb des 250er-ATP-Turniers in Frankreich hatte Miedler überraschend eine Wildcard erhalten. „Ronnie (Leitgeb; Anm.) hat eine sie angeboten bekommen. Eigentlich hätte ich mit einem Inder spielen sollen, aber der hatte plötzlich schon einen anderen Partner. Als mögliche Partner für mich waren zunächst Jürgen Melzer und Monfils im Gespräch.“ Geworden ist es schließlich Max Neuchrist.

Schon das Antreten alleine und das Schnuppern von ATP-Luft seien ein super Erlebnis gewesen. Letztlich aber überwiegt die Enttäuschung über die bittere Niederlage in Runde eins. Miedler/Neuchrist hatten im ersten Durchgang schon Satzbälle. Im Tie-Break setzten sich Philipp Oswald/James Cerretani (AUT/USA) durch. „Im zweiten Satz sind wir immer hinten nach gelaufen.“ Er ging mit 0:6 glatt verloren.

Am Vormittag traf Miedler in Wolfsberg ein, wenige Stunden später bestritt er bei den Staatsmeisterschaften schon sein Auftaktspiel. „Ich war extrem müde, hinzu kamen ein ganz anderer Belag und ein schlechteres Licht.“ Und Gegner, die gegen die Nummer eins des Turniers nichts zu verlieren hatten. Keine Runde war ein Selbstläufer, im Viertelfinale lag Miedler schon ein Break zurück, zog sich im Tie-Break aber noch gut aus der Affäre. Gegen Mario Haider-Maurer musste Miedler über drei Sätze gehen, wobei es im dritten 4:4 stand „und das Spiel auch anders hätte ausgehen können“. Im Finale aber packte Miedler sein bestes Tennis aus. Das war auch notwendig, stand ihm mit David Pichler doch ein Mann gegenüber, der heuer schon gute Ergebnisse vorzuweisen hatte und beim Future in Bellevue/ Schweiz bis ins Semifinale vorgestoßen war.

Beim selben Future in der Schweiz hatte Miedler kein Losglück gehabt: Schon in der ersten Runde traf er auf den späteren Turniersieger Daniel Altmeier. Im Nachhinein darf sich der Tullner damit trösten, Altmeier am Weg zu dessen Triumph den einzigen Satz-Verlust zugefügt zu haben (6:7, 6:0, 6:3).

Zurück zum Finale der Österreichischen Meisterschaften: Miedler ließ keine Breakchance zu, nützte die seinen und gewann das Finale mit 6:4, 6:4. „Es fühlt sich gut an, Staatsmeister zu sein.“ Eigentlich hat er seinen Titel (aus 2015) verteidigt, da er die Titelkämpfe im Vorjahr wegen Krankheit auslassen hatte müssen. Im Vorbeigehen holte sich Miedler mit Pichler auch den Österreichischen Meistertitel im Doppel.

Das Wochenende gibt Auftrieb für die kommenden Aufgaben. Am Montag flog Lucas Miedler nach Portugal, wo bis zu vier Futures am Programm stehen.