Modern, dynamisch und sehr offensiv. Das ist die Spielweise, welche die Handschrift von Atzenbruggs neuem Trainer Markus Kernal trägt.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 09. Juli 2014 (08:23)
NOEN, Christopher Schneeweiß
Emotional, wie man ihn kennt. Am Montag lud Neo-Trainer Markus Kernal beim USV Atzenbrugg-Heiligeneich zum Trainingsauftakt. „Ich sprühe vor Tatendrang und freue mich irrsinnig. Wir wollen die Aufstiegseuphorie mitnehmen. Es wartet aber viel Arbeit auf uns. Und klar ist auch: Uns wird nichts geschenkt werden.“
Als Markus Kernal das letzte Mal beim USV Atzenbrugg-Heiligeneich war, kämpfte der Klub noch ums Überleben in der 1. Klasse Nordwest-Mitte. Im Frühjahr 2012, außerhalb des regulären Transferfensters, wurde er nach längerer „Stehzeit“ als Überraschungscoup angemeldet – damals stand Atzenbrugg auf einem Abstiegsplatz und mit einem Bein in der 2. Klasse.

Kernal spielte Feuerwehr – und die letzten Kampfmannschaftspartien seiner aktiven Karriere, die ihn in die Österreichische Bundesliga und auch nach Deutschland geführt hatte. Und er machte seine letzten Tore, etwa gleich drei beim 4:2-Sieg gegen Langenlois. Heute ist Atzenbrugg von der 2. Klasse genauso weit entfernt wie von der Ersten Liga. „Ja, der Verein hat einen rasanten Aufstieg gemacht“, weiß Kernal, der sein jetziges Engagement als „sehr schöne Herausforderung in einer interessanten Liga“ sieht.

„Die Mannschaft ist konkurrenzfähig“

Der 39-jährige Schwechater ist überzeugt, dass die Mannschaft konkurrenzfähig sein wird. „Die großen Fluktuationen hätte es auch in der bisherigen Konstellation gegeben. Die Mannschaft ist sehr, sehr jung, wurde von meiner Seite aber bewusst so zusammen gestellt. Junge sind hungrig, willig, zielorientiert und entwicklungsfähig.“ Einige Transfers tragen Kernals Handschrift, so etwa jener von Matej Mitrovic, „ein klarer Wunschspieler“. Anotonio Dolibasic habe trotz seiner Jugend (23) zwar schon zwei Kreuzbandrisse hinter sich, sich bei Wiener Neustadts Amateuren aber wieder heran gekämpft. „Und Christian Szalay hätte ich schon nach Mistelbach holen wollen, als ich noch dort Trainer war.“

Eines hat sich in der Post-Bradaric-Ära geändert. „In den letzten zwei Jahren ist viel mit individueller Stärke gemacht worden. Jetzt werden wir vom Kollektiv heraus arbeiten. Der Teamgedanke zählt.“

Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz 

Während Kernal in der 1. Landesliga „jede Ecke, jede Schraube“ kennt, ist die 2. Landesliga West für ihn komplettes Neuland. Als Ziel wurde ein einstelliger Tabellenplatz ausgegeben.

Was er den Zuschauern verspricht? „Wir wollen einen guten, modernen, dynamischen Fußball bieten und sehr offensiv auftreten.“ Wichtig aber auch: die körperliche Fitness.

Den NÖ-Cup, der auch „eine sehr schöne Herausforderung“ darstellt, nimmt Kernal gerne mit. In der letzten Saison scheiterte er mit Mistelbach im Viertelfinale an Stripfing (nach Verlängerung), auch heuer sind die Marchfelder im Cup dabei. Stripfing aber fürchtet er nicht. „Noch nie war es so leicht, den Cup zu gewinnen wie im Vorjahr. Heuer werden Ebreichsdorf und Krems übermächtige Gegner sein.“